Iberdrola

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Offshore-Windpark "Wikinger" geht vor Rügen in Betrieb 

Offshore-Windkraftanlagen im Ostsee-Windpark "Wikinger" vor der Insel Rügen
Offshore-Windkraftanlagen im Ostsee-Windpark „Wikinger” vor der Insel Rügen
Stefan Sauer

In der Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wird immer mehr grüner Strom erzeugt. Der Windpark „Wikinger” des spanischen Energieriesen Iberdrola geht vor der Insel Rügen in Betrieb.

Der spanische Energiekonzern Iberdrola nimmt am Montag seinen Offshore-Windpark „Wikinger” in der Ostsee vor der Insel Rügen offiziell in Betrieb. Mit einer Leistung von 350 Megawatt ist „Wikinger” der bislang größte Windpark in der deutschen Ostsee und der erste Iberdrola-Windpark in deutschen Gewässern.

Er kann Strom für rund 350.000 Haushalte liefern. Iberdrola investierte eigenen Angaben zufolge rund 1,4 Milliarden Euro in den Bau. „Wir haben den Windpark termingerecht und im Rahmen des Budgets gebaut und wertvolle Erfahrungen gesammelt”, sagte Konzernchef Ignacio Galàn.

Windpark-Projekt „Baltic Eagle”

Er kündigte den Bau eines weiteren Parks in der deutschen Ostsee an. Das Windpark-Projekt „Baltic Eagle”, für das die Bundesnetzagentur im April den Zuschlag erteilt hatte, befinde sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium des Genehmigungsverfahrens, sagte Galán. „Wir sehen keine Risiken.”

Die Erfahrungen aus dem Wikinger-Bau würden nun für die Offshore-Projekte „Wikinger Süd” – eine Erweiterung des Wikinger-Parks um 10 Megawatt – und „Baltic Eagle” genutzt. „Baltic Eagle” mit einer Leistung von 476 Megawatt soll ebenfalls vor Rügen entstehen. Baugrunduntersuchungen wurden bereits begonnen.

Strom kommt in Lubmin an Land

Die Bauarbeiten für „Wikinger” begannen im Frühjahr 2016. Teilweise wurden die Fundamente für die 70 Anlagen bis zu 40 Meter tief im Boden der Ostsee verankert. Die Rotoren der 5-Megawatt-Turbinen haben einen Durchmesser von 135 Metern – und damit in etwa die doppelte Höhe der Berliner Siegessäule.

Der Strom wird über die etwa 90 Kilometer lange Stromtrasse „Ostwind 1” des Netzbetreibers 50Hertz nach Lubmin abgeführt, wo er ins deutsche Leitungsnetz eingespeist wird. In Sassnitz entstand das Betriebsgebäude, von dem aus der Windpark in den nächsten Jahren gesteuert werden soll.

In der deutschen Ostsee wird immer mehr grüner Strom erzeugt. Seit 2011 und 2015 sind mit „Baltic 1” (48,3 Megawatt – vor dem Darß) und „Baltic 2” (288 Megawatt – nordwestlich von Rügen) zwei kommerzielle Windparks des Karlsruher Energiekonzerns EnBW am Netz. Die Energieriesen Eon und Equinor (früher Statoil) errichten derzeit in unmittelbarer Nähe des Wikinger-Feldes den Windpark „Arkona” mit einer Leistung von 385 Megawatt.

Etwa 100 Arbeitsplätze geschaffen

Nach Einschätzung von Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) bietet die Offshore-Windenergie erhebliche beschäftigungs- und industriepolitische Chancen für Mecklenburg-Vorpommern. Projekte wie „Wikinger” steigerten die Bedeutung der Ostsee als Offshore-Standort und wirkten sich positiv auf die Auftragslage der Branche aus.

Neben den Anlagenherstellern profitierten auch die maritime Industrie, Zulieferer, Dienstleister und Häfen – vor allem Sassnitz. Dort haben Iberdrola wie auch Eon ihre Betriebsgebäude errichtet und schaffen jeweils rund 50 Dauerarbeitsplätze.