MODERNISIERUNG

Meeresmuseum Stralsund für zwei Jahre geschlossen

Das Meeresmuseum in Stralsund wird erweitert und komplett modernisiert. Geplant sind drei neue Gebäudeteile und ein riesiges Aquarium für Korallenriffe.
dpa
Zwischen 2021 und 2023 soll das Meeresmuseum für 40 Millionen Euro umfassend modernisiert werden.
Zwischen 2021 und 2023 soll das Meeresmuseum für 40 Millionen Euro umfassend modernisiert werden. Stefan Sauer
Stralsund.

Das Meeresmuseum im historischen Katharinenkloster in Stralsund soll zwischen 2021 und 2023 umfassend modernisiert werden. Das 1951 gegründete Museum mit dem Schwerpunkt auf der Welt der warmen Meere soll dafür am 1. Januar 2021 geschlossen werden.

Die Wiedereröffnung ist für das Frühjahr 2023 geplant, wie eine Sprecherin mitteilte. Für die Baumaßnahmen sind 40 Millionen Euro kalkuliert, wovon Bund und Land jeweils die Hälfte übernehmen. Am Mittwoch will der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesinnenministerium, Volkmar Vogel, den Zuwendungsbescheid übergeben. Damit habe das Deutsche Meeresmuseum dann Planungssicherheit, sagte die Sprecherin. Die Hansestadt Stralsund beteilige sich mit der Zustiftung von Grundstücksflächen.

Drei neue Gebäudeteile

Nach dem 2018 entschiedenen europaweiten Architekturwettbewerb wird die Stuttgarter Reichel Schlaier Architekten GmbH das Ausstellungshaus um drei Gebäudeteile erweitern und erneuern. Neues Herzstück in einem neuen Haus soll ein Großaquarium für Korallenriffe mit einem Fassungsvermögen von einer Million Liter Wasser werden. Zum Vergleich: Das jetzige Becken für Meeresschildkröten fasst 350.000 Liter. Eine offene Treppe soll die Besucher vor einer geneigten Scheibe nach unten führen und das Becken von der Wasseroberfläche bis zum Grund erlebbar machen.

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Schildkröte und Walskelett bleiben

Die Ausstellungen sollen komplett überarbeitet werden. Sie umfassen die Bereiche Vielfalt der Meere, Entstehung des Lebens, den Umgang des Menschen mit den Meeren und die Fischerei, deren Darstellung bislang sehr DDR-orientiert sei. Das Meeresmuseum war zuletzt zwischen 1972 und 1974 saniert und erweitert worden. Auch würden mehr digitale Medien Einzug halten, doch setze man weiterhin auf die bewährten Originalexponate. Besonders beliebte Exponate wie die präparierte Lederschildkröte „Marlene”, die sich 1965 in die Ostsee verirrt hatte, und das Finnwalskelett seien auch nach der Modernisierung zu sehen.

Geplant ist außerdem ein neuer Eingangsbereich. Das neue Meeresmuseum soll vollständig barrierefrei sein. 2019 zählte das Haus fast 173.000 Besucher und war damit nach dem Ozeaneum der besucherstärkste der vier Standorte der Stiftung Deutsches Meeresmuseum in Stralsund. Derzeit ist das Haus wegen der Corona-Krise noch geschlossen. Es soll voraussichtlich mit Beginn der Sommerferien wieder öffnen.

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