Unsere Themenseiten

Instrumentenlehre

:

Mehr als nur eine Klarinette (Video)

Katharina Meier, Carolin Renner und Matthias Spiegel (von links) mit ihren verschiedenen Klarinetten: Es-, B- und Bass-Klarinette.
Katharina Meier, Carolin Renner und Matthias Spiegel (von links) mit ihren verschiedenen Klarinetten: Es-, B- und Bass-Klarinette.
Frank Wilhelm

Katharina Meier, Carolin Renner und Matthias Spiegel spielen in der Philharmonie Neubrandenburg Klarinette. Sie erklären im Interview, warum sie ihr Instrument lieben.

Wie sind Sie zur Klarinette gekommen?

Katharina Meier: Ich habe als Kind Blockflöte und Akkordeon gespielt. Ich wollte aber noch ein Orchesterinstrument lernen. Ich probierte einige Blasinstrumente aus. Die Klarinette war das einzige Instrument, aus dem ich einen Ton herausbekam.

Carolin Renner: Meine große Schwester hat Tenorhorn gespielt. Das war mir zu groß. Ich wollte ein Instrument spielen, das man zusammenklappen kann, sodass es ganz klein wird. So kam ich auf die Klarinette.

Matthias Spiegel: Ich bin den klassischen Weg gegangen – erst Blockflöte und dann Klarinette.

 

Was reizt Sie an der Klarinette?

Carolin Renner: Sie hat unter den Holzblasinstrumenten den größten Tonumfang. Er reicht über mehr als drei Oktaven.

Matthias Spiegel: Die Klarinette ist eines der jüngeren Orchesterinstrumente. In Werken von Johann Sebastian Bach beispielsweise ist sie noch nicht zu finden.

Katharina Meier: Reizvoll ist auch, dass man nicht auf den Weg der klassischen Musik festgelegt ist. Ein Klarinettist kann auch in einer Jazz-Band spielen.

Matthias Spiegel: Die Klarinette ist das einzige Holzblasinstrument, das in vielen Stücken das Glissando spielen kann. Bei den Blechbläsern kann das die Posaune am besten.

 

Was ist denn ein Glissando?

Matthias Spiegel: Das ist eine gleitende Veränderung der Tonhöhe. Deutlich wird es am besten, wenn man sich die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin anhört.

 

Ab wann können Kinder mit der Klarinette anfangen?

Carolin Renner: Da gibt es eigentlich keine Altersgrenze nach unten. Wichtig ist, die zweiten Schneidezähne sollten sich schon ausgebildet haben und die Hände müssen groß genug sein, um mit den Fingern die Tonlöcher
abzudecken.

 

Wobei die vielen Hebel und Knöpfe schon kompliziert aussehen?

Katharina Meier: Das nennt man Klappen. Aber das ist auch gar nicht so kompliziert. Es ist das ähnliche Prinzip wie bei der Blockflöte und allen anderen Holzblasinstrumenten auch.

 

Wie lange muss denn ein Kind üben, ehe es die erste Melodie spielen kann?

Carolin Renner: Das dauert gar nicht so lange. Nach drei, vier Übungstagen sollte es mit einfachen Melodien schon klappen.