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Als Dinopark besser geeignet

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Magazin "Vice" erklärt MV zum nutzlosesten Bundesland

Noch tummeln sich in Rostock Einheimische und Touristen, wenn hier aber erstmal die Dinos leben, werden die es hier schwerer haben - aber auch aufregender.
Noch tummeln sich in Rostock Einheimische und Touristen, wenn hier aber erstmal die Dinos leben, werden die es hier schwerer haben - aber auch aufregender.
NK-Collage

Mitten im Sommerloch bläst Kurt Beck ins Horn um die Bundesland-Fusion. „Vice” fackelte nicht lang und kürte die nutzlosesten Bundesländer. Ganz vorne: MV und Brandenburg.

Im Zuge der Länderfusions-Debatte hat sich das Lifestyle-Magazin „Vice” einen Spaß gemacht und die deutschen Bundesländer nach Nutzlosigkeit sortiert. Das Credo: Wer braucht schon 16 Stück davon? Jeweils mit eigenem Landesparlament, Ministerpräsident, Sprachdialekt und Wurstspezialität?

Am aller nutzlosesten ist laut „Vice” – wie könnte es anders sein – Mecklenburg-Vorpommern. Daher soll es ganz einfach evakuiert und in eine „Oase des Nichts” verwandelt werden.

Bald wieder Dinos in MV?

„Was hält uns davon ab, das Bundesland komplett zu räumen und in einen weitläufigen Wildpark zu verwandeln?”, wird mit einem Augenzwinkern gefragt. Im Idealfall schafft es die heimische Naturlandschaft dann auch wieder zurück in die Kreidezeit. Und: „Vielleicht ist die Wissenschaft irgendwann weit genug, um Dinosaurier-DNA zu klonen und da, wo früher mal Rostock war, ziehen majestätische Urzeitkreaturen durchs Land.”

Auch Brandenburg kommt in der kurzweilig frechen Rangliste nicht besonders gut weg und landet auf dem drittletzten Platz. „Wenn wir ehrlich sind, gibt es keinen logischen Grund für Brandenburg”.

Die Redaktionsgebäude von „Vice” liegen übrigens in Berlin. Kein Wunder also, dass hier Brandenburg als Metropolregion der Hauptstadt ausgerufen wird. „Wenn jemand nach Brandenburg zieht, dann oft, weil die Familie nicht mehr in eine der überteuerten Hauptstadtwohnungen passt oder sich das jobbedingte Burnout besser auskurieren lässt”, sagen die Autoren.

Berlin selbst ist dann aber natürlich eines der wenigen Bundesländer, die unbedingt erhalten bleiben müssen. Zwar kriege man hier nichts wirklich hin, darf aber auch tagsüber Alkohol trinken, ohne als Alkoholiker abgestempelt zu werden. „Berlin ist das letzte bisschen Offenheit und Laissez-faire, was sich Kruppstahldeutschland noch leistet”.

Die Sprache der Hobbits

Auch Bayern und Baden-Württemberg können als Bundesländer intakt bleiben. Im Falle von Bayern liegt das daran, dass einfach niemand mit den eigensinnigen Lederhosen-Trägern fusionieren möchte. Wer würde auch fortan all die deutschen Klischees produzieren, wenn es die bayerische Oktoberfest-Mentalität nicht mehr gebe. Und so wird Bayern zum sinnvollsten der nutzlosen Bundesländer erklärt.

Baden-Württemberg belegt Platz zwei. Das „Schwabenländle” darf selbstständig bleiben, weil man diesem Bundesland einfach nichts vorwerfen kann. „Die Leute sind fleißig und sauber, ohne deshalb die ganze Zeit manisch „Mia san mia!” zu schreien.” Auch hat der südwestliche Teil des Landes mit Abstand den schönsten Dialekt. Das Badische. „Wenn die Leute da unten den Mund aufmachen, dann weiß man: So müssen die Hobbits geklungen haben. So knuffelig!”.

Kommentare (2)

Die Landesregierung könnte sich bestimmt dafür begeistern. Es ist ja auch wichtiger, den Tourismus zu fördern als in Infrastruktur zu investieren (siehe horten von Bundesmitteln für den ÖPNV). Der "normale" Mecklenburger mit seinen Ansprüchen stört da nur.

Eine uninteressantere Kritik habe ich selten gelesen. Wenn Städter die Natur nutzlos finden, dann sollen sie doch schon mal den Gürtel enger schnallen. Vielleicht ist "Vice" das nutzloseste Magazin der Bundesrepublik?