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730 Kilometer in 24 Stunden

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Rostocker Herzchirurg fährt Weltrekord auf dem "Fixie"

24 Stunden, 730 Kilometer durch den Nordosten: Mit dieser Leistung holte Christian Klopsch den Rekord.
24 Stunden, 730 Kilometer durch den Nordosten: Mit dieser Leistung holte Christian Klopsch den Rekord.
PSV Rostock/Christian Klopsch

Christian Klopsch setzte sich auf sein Rad und fährt in 24 Stunden mehr als 700 Kilometer. Damit ist der gebürtige Neubrandenburger nun Weltrekordler.

Der Rostocker Christian Klopsch hat einen neuen Weltrekord auf dem Fahrrad aufgestellt. In 24 Stunden ist er 730,3 Kilometer gefahren. Dafür radelte er mehrmals eine Küstenrunde von Rostock über den Darß nach Stralsund. Das besondere am Rekord: Der 35-jährige war auf einem sogenannten „Fixie” unterwegs. So bezeichnet man ein Fahrrad ohne Gangschaltung und Freilauf. „Eigentlich ein Bahnrad mit Bremse”, sagt der Rekordfahrer. Und wie war die erste Reaktion? „Ich war erleichtert und erschöpft.”

Christian Klopsch, von Beruf Herzchirurg an der Uniklinik Rostock, fährt nebenher Rad für den PSV Rostock. Bei seiner Weltrekordfahrt erreichte er einen Schnitt von 33,2 Stundenkilometer. Die Rekordfahrt wurde mit dem Satelittensystem von „Garmin” dokumentiert, erklärt ein Verantwortlicher vom PSV. Abgesehen von zwei Stunden Pause ist er die vollen 24 Stunden durchgefahren.” Fast 15.000 Kalorien hat er dabei verbrannt.

Rekordfahrt von Christian Klopsch

In den Pausen wird massiert

In den Pausen musste dann vor allem „massiert werden”, vermeldet ein Sprecher des PSV. Christian Klopsch ist nicht alleine gefahren. Er wurde von befreundeten Rennfahrern begleitet. „Ohne sie wäre das alles niemals möglich gewesen“, unterstreicht der frischgebackene Weltrekordler.

Ein Gang und keinen Freilauf. Dafür sehr wartungsarm. Eben etwas für „Fixie”-Fanatiker: „Ob Rücken- oder Gegenwind, ob bergauf oder bergab, man fährt immer mit der gleichen Übersetzung”, erklärt Uli Kiele, der Chef der PSV-Radsportabteilung: „Es gibt auch keinen Freilauf, man kann also während der Fahrt nicht einfach mal so rollen lassen, ohne zu treten.”

Mit seiner Ausdauerfahrt distanzierte Klopsch den bisherigen Rekordhalter Joe Lawhorn (USA) um gut 60 Kilometer. Jetzt kann er sich auch wieder seinen Patienten widmen. „Am Montag geht es zurück in die Chirugie”, meint Christian Klopsch am Telefon. Für den Rekordversuch hatte er sich eine Woche Urlaub genommen. Auch um möglichen „Wetterkapriolen” ausweichen zu können. Die eigentliche Rekordfahrt verlief dann aber reibungslos.

Der Streckenverlauf und die Leistungsdaten von Christian Klopsch.

Und nach dem Rekord? „Ich hab dann erst einmal 1 1/2 Stunden gebadet”. Die Anstrengung sitzt aber immer noch tief. „Inzwischen kann ich aber wieder einigermaßen laufen.” Jetzt will sich Christian vor allem auf die Familie konzentrieren. „Mitte April wurde mein Sohn geboren.” Also noch ein Grund zur Freude für den Weltrekordler.