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Das geht unter die Haut

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Tattoos und ihre Geschichte

Denise Beilke aus Neubrandenburg hat sich auf dem Rücken einen Satz in andere Kunstwerke einarbeiten lassen: Der lateinische Schriftzug „Amicitia vincit horas“ heißt übersetzt „Freundschaft überdauert die Zeit“.
Denise Beilke aus Neubrandenburg hat sich auf dem Rücken einen Satz in andere Kunstwerke einarbeiten lassen: Der lateinische Schriftzug „Amicitia vincit horas“ heißt übersetzt „Freundschaft überdauert die Zeit“.
Sandra Specht

Tätowierungen sind angesagter denn je. Einige Sonnenanbeter aus dem Nordosten haben uns ihre Tattoo-Geschichten erzählt. Die sind sehr emotional.

Dicht an dicht liegen Familien und junge Leute am Neubrandenburger Strandbad Broda. Kinder rennen ins Wasser, tollen herum, genießen ihre Ferien. Beim Näherkommen, beim Betrachten der nackten Haut vor allem der jugendlichen Badegäste sind Zeichnungen und Körperbemalungen in verschiedenen Größen, Farben und Formen erkennbar – Tattoos.

Ein „P“ und ein „E“, beide Buchstaben in Sterne gefasst, das ist Kristina Witkowskis Erinnerung an ihre Eltern. Die 31-jährige Verkäuferin aus Warbende trägt die geliebten Menschen so im Prinzip immer bei sich. Dass ihnen ihre Freundschaft unter die Haut geht, beweisen Denise Beilke und Julia Rohde. Die beiden 24-Jährigen haben sich den Satz „Freundschaft überdauert die Zeit“ auf Lateinisch tätowieren lassen.

Christian Pioch indes, Monteur aus Neubrandenburg, war von George Clooneys Tattoo im Film „From Dusk Till Dawn“ so begeistert, dass er es sich für immer auf den rechten Oberarm bannte. Viele andere Motive lassen sich dort am Strand noch bewundern. Die Geschichten dahinter kann man indes nur erahnen.

Tattoos werden immer farbenfroher

Die Körperkunst werde immer heller, farbenfroher und filigraner, sagen Enrico Pioch, Christian Gehrt und Danilo Drews vom „Northern Star“ Tattoo Studio in Neubrandenburg. Vor einigen Jahren noch waren die Tattoos eher grob und sehr dunkel. Doch welches Motiv ist aktuell angesagt? Die Experten wissen es: „Zur Zeit sind Mandalas sehr beliebt.“

Die Motive sollten aber zum Träger passen, meinen die drei Neubrandenburger. Und die Geschmäcker sind dabei sehr individuell. Es müsse ja auch nicht jedem gefallen. Wichtig ist, dass es demjenigen gefällt, der es unter seiner Haut trägt.

Tätowierungen auch bei Teenagern beliebt

Auch viele Teenager, die noch nicht volljährig sind, lieben die bunte Körperbemalung. Damit sich Heranwachsende nicht in „irgendeinem Hinterhof“ heimlich ein Tattoo stechen lassen, willigen viele Eltern ein, mit ins Studio zu kommen. Das müsse auf jeden Fall sein, sagen Pioch, Gehrt und Drews. „In den Studios werden außerdem die Hygienevorschriften eingehalten und man hat ein ordentliches Ergebnis.“

Ab und zu stechen die Männer auch skurrile Motive, zum Beispiel eine Jeanstasche mit einem Reißverschluss auf eine Pobacke.