INSTRUMENTEN-SERIE

Solo-Posaunist setzte alles auf eine Karte

An der Philharmonie in Neubrandenburg ist Just Erben Solo-Posaunist. Angefangen hat seine Laufbahn allerdings nicht mit klassischer Musik.
Sandra Specht Sandra Specht
Just Erben ist Solo-Posaunist der Neubrandenburger Philharmonie.
Just Erben ist Solo-Posaunist der Neubrandenburger Philharmonie. Sandra Specht
Neubrandenburg.

Just Erben ist Solo-Posaunist der Neubrandenburger Philharmonie. „Mein Vater war Konzertmeister in der Staatsoper Berlin und meine Mutter war Musik-Dramaturgin. Zuhause haben meine Eltern, meine beiden Schwestern und ich oft Musik gemacht”, sagt er über seine Kindheit. Alle drei Kinder können auch Klavier spielen. „Wäre ich nicht so an die Musik herangeführt worden, hätte ich vielleicht einen anderen Beruf gewählt”, sagt der Musiker.

Der inzwischen 58-Jährige hätte es sich früher auch vorstellen können, Pilot zu werden. „Dafür hätte ich aber Offizier werden müssen, das ging für mich überhaupt nicht.” Mit 18 Jahren hat er alles auf eine Karte gesetzt und die Musik zu seinem Beruf gemacht.

Liebe zur Posaune dank Musiklehrer

„Die Aufnahme an der Hochschule zu schaffen, ist kein Zuckerschlecken. Dafür muss man schon regelmäßig üben und für seinen Traum kämpfen”, so der Posaunist, der neben dem Klavier auch die Trompete beherrscht. Bei Just Erben hat die Aufnahmeprüfung sofort geklappt.

Der Berliner hat in Weimar studiert, wo er auch in einer Jazzband mitgespielt hat. Die Liebe zur Posaune hat er seinem Musiklehrer zu verdanken, den er mit 18 Jahren in einem Berliner Jazzclub kennenlernte. Dieser war Posaunist im Berliner Sinfonieorchester. Just Erben durfte an der Hochschule vorspielen und wurde angenommen.

Schnupperstunden bei Musikschule empfohlen

Der Posaunist gibt sein Wissen gerne weiter und weiht Musikschüler in die Geheimnisse der Posaune und des Tenorhorns ein. „Ich hatte einen Schüler, der in Neustrelitz angefangen, in Düsseldorf studiert und jetzt in Neubrandenburg eine Stelle bekommen hat. Er wollte schon immer Berufsmusiker werden und hat es tatsächlich geschafft”, erzählt der Posaunist.

Wer gerne Posaune, Tenorhorn oder andere Instrumente lernen möchte, meldet sich am Besten bei einer Musikschule an. Hier kann man erst mal ein paar „Schnupperstunden” nehmen. Für diejenigen, die weitermachen wollen, beginnt nun das harte Leben eines Blechbläsers mit vielen Fragen: Wie atme ich richtig? Wie funktioniert das Mundstück des Instrumentes? Wie bekomme ich einen Ton heraus?

Schüler sollen gerne zum Musikunterricht kommen

„Mit sechs, sieben Jahren kann man anfangen, Posaune zu lernen”, empfiehlt der Experte. „Für mich ist es sehr wichtig, dass die Schüler Spaß und Freude haben, wenn sie Musik machen”, sagt Just Erben. Sein Ziel ist es, dass die Schüler gerne zum Musikunterricht kommen. „Sicherlich hängt auch Arbeit daran und es ist nicht immer Spaß, aber das gehört eben auch dazu.”

Trompete, Klavier, Tuba, Gitarre, Geige, Kontrabass und Horn sind nur ein paar Instrumente, die man an der Kreismusikschule lernen kann. „Das Leben ist facettenreicher, als man denkt. Irgendwann merkt man, dass es noch andere Dinge gibt, außer zu arbeiten”, ist Posaunist Just Erben überzeugt. Die Musik ist sein Beruf, Tennis sein Hobby.

In unserer Instrumenten-Serie stellen wir einmal im Monat auf der Kinderseite des Nordkurier ein Instrument vor. Hier geht es zu den bisherigen Artikeln.

 

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