AIRBEAT-ONE-FESTIVAL

Innenminister Caffier kritisiert ravende Polizisten

Ein Video zeigt tanzende Polizisten auf dem Gelände des Airbeat-One-Festivals bei Neustadt-Glewe. Daran gab es Kritik, auf die jetzt die Polizeigewerkschaft reagierte.
Hier feiern die Polizisten auf dem leeren Festivalgelände des „Airbeat One”.
Hier feiern die Polizisten auf dem leeren Festivalgelände des „Airbeat One”. Polizeiinspektion Ludwigslust
Statt zehntausenden Musik-Fans feierten Polizisten auf dem leeren Festivalgelände des „Airbeat One”.
Statt zehntausenden Musik-Fans feierten Polizisten auf dem leeren Festivalgelände des „Airbeat One”. Polizeiinspektion Ludwigslust
Neustadt-Glewe.

Zu viel Party-Polizei? Ein Video der Beamten aus dem Kreis Ludwigslust-Parchim hat für gespaltene Reaktionen gesorgt. Zehntausende Technofans sind traurig, dass das Musikfestival „Airbeat One” aufgrund der Corona-Beschränkungen in diesem Jahr ausfällt. Die Polizei Ludwigslust hatte ein Video über das Festival veröffentlicht. Im Video tanzen Polizisten vor ihren Einsatzwagen, die sie auf dem leeren Veranstaltungsgelände geparkt haben.

Innenminister gegen Party-Polizei

Für die Polizei Ludwigslust war das ein Schwelgen in Erinnerungen – für Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist es inakzeptabel. Denn nachdem in sozialen Medien andere Kritiker bereits infrage stellten, ob die Polizei nichts besseres zu tun hätte, legte nun der Innenminister laut einem NDR-Bericht nach. Polizeiarbeit sehe anders aus, das Video gehe zu weit und müsse intern aufgearbeitet werden, hieß es. Auch von der Polizei in Ludwigslust hieß es dem Bericht zufolge, dass man genauer prüfen müsse, ob solche Beiträge geeignet seien, polizeiliche Anliegen deutlich zu machen.

 

 

Zuvor gab es Kritik an dem Video. „Haben unsere Beamt*innen nix anderes zu tun?”, fragte etwa die Sozialdemokratin Lilly Blaudszun auf Twitter, die aus der Region stammt, in der das Festival stattfindet. Andere Nutzer wollten, dass der Polizei der Twitter-Account weggenommen werde. Und dann hieß es auch noch: „Diese Personen im Video dürfen Schusswaffen tragen & benutzen.”

Gewerkschaft findet Kritik unverständlich

Andererseits: Die Polizei erntete in sozialen Medien überwiegend positive Reaktionen mit vielen begeisterten Kommentaren. Und auch die Polizeigewerkschaft in Mecklenburg-Vorpommern (GdP) steht hinter dem Video. Das Vertrauen in die Polizei sei labil und man müsse sich täglich neu der kritischen Öffentlichkeit stellen. Es gebe aber auch unverständlicherweise Kritiker, die es nicht als Aufgabe der Polizei sehen, über eine kommerzielle Veranstaltung in dieser Form zu berichten, teilte die GdP jetzt mit.

Mehr lesen: Das Airbeat One wird 2020 im Autokino gefeiert.

Das „Airbeat One” sei jedes Jahr zwar eines der größten Einsätze, doch die Arbeit sei erfreulich und das Festival komme ohne größere Vorkommnisse aus”, so der GdP-Vorsitzende Christian Schumacher. „Wenn sich die Polizei Ludwigslust nun mit einem sehr kreativen Video für diese gemeinsame Zusammenarbeit bedankt und in freudiger Erwartung der nächsten Veranstaltung zeigt, kann ich nur aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei nur 'Danke' sagen”, so Schumacher.

"Die Kritik an dem Video ist völlig fehl am Platz – zeigt es doch die Polizei von einer sympathischen Seite! Auch angesichts der Debatten um überzogene Sicherheitskonzepte bei solchen Festivals im Vorjahr sollte Caffier hier nicht die Spaßbremse mimen!", kommentierte der Landtagsabgeordnete Peter Ritter (Die Linke) das Polizei-Video. Er bezog sich auf die langen Debatten über stark erhöhte Polizeipräsenz auf dem Fusion-Festival in Lärz.

 

 

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Kommentare (11)

Zum Glück gibt es Polizisten, die trotz aller Kritik an ihren menschlichen Wesenszügen noch Mensch bleiben und die sich nicht zu charakterlosen Drohnen der heimischen Selbstmitleidskultur machen lassen, für welche es selbstverständlich ist, dass der Rest der Bevölkerung im spaßlosen Frust ihrer eigenen Existenz gleichgeschaltet ist.

Moin,bei Ihrem Satzbau und Ausdruck,ist es schwer Ihnen zu volgen.J.G.

Ist doch alles verständlich?

Ich glaube, die Kritik richtet sich wohl eher dahingehend, dass die Polizei hofft, der Corona-Wahnsinn wird spätestens 2021 beendet sein und mache falsche Hoffnungen.

Nichts gegen lockere oder lustige Polizisten, aber hier macht sich die Landespolizei geradezu zum Affen.- Caffier und sein Ministerium (insbesondere Inspekteur Kapischke) wurden wieder einmal auf dem "linken Fuß" erwischt. Die Herren wissen offenbar nicht mehr, was sich an der polizeilichen Basis so tut. Diesmal ist es wenigstens kein Skandal, aber der Vorfall dürfte symptomatisch für das Verhältnis von Caffier und seinem Ministerium zur polizeilichen Praxis sein. Es ist traurig, wie die Landespolizei seit 2011 heruntergewirtschaftet wurde. Das mag im vorliegenden Fall noch einigermaßen spaßig oder komisch sein, aber wie verhält es sich mit etwaigen rechtsradikalen oder rassistischen Tendenzen in der Polizei. Einmal mehr drängt sich der Eindruck auf, dass Caffier die Polizei nicht mehr im Griff hat.

... man könnte ja auch die Ausgelassenheit so interpretieren, dass man untauglich versucht seine Fehler in der Vergangenheit zu kompensieren. Absolut richtig ist, das Caffier weder seine Polizei noch sein Ministerium im Griff hat, offenbar ist Kapischke der heimliche Strippenzieher im Innenministerium, denn die "Sachen" die Kapischke bereits geleistet hatte, würde reichen um den zweimal aus dieser Position zu entfernen. Völlig überreif ist er bereits, wie auch der Polizeipräsident Neubrandenburgs.. Wenn Caffier nicht Speichellecker von Kapischkes "Gnaden" wäre, hätte er Hoffmann-Ritterbusch und Kapischke bereits in die "Wüste" geschickt. Als Begründung für das "Im-Amt-halten" beider untragbarer Beamten, ist immer wieder, das man keine "geeigneten" Bewerber hätte, als Inspekteur der Polizei, wenn man das überhaupt haben muß wäre, Siegfried Stang der beste Bewerber bzw. Kandidat, in Neubrandenburg Antje Finnern als Polizeipräsidentin die allerbeste Wahl. Skandale?? Laut Kapischke gab es ja keine, nach seiner völlig Weltfremden Ansichten zu Skandalen muß man sich fragen, ab wann bzw. ab welchem Missstand man bei der Polizei erst von einem Skandal reden kann? Nicht nur seit 2011 wurde die Polizei demoralisiert, heruntergwirtschaftet, sondern angefangen bei der Regierung Gomolka Anfang der 90er Jahre, da demotivierte man mit allen Mitteln die Polizei und liess sie über 2011 zu einem mehr oder weniger Staatlichen (Privaten) Sicherheitsdienst verkommen, die Arbeitsweise einige Polizisten vor allem der Ungehormsam und das Auftreten der Polizeipolitisch Verantwortlichen lässt leider diesen Quervergleich zu den Sicherheitsdiensten zu, müssen sich auf Polizeirevieren schon Polizisten durch private Sicherheistdienste "bewachen" lassen.. Das man rechtslastigen und rassistischen Tendenzen keinen Glauben schenkt, ist ja das beste Beispiel Innenminister Seehofer der für die Bundespolizei eine Untersuchung verhindern will. Sicher wird Schein-Innenminister Caffier - ähhh nee Innenminister Kapischke wieder seine Weltfremde Ansichten nutzen um wieder von "Skandalen" abzulenken und wieder den Medien seine irrationalen Vorstellungen und Traumwelten preisgeben, gepaart mit dem populistischen Gehetze der GdP (Christian Schuhmacher) und der DPolG, die sich offenbar in Sachen Rechtslastigkeiten und Rassistischen Tendenzen seltsamer Weise sehr zurückhalten, während sie Hasstiraden gegen Linke und Kritiker schwingen, wenn eine Nacht wie in Stuttgart eskaliert, sicher sind Gewaltexzesse gegen die Polizei niemals zu rechtfertigen - Kritik ja, auf jeden Fall, aber Gewalt um Ansichten durzusetzen, gehen gar nicht.

Herr Stang,ich stimme ihnen im ersten Satz zu. Sollten sich die Daten, 8.03Uhr am 08.07.2020, bestätigen stellt sich doch die Frage,warum 4 Einsatzwagen vor Ort waren,die noch Zeit hatten,dieses Video aufzunehmen.Gibt es keine anderen Aufgaben?Für eine gute Zusammenarbeit mit den Veranstaltern, wie es sich im Artikel las, müsste man sich direkt nach der Veranstaltung bedanken. 1 Jahr später, nach Absage des Ganzen, ist es in meinen Augen eine Verhöhnung. Das Hr .Caffier zu lange im Amt ist, steht auf einem anderen Blatt,aber ich stimme Ihnen zu. MfG Loddo

und nicht nur dressierte gefühllose Monster oder die Prügelknaben der Nation welche alle Kritik an ihnen kommentarlos zu schlucken haben - respektiert das und lasst ihnen die Freude - denn ihre Arbeit ist hart und gefährlich genug

Anscheinend geht Herr Caffier zum Lachen in den Keller, damit es keiner sieht. Seine Kritik an der Polizei ist nicht nachvollziehbar. Es gibt nun mal Einsätze für die Polizist*innen die Spaß machen. Und wenn sie enttäuscht sind, dass solch ein netter Einsatz bei einer Verantstaltung ausfällt ist es doch nachvollziehbar. Die Mehrheit macht lieber Dienst bei dem Festival als bei Demos einen braunen Mop, der seine menschenverachtende Idiologie verbreitet, zu beschützen. Was ist daran falsch Herr Caffier?

aber es gibt ein besonderes Treueverhältnis und Neutralistätsgebot der Polizei. Wenn die Polizei ihre "Menschliche Art" gerne zeigen wollen, sollten einige bereits auf der Strasse anfangen oder die Führung der Polizei anstatt mit Anzeigeüberschüttung gegen Presse, Bürger und Vereinen zu reagieren, mal anfangen Kritik an sich zuzulassen. Denn das die Polizei keinerlei Kritik ertragen kann, ist doch nichts neues. Vielleicht sollten sich einige Polizisten die eine Uniform anhaben, oder einen Dienstausweis haben, nicht als "Übermenschen" - Halbgötter aufführen, sondern mal auch den Mensch zeigen. Soll nicht heissen, das man alles und jeden Fehler durchgehen lassen soll, aber wenn man nicht dem Bürger stets die Macht demonstriert und Fehler im polizeilichen Handeln, auch mal Konsequenzen nachziehen würden, würde das Verhältnis der Bürgers zur Polizei sicher wieder "besser" werden.

Öffentlichkeitsarbeit für die Veranstaltung, MV und auch irgendwie die Polizei.