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Angriff auf Verbindungsstudent

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CDU will Zuschüsse für "Ikuwo" prüfen

Die Bürgerschaft will prüfen, mit welchen öffentlichen Mitteln direkt oder indirekt das interkulturelle Zentrum gefördert wird.
Die Bürgerschaft will prüfen, mit welchen öffentlichen Mitteln direkt oder indirekt das interkulturelle Zentrum gefördert wird.
Jens Kalaene

Das Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Greifswald bezieht klar Stellung gegen die Vorgänge am „Ikuwo”. Die Bürgerschaft soll die Finanzzuschüsse prüfen.

Die Aktion einer Gruppe Linker gegen die Polizei vor dem Greifswalder Veranstaltungszentrum „Internationales Kultur- und Wohnprojekt” (kurz: „Ikuwo”) hat möglicherweise finanzielle Konsequenzen für die Betreiber. Sascha Ott, CDU-Abgeordneter in der Greifswalder Bürgerschaft, kündigte an, dass die Bürgerschaft detailliert prüfen werde, mit welchen öffentlichen Mitteln direkt oder indirekt das interkulturelle Zentrum gefördert wird.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Greifswald teilte am Dienstag mit, „wir distanzieren uns von diesem Vorfall und sind bereit, die Aufklärung der Vorkommnisse zu unterstützen”. Man bedauerte, dass „unser Festival 'contre le racisme' durch einen Vorfall in der Nacht zu Sonntag gestört wurde. Der AStA betonte, dass er sich für eine gewaltfreie, offene und tolerante Gesellschaft einsetze und sich gegen jegliche politisch, religiös oder anderweitig motivierte Gewalt ausspreche. Eine Sprecherin des AStA betonte, dass die Studierendenschaft der Uni Greifswald die Veranstaltung „in keinster Weise finanziell gefördert” habe.

In der Nacht zu Sonntag hatte eine aggressive Gruppe Linker in der Greifswalder Goethestraße der Polizei auf der Suche nach drei Räubern den Weg versperrt. Die Beamten waren angerückt, nachdem ein Mitglied einer Studentenverbindung aus einer Gruppe von bis zu 50 Personen heraus angegangen worden war. Drei Personen aus der Menge bedrängten und beleidigten den 25-Jährigen. Einer der Täter schlug das Opfer und entriss ihm ein sogenanntes Verbindungsband, mit dem das Trio ins „Ikuwo” flüchte.

AfD fordert Schließung des „Ikuwo”

Als die Polizei anrückte, bildeten etwa 15 Personen eine Kette und verweigerten den sechs Beamten den Zugang, wie es in der Pressemitteilung der Polizei hieß. Als die Ordnungshüter auch noch von hinten bedrängt wurden, entschlossen sie sich zum Rückzug, um die Lage zu „deeskalieren”. Der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ermittelt. Der angegriffene 25-Jährige gehört einer katholischen Studentenverbindung an.

In der Nacht zu Sonntag stieg im „Ikuwo” die Aftershow-Party nach dem Abschlusskonzert des Festivals „contre le racisme” (dt: gegen den Rassismus), das vom 1. bis 9. Juni mit Poetryslam, Vorträgen, Film, Open Air und Party lief. Auch die Veranstalter des Festivals distanzierten sich von dem Vorfall am „Ikuwo”, das vor zehn Jahren unter anderem mit EU-Geldern teilsaniert wurde.

Ott nannte es „ein Unding und nicht hinnehmbar, dass diese Leute sich über das Gesetz stellen und sich in ebenfalls öffentlich geförderten Orten ihre eigenen rechtsfreien Räume schaffen.” Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag, Nikolaus Kramer, forderte als Konsequenz eine Schließung des Veranstaltungszentrums. Eine Kapitulation des Rechtsstaates vor dem linksradikalen Mob dürfe „nicht toleriert” werden, sagte er.

Korrektur: Alle Aussagen im zweiten Absatz stammen vom AStA Greifswald. In einer früheren Version dieses Artikels wurden sie teilweise dem Studierendenparlament der Uni Greifswald zugeschrieben. (14. Juni, 01 Uhr)