PROJEKT IN MV

Bundeswehr lädt zum Fitness-Kurs

Vor einem Jahr starb ein Soldat bei einer Marschübung. Die Ursache lag auch an seinem Fitnesszustand. Die Bundeswehr reagiert jetzt mit einem neuen Ausbildungsprojekt in MV.
Bei der neuen Ausbildung sollen Rekruten zunächst körperlich in Form gebracht werden.
Bei der neuen Ausbildung sollen Rekruten zunächst körperlich in Form gebracht werden. Jens Büttner
Hagenow.

In Mecklenburg-Vorpommern finden derzeit die Vorbereitungen für eines der wichtigsten strukturellen Projekte der Bundeswehr statt: die Umstrukturierung der Grundausbildung des Heeres. Das in Hagenow stationierte Panzergrenadierbataillon 401 testet momentan die zu Beginn des Jahres entworfenen Reformen, die insbesondere auf eine verbesserte körperliche Verfassung der Rekruten abzielen.

Die Bundeswehr müsse „akzeptieren, dass die Soldaten mit einem ganz unterschiedlichen Trainingszustand zu uns kommen“, sagte Generalleutnant Jörg Vollmer am Mittwoch in Hagenow, wo er sich über den bisherigen Fortschritt des Pilotprojektes informierte. „Wir möchten, dass alle, die zu uns passen, auch bei uns bleiben.“

Als Inspekteur des Heeres ist Vollmer für die personelle Einsatzbereitschaft, und damit auch die Ausbildung, der Teilstreitkraft Heer verantwortlich. Die neue Grundausbildung wird in Hagenow seit dem 1. Juni 2018 getestet. 46 Rekruten absolvieren momentan das dreimonatige Training, anschließend folgt eine Auswertung.

Körperliches Training steht im neuen Modell im Fokus

Bei positiven Ergebnissen ist eine Umsetzung für das gesamte Heer für Mitte 2019 geplant. In der Grundausbildung werden die Grundlagen militärischen Handelns vermittelt. Dazu gehören unter anderem die Schießausbildung, die Aneignung der formalen Umgangsformen, das Erlernen theoretischer Grundkenntnisse und die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Nach dem neuen Modell sollen die Rekruten in der ersten Hälfte des Trainings vor allem körperlich vorangebracht werden. Erst danach beginnt die eigentliche Ausbildung. Das neue Trainingskonzept enthält laut Bundeswehr mehr Sportanteile und berücksichtigt weitere Faktoren wie Motivation und Ernährung.

Der Grund für die Erneuerung der Grundausbildung dürfte die Zunahme von Bewerbern sein, die körperlich nicht den Anforderungen des Dienstes in der Truppe genügen. Obwohl sich die Bundeswehr nicht offiziell zu einem Zusammenhang äußert, spielen wohl verschiedene Vorfälle unter anderem in Munster und Pfullendorf eine Rolle.

Mehrere Soldaten in der Vergangenheit zusammengebrochen

Im niedersächsischen Munster waren im Juli 2017 vier Soldaten bei einer Marschübung zusammengebrochen. Ein Offiziersanwärter starb Tage später in einem Krankenhaus an den Folgen eines Hitzeschlags, wie ein rechtsmedizinisches Gutachten urteilte.

In der Kaserne im baden-württembergischen Pfullendorf, wo der körperlich stark geforderte Nachwuchs der Fallschirmjäger und des Kommandos Spezialkräfte ausgebildet wird, gab es einen ähnlichen Vorfall, bei dem mindestens sieben Rekruten bei einem Marsch zusammenbrachen, einer von ihnen wurde bewusstlos.

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