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Nordkurier Sinfoniker

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Tetzlaff trifft Mozart in Neubrandenburg

Kika-Moderator Juri Tetzlaff wird wieder bei den Nordkurier-Sinfonikern in der Konzertkirche von Neubrandenburg moderieren (Archivbild).
Kika-Moderator Juri Tetzlaff wird wieder bei den Nordkurier-Sinfonikern in der Konzertkirche von Neubrandenburg moderieren (Archivbild).
Nicole Weihmann

Wenn die Nordkurier-Sinfoniker aufspielen, wird Kika-Moderator Juri Tetzlaff auf der Bühne der Konzertkirche in Neubrandenburg stehen, um Kindern und Erwachsenen spannende Geschichten zu erzählen.

Was passiert eigentlich, wenn der Mann im Baumhaus, Juri Tetzlaff, zusammen mit seinen kleinen Töchtern das Sandmännchen schaut? Tetzlaff lacht. Das sei eine der häufigsten Fragen von Journalisten. Sie liegt aber auf der Hand.

Der Moderator bringt mit dem Sandmännchen, das aus dem Baumhaus des Kika-Senders ausgestrahlt wird, rund eine Million Kinder ins Bett. Da dürften Tetzlaffs kleine Töchter – zwei und sieben Jahre alt – doch verdutzt schauen, wenn sie den Papa doppelt sehen: nebenan auf dem Sofa und zugleich im Fernsehen.

Wenn Papa im Fernsehen ist

Nein, solch komische Situationen habe er noch nicht erlebt, sagt Tetzlaff. Die Kleine halte er ohnehin noch fern vom TV-Gerät. Für die Siebenjährige gehöre das Sandmännchen aber seit Längerem zum Pflichtprogramm. Das erste Mal habe ihn seine Tochter allerdings verwundert angeschaut und gemeint: „Ach, der Papa schon wieder!“

Wenn der 46-Jährige über seine beiden Töchter spricht, ist zu spüren, dass er ein Familienmensch ist. Sicher auch, weil die gemeinsame Zeit in Karlsruhe knapp bemessen ist. Denn die Arbeit für den Kinderkanal macht nur einen Teil seines Berufslebens aus. Als Moderator ist er viele Tage im Jahr unterwegs, steht Woche für Woche auf einer anderen Bühne.

Sinfoniker in der Konzertkirche von Neubrandenburg

So auch am 18. Oktober in der Neubrandenburger Konzertkirche, wo er mit den Nordkurier-Sinfonikern ein Familienkonzert am Nachmittag sowie ein Abendkonzert bestreiten wird. Tetzlaff gehört mittlerweile schon zum Inventar der 2015 durch den Nordkurier aus der Taufe gehobenen Klassikveranstaltung. Sie findet in diesem Jahr das vierte Mal statt. Tetzlaff war von Anfang an mit von der Partie.

Wenn es passt, sitzt bei seinen Live-Auftritten auch die Familie im Publikum, gerade weil Tetzlaff oft am Wochenende unterwegs ist. In Neubrandenburg hat es bislang allerdings nicht geklappt, dafür ist die Stadt zu weit entfernt von zu Hause.

Trotzdem kommt Tetzlaff immer wieder gerne in die Viertorestadt. „Das ist ein wahnsinnig tolles Orchester, jung und begeistert.“ Gerade die noch völlig unverbrauchte „Spielfreude“ der Nachwuchsmusiker begeistere ihn. Hinzu kommt der „wunderbare Veranstaltungsort“, die Konzertkirche. „Moderne Architektur trifft hier auf klassische Bauweise.“

Familienkonzerte in Neubrandenburg

Schließlich das Publikum. Es gehe immer sehr familiär zu in Neubrandenburg. „Da fühle ich mich richtig wohl.“ Speziell zu den Familienkonzerten, wenn Mädchen und Jungen, Mamas und Papas, Omas und Opas zuhören, springt der Funke zwischen den Künstlern und dem Publikum schnell über.

Verantwortlich dafür ist neben dem Orchester und den Tänzern des SC Neubrandenburg insbesondere Tetzlaff. Wenn er in den Saal ruft: „Jetzt alle aufstehen und links und rechts drehen!“, dann machen auch alle mit, ohne sich vom Moderator „vergewaltigt“ zu fühlen. Tetzlaffs Freundlichkeit kann man sich schwer entziehen.

Es ist zu spüren, dass er mit der Vermittlung klassischer Musik eine Mission verbindet. Was nicht von ungefähr kommt. Sein Vater ist Cellist, seine Mutter Sängerin. Juri Tetzlaff ist mit klassischer Musik aufgewachsen. Er weiß, wie wichtig die Klänge von Bach, Beethoven & Co. für die kulturelle Entwicklung der Menschheit sind.

Tetzlaff tritt dabei nicht als Musiklehrer mit erhobenem pädagogischem Zeigefinger auf. Seine Moderationen machen Spaß und sind spannend, wie er nicht zuletzt im vergangenen Jahr mit dem „Karneval der Tiere“ bewies.

Der Freddie Mercury des 18. Jahrhunderts

Dieses Jahr steht unter anderem Mozarts „Zauberflöte“ auf dem Programm. Das musikalische Wunderkind ist gerade einmal 35 Jahre alt geworden. Trotzdem hat der Komponist ein unvergleichliches Werk und spektakuläre Geschichten aus seinem wilden Leben hinterlassen. „Er war der Freddie Mercury des 18. Jahrhunderts“, sagt Lutz Schumacher, Nordkurier-Chefredakteur, Klassikfan und Initiator der Nordkurier-Sinfoniker, in Anlehnung an den verstorbenen Queen-Sänger.

Eine Wertung, der Tetzlaff nicht widerspricht. „Mozart war ein Superstar, der in seiner Zeit allerdings wenig anerkannt war.“ Während seiner Italienreisen sei ihm beispielsweise die „kalte Schulter“ gezeigt worden. Allein um seinen Tod ranken sich etliche Spekulationen, die ausreichend Stoff für eine spannende Moderation böten.

Tetzlaff, der 15 verschiedene Mozart-Programme draufhat, will sich aber auf die „Zauberflöte“ konzentrieren, die die Nordkurier-Sinfoniker unter der Leitung von Andreas Schulz mit drei Solisten interpretieren werden.

Diese Version ist auch für Tetzlaff eine Premiere. Die Handlung der Oper sei eine der „wildesten Geschichten überhaupt“, mit sehr vielen Wendungen. Allein der Plot verspreche Wunderbares: Ein junger Prinz namens Tamino wird von der Königin der Nacht ausgesandt, ihre Tochter Pamina zu retten. Man darf gespannt sein – auf Musik und Moderator.