Frist fast abgelaufen

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Ex-Minister Krause hat Haus noch nicht bezahlt

Günther Krause hat bisher noch nichts überwiesen.
Günther Krause hat bisher noch nichts überwiesen.
Bernd Wüstneck

Der Streit um das Haus, in dem Ex-Bundesverkehrsminister Krause wohnt, ist noch nicht zu Ende. Ab 28. März droht die Räumung.

Der Familie von Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause droht im Rechtsstreit um ein Wohnhaus in Fincken (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) weiter die Räumung. Eine Woche vor Ablauf der Zahlungsfrist sei noch nichts überwiesen worden, sagte der Hamburger Anwalt Arne Trimpop am Mittwoch.

Krauses Anwalt Peter-Michael Diestel zeigte sich dagegen zuversichtlich, dass das Geld noch fließt. Krause habe „entsprechende Vorankündigungen” gemacht. Der frühere CDU-Politiker habe Forderungen an Dritte, die Außenstände bei ihm hätten. „Wenn er das Geld nicht zu dem Zeitpunkt kriegt, wird er natürlich das Haus räumen”, sagte Diestel.

Anwalt Trimpop sagte jedoch, er rechne nicht mehr mit dem Geld, denn weder Krause noch Diestel hätten sich bisher bei ihm gemeldet. Krause war im April 2017 in das modern ausgestattete Bauernhaus im Fickener Ortsteil Knüppeldamm gezogen. Den Preis von 459.000 Euro hat Krauses Frau, die als Käuferin aufgetreten war, laut Gericht aber nie bezahlt. Die Verkäufer klagten.

Am Landgericht Neubrandenburg wurde ein Vergleich geschlossen, dem Krauses Anwälte zustimmten. Demnach muss bis zum Ablauf des 27. März der Preis bezahlt werden. Geschieht das nicht, soll Krause das Haus bis Anfang April räumen.

Betrugsverdacht und Insolvenzverschleppung weiterhin ungeklärt

In der Vergangenheit hatte die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg das Wohnhaus auch schon durchsuchen lassen. Es ging um Betrugsverdacht. Die Sichtung der beschlagnahmten Unterlagen dauere noch an, hieß es am Mittwoch. Krause muss sich zudem am 27. März einem anderen Prozess am Amtsgericht Potsdam stellen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen Insolvenzverschleppung, Bankrott und Vorenthalten von Arbeitsentgelt vor.

Dabei geht es um seine Unternehmensberatung, die im Frühjahr 2016 in Insolvenz gegangen war. Nach seinen Angaben war ihm damals wegen des Russland-Embargos ein Großauftrag weggebrochen, was zu Verbindlichkeiten der Firma von 820.000 Euro führte. Diese sah Krause aber über eine Immobilie und ein Aktienpaket gedeckt.

Krause hatte als Verhandlungsführer der DDR nach der Wende den Einheitsvertrag mit ausgehandelt und auch unterschrieben. Nach seinem Rücktritt als Bundesverkehrsminister im Jahr 1993 wegen mehrerer Affären hatte er sich aus der Politik zurückgezogen.