Berufung

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Awo und Ex-Geschäftsführer streiten um 400.000 Euro

In der zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen Ex-Awo-Geschäftsführer Peter Olijnyk und der Awo gibt es eine Fortsetzung.
In der zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen Ex-Awo-Geschäftsführer Peter Olijnyk und der Awo gibt es eine Fortsetzung.
Andreas Becker

15 Monate nachdem Ex-Awo-Geschäftsführer Peter Olijnyk zivilrechtlich zu einer Rückzahlung von knapp 400.000 Euro verurteilt worden ist, kommt es zur Berufungsverhandlung.

Peter-Michael Diestel war richtig sauer. „Das Landgericht hat in einem kurzen Verfahren ohne Beweisaufnahme eine Entscheidung getroffen, die von uns mit einer Berufung umgehend angegriffen wird”, ging der Rechtsanwalt von Ex-Awo-Geschäftsführer Peter Olijnyk unmittelbar nach dem am 12. Oktober 2017 getroffenen Urteil des Landgerichtes Neubrandenburg in die Offensive. Streitpunkt vor Gericht im Herbst vergangenen Jahres war, ob der im Jahr 2012 Vertrag Olijnyks mit dem Awo-Kreisverband rechtskräftig geschlossen worden war.

Laut Richterin Gabriele Memmel habe es keinen Beschluss des Kreisvorstandes gegeben, mit dem der Vertrag hätte legitimiert beziehungsweise genehmigt werden können. Vor diesem Hintergrund hatte das Gericht der Widerklage der Awo Müritz entsprochen, wonach Olijnyk zu viel gezahlte Gehälter aus den vergangenen Jahren zurückzahlen muss.

Nun kann weiter gestritten werden – zwischen Peter Olijnyk und seinem langjährigen Arbeitgeber. Wie das Oberlandesgericht in Rostock am Donnerstag dem Nordkurier bestätigte, ist der Antrag der Olijnyk-Seite auf Berufung positiv beschieden worden. Am 30. Januar 2019 wird ab 14 Uhr erneut verhandelt. Die Berufungsinstanz werde seine Kanzlei nutzen, „um vor allem das ideelle Lebenswerk unseres Mandanten zu schützen und wiederherzustellen”, hatte Diesel im Anschluss an die erste Verhandlungsrunde mitgeteilt.

Machenschaften in Sozialverbänden sollen weiter aufgeklärt werden

Doch nicht nur in der zivilrechtlichen Auseinandersetzung zwischen Olijnyk und Awo gibt es eine Fortsetzung, auch der im Zuge der Awo-Affäre eingesetzte Parlamentarische Untersuchungsausschuss (PUA) versucht sich weiter an der Aufklärung der Machenschaften innerhalb der Sozialverbände. Allerdings ändert der PUA seine Taktik, die ursprünglich für kommenden Montag vorgesehene Vernehmung ehemaliger Liga-Chefs wurde abgesagt.

In der Liga sind die sechs Spitzenverbände der Wohlfahrt zu einem Dachverband zusammengeschlossen. Allerdings hatten sich die Vernehmungen von Martin Schriba umnd Jan-Hendrik Hartlöhner vor wenigen Tagen als eher wenig aussagekräftig erwiesen. Jetzt sollen stattdessen alle Geschäftsführer der Landesverbände von Awo, DRK und Co. in den Zeugenstand.

Im Vorfeld dieser Vernehmungen äußerte die Linksfraktion den Verdacht, ob hinsichtlich der Nachweise für Mittelverwendungen Unterlagen bewusst zurückgehalten würden – und somit dem Ausschuss bisher noch nicht zur Verfügung stehen würden.