Instrumentenserie
Tuba – ein schweres Instrument in doppelter Hinsicht

Benjamin Irmer mit seiner Tuba.
Benjamin Irmer mit seiner Tuba.
Sandra Specht

Benjamin Irmer aus Burg Stargard hat mit 13 Jahren angefangen, Tuba zu spielen. Klavier und Geige kann das Mitglied der Neubrandenburger Philharmonie ebenfalls. Hier erzählt er, wie er zur Musik kam.

„Moment, ich muss erst mal meine Tuba warm machen“, sagt Benjamin Irmer. Der Berufsmusiker ist festes Orchestermitglied der Neubrandenburger Philharmonie. Zum Aufwärmen hat er ein paar Töne angespielt. Das Instrument selbst war eiskalt von den niedrigen Temperaturen. Auch eine Tuba „friert“ im Winter und kann nicht gleich gespielt werden. Wenn ihr im Winter von der Schule oder dem Spielen nach Hause kommt, und es sehr kalt draußen ist, dann müsst ihr euch auch erst mal aufwärmen. Vielleicht trinkt ihr dann eine Tasse heißen Kakao oder zieht eure Lieblings-Kuschelsocken an. Mit der aufgewärmten Tuba zeigte Herr Irmer, was er musikalisch drauf hat. „Das Lied, was ich heute spiele, ist nicht das erste Lied, was ich gelernt habe – aber wirklich jeder kennt es.

Es hat etwas mit dem abendlichen Kinder-Fernsehprogramm zu tun. Meistens sieht und hört man es, bevor man schlafen geht: Das Sandmännchen. Ein Video gibt es am Ende dieses Artikels. Eines seiner ersten Stücke, die Herr Irmer gelernt hat, war die Studentenhymne „Gaudeamus igitur“. Das ist Latein und bedeutet auf deutsch: „Nun lasst uns also fröhlich sein!“. Zu Beginn seiner musikalischen Laufbahn lernte er auch eine Arie von Händel. Das ist ein klassisches Musikstück, welches solistisch vorgetragen wird. Händel war ein deutsch-britischer Komponist und hat von 1685 bis 1759 gelebt.

Ob Händels Eltern damals wollten, dass er ein Instrument lernt? Benjamin Irmers Eltern haben ihn weder gezwungen noch genötigt, ein Instrument zu lernen. Sein Vater hat vor vielen Jahren eine Jagdbläsergruppe trainiert. Das hat den Sohn ein wenig inspiriert. Er wollte schon als kleiner Junge „auch mit-hupen“, erzählt er. Doch bevor es dazu kam, erhielt er bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr in einer Musikschule Geigen-Unterricht. Zum Jahresende gab die Musikschule mit ehemaligen Musikschülern ein Konzert. Studenten von der Hochschule musizierten hier gemeinsam – unter ihnen war auch ein Tubist.

Wer Tuba spielt, muss sie auch tragen können

„Der Sound hat mich total berührt und die tiefen Töne haben mich begeistert“. Herr Irmer hat einen lustigen Vergleich dazu: „Es gibt Menschen die unbedingt ein rotes, oder schwarzes Auto haben möchten – ich wollte eine Tuba haben und spielen lernen.“ In der Tat, es ist ein schweres Musikinstrument – in zweierlei Hinsicht. Er schmunzelt. „Wenn man vom Gewicht ausgeht, hat es meine Tochter beispielsweise leichter.“ Sie spielt Querflöte, und so eine Flöte wiegt nicht so viel. Eine Tuba bringt ungefähr acht Kilo auf die Waage.

„Kinder bekommen bestimmt einen Ton aus der Tuba heraus. Aber ab einem bestimmten Niveau bedarf es dann doch etwas Übung. Dann ist es auch nicht mehr so leicht“, sagt er. Scheint so, als hätte er sein musikalisches Talent an seine Tochter weitergegeben.

Irmer fand es total toll, in einem Blasorchester zu spielen. In einem Quintett, welches aus fünf Personen besteht, wirkte er ebenfalls mit. Anfangs erhielt Benjamin Irmer Einzelunterricht. „Klavier kann ich ebenfalls“, sagt er. „Es gehört als Pflichtfach zur musikalischen Ausbildung dazu. Alle Orchester-Musiker müssen das beherrschen“.

Beim nächsten Konzert gibt es „Star Wars”, „Herr der Ringe” und „James Bond”

Von der Theorie bis zu den praktischen Übungen war alles dabei. Die Ausbildung ging bis zu seinem Abitur. „Das ist schon ein paar Jahre her“, schmunzelt er. Doch in den letzten Jahren scheinen sich einige Dinge geändert zu haben: Nicht jeder kann sich erlauben, ein teures Musikinstrument zu spielen. Schwierig wird es , wenn Familien nicht so viel Geld haben. „Ich weiß nicht, ob das drin ist. Es ist ein großer finanzieller Aufwand. Intensiver, als Mitglied im Schwimmverein zu sein“, erzählt Irmer. Eine Tuba gibt es ab 5000 Euro. Eine „gute Tuba“ soll es ab 7000 Euro geben.

Bis es soweit ist, könnt ihr euch das nächste Philharmonische Konzert mit Benjamin Irmer an der Tuba, am 10. Januar um 10 Uhr in der Neubrandenburger Konzertkirche anschauen. Es werden berühmte Kino-Hits aus „Star Wars“, „James Bond 007“ oder „Herr der Ringe“ unter der Leitung von Sebastian Tewinkel gespielt.

In unserer Instrumenten-Serie stellen wir einmal im Monat auf der Kinderseite des Nordkurier ein Instrument vor. Hier geht es zu den bisherigen Artikeln.