ZU WENIG PLÄTZE

Linke fordert Wohnheim-Programm für Studenten

Nur etwa jeder zehnte Student in Rostock und Greifswald findet Platz in einem der Studentenwohnheime. Der Bedarf ist wesentlich höher. Deshalb sieht die Linke Handlungsbedarf.
dpa
Wer einen Platz in einem der Studentenwohnheime in Mecklenburg-Vorpommern ergattert, kann sich glücklich schätzen (S
Wer einen Platz in einem der Studentenwohnheime in Mecklenburg-Vorpommern ergattert, kann sich glücklich schätzen (Symbolbild). Armin Weigel
Greifswald.

Als Reaktion auf den Mangel an Wohnheimplätzen für Studenten in Mecklenburg-Vorpommern mahnt die oppositionelle Linksfraktion die Landesregierung zum Handeln.

In einem Antrag für die kommende Landtagssitzung wird die Schweriner SPD/CDU-Koalition aufgefordert, sich auf Bundesebene für ein separates Wohnheimprogramm einzusetzen. Der Bund solle im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung zweckbestimmt zusätzliche Mittel für die Schaffung studentischen Wohnraums bereitstellen, heißt es in dem Antrag. Alternativ könne es auch eine Grundfinanzierung der zuständigen Studierendenwerke geben.

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Kampf um preiswerte Wohnungen

„Studierende und andere Menschen mit geringen Einkommen konkurrieren auf dem ohnehin knappen Wohnungsmarkt um preiswerten Wohnraum. Es ist zu befürchten, dass sich die Lage weiter verschärft”, begründete die Linke-Abgeordnete Eva-Maria Kröger die Forderung.

Eine Mitfinanzierung studentischen Wohnraums aus der regulären Wohnraumförderung lehnte sie ab. „Würden nun auch noch Mittel für den Wohnheimbau aus dem Topf für den sozialen Wohnungsbau abgezwackt, wäre das sozialer Sprengstoff”, warnte Kröger.

Sie betonte: „Wir müssen verhindern, dass Arme und Studierende gegeneinander ausgespielt werden.” Selbst Familien mit mittleren Einkommen hätten es in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

3300 Anträge von Studenten abgelehnt

Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, mussten die Studierendenwerke in diesem Jahr landesweit Anträge von 3300 Studenten auf einen Wohnheimplatz ablehnen, weil keine mehr zur Verfügung standen.

In Greifswald fanden nur 8 Prozent der Studenten einen vergleichsweise preiswerten Platz im Wohnheim, in Rostock knapp 11 Prozent. Deutlich besser sieht es an den Hochschulstandorten Wismar (18 Prozent) und Neubrandenburg (20 Prozent) aus. Die Zahl der Studenten im Land beträgt knapp 32.000.

Insgesamt gibt es im Nordosten rund 3600 Plätze in Studentenwohnheimen. Die Miete liegt nach Angaben der Studierendenwerke zwischen 200 und 250 Euro je Zimmer und umfasst alle Kosten wie Möblierung, Strom und Internet. Auf dem freien Markt sind die Wohnkosten deutlich höher. Laut Kröger fehlen bundesweit mindestens 45.000 Wohnheimplätze.

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