GESETZENTWURF

Mopedführerschein ab 15 in MV bald möglich

Mehr Mobilität auf dem Land für Jugendliche? Das soll mit einem neuen Führerschein möglich werden. Noch muss die Verordnung aber eine Hürde überwinden.
Sind 15-Jährige verantwortungsbewusst genug, um mit Mopeds am Verkehr teilzunehmen? Die Verkehrswacht war skeptisch, die
Sind 15-Jährige verantwortungsbewusst genug, um mit Mopeds am Verkehr teilzunehmen? Die Verkehrswacht war skeptisch, die Landesregierung in Schwerin ist optimistisch. Hendrik Schmidt
Schwerin.

Jugendliche ab 15 Jahren sollen in Mecklenburg-Vorpommern Mopeds, Kleinkrafträder und vierrädrige Leichtfahrzeuge mit einer Geschwindigkeit bis zu 45 Stundenkilometern fahren dürfen. Eine neue Landesverordnung wurde am Dienstag vom Kabinett in Schwerin vereinbart. Nun gehe der Entwurf in die Verbandsanhörung.

Vom Fahrlehrerverband ist optimistisch. Der Anreiz für die Fahranfänger ist höher, den Führerschein mit 15 zu machen und so mindestens zwei Jahre davon zu profitieren, bis sie den Autoführerschein für begleitetes Fahren mit 17 erwerben können“, sagt Helmut Bode, Vorsitzender des Fahrlehrerverbands MV. Bisher konnten 15-Jährige nur die Führerscheinprüfung für Mofa bis zu 25 km/h machen. „Aber gerade im ländlichen Bereich besteht ein erhebliches Mobilitätsbedürfnis für den Weg zur Schule oder Ausbildungsstelle, das durch öffentliche Verkehrsmittel allein nicht zufriedenstellend gelöst werden kann”, hieß es vom ADAC dazu.

ADAC sieht einen Haken an Moped-Verordnung

Einen Makel sieht der ADAC an einer Landesverordnung aber: Eine einheitliche Regelung auf Bundesebene wäre besser, um einen „unübersichtlichen Flickenteppich” unterschiedlicher Regelungen in den Bundesländern zu vermeiden. Die neue Landesverordnung soll wohl Ende März erlassen werden. Bis dahin haben Verbände Zeit, Anregungen mitzuteilen.

Die Deutsche Verkehrswacht sah das anders. Einem Sprecher zufolge könne der Mopedführerschein ab 15 zwar die Mobilität von Jugendlichen ergänzen, vor allem in ländlichen Gebieten. „Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, dass Jugendliche im Straßenverkehr durch fehlende Erfahrung und einer höheren Risikofreude auch besonders gefährdet sind.” Bei einem Führerschein ab 15 Jahren würden Jugendliche früher und damit in größerer Zahl am Straßenverkehr teilnehmen.

Fahrerlaubnis gilt nicht überall

Der Bundestag machte den Weg trotz der Warnung dafür frei, das Mindestalter für den Moped-Führerschein von derzeit 16 Jahren dauerhaft auf 15 zu senken. Ob diese Option genutzt wird, muss aber jedes Land für sich selbst entscheiden. In den ostdeutschen Ländern außer Berlin gab es bereits entsprechende Pilotversuche. Eine Studie sowie ein Feldversuche unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, auf die sich jetzt auch das Verkehrsministerium in Schwerin bezieht, kamen zu dem Ergebnis, dass Mopedfahrer, die mit 15 ihre Fahrerlaubnis erworben haben, sich im Verkehr nicht auffälliger verhalten würden als ältere.

Wer solch einen Führerschein erwirbt, sollte aber nicht überstürzt losfahren. Die Moped-Fahrerlaubnis soll nur in den Bundesländern gelten, die das Mindestalter herabsetzen: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. „Das ist in Ordnung. Es geht vor allem darum, dass die Jugendlichen, die bei uns leben, sich in ihrem Alltag selbstständiger fortbewegen können. Das Moped ist ja kein Verkehrsmittel für Fernreisen”, sagte MV-Verkehrsminister Christian Pegel (SPD).

 

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