EHM WELK

„Heiden von Kummerow“ kehren nach Angermünde zurück

Ehm Welk blieb während der Nazi-Diktatur in Deutschland und gilt als Vertreter der inneren Emigration. An seinem Geburtsort wird der Schriftsteller nun auf besondere Art und Weise geehrt.
Als Modell: Krischan als Figur in Angermünde.
Als Modell: Krischan als Figur in Angermünde. Rathaus
Angermünde.

Am kommenden Donnerstag ziehen „Die Heiden von Kummerow“ in Angermünde ein. Zumindest zwei von ihnen werden als lebensgroße Bronze-Skulpturen vor dem Haus „Uckermark“ am Historischen Marktplatz der Stadt offiziell eingeweiht: Der Kuhhirte Krischan sowie der Bauernjunge Martin Grambauer. Sein Hund Flock ergänzt die Figurengruppe, die an die bekanntesten Romane von Ehm Welk (1884-1966) erinnert.

Der Angermünder Bürgermeister Frederik Bewer, der Künstler Werner Bruning und Unterstützer werden die Skulpturengruppe „Die Heiden von Kummerow“ der Öffentlichkeit übergeben. Zugleich wird das geschichtsträchtige Haus „Uckermark“ nach aufwendigen Restaurierungs- und Baumaßnahmen in den nächsten Wochen durch das Museum Angermünde und die Tourismusinformation bezogen.

Volontariat bei der Stettiner Abendpost

Ehm Welk wurde 1884 in dem kleinen Dorf Biesenbrow als Sohn eines Bauern geboren. Heute ist der Flecken ein Ortsteil von Angermünde. Bis zu seinem 16. Lebensjahr wohnte Welk in dem Uckermark-Dorf, um 1900 nach Stettin zu gehen. Die kaufmännische Ausbildung missfiel ihm aber. Er wollte lieber schreiben und absolvierte zunächst ein Volontariat bei der Stettiner Abendpost.

Seine bekanntesten Romane „Die Heiden von Kummerow“ und „Die Gerechten von Kummerow“ entstanden 1937 und 1943. Welk blieb während der Nazi-Diktatur in Deutschland und gilt als Vertreter der inneren Emigration. 1945 lebte er für ein Jahr in Ueckermünde, ging dann aber nach Schwerin, wo er zum Direktor der Volkshochschule berufen wurde. Der Schriftsteller starb in Bad Doberan. Die Kummerow-Romane sind nicht zuletzt durch ihre Verfilmungen bekanntgeworden.

Skulpturen kosteten 43.000 Euro

Für die künstlerische Gestaltung der Skulpturengruppe in hochwertigem Bronzeguss sowie die Gestaltung des Standortes wurden Gesamtkosten von etwa 43.000 Euro investiert. Die Finanzierung erfolgte aus Spenden-, Förder- und Haushaltsmitteln der Stadt Angermünde, teilte das Rathaus mit. In Angermünde tragen bereits eine Schule sowie das Museum den Namen von Ehm Welk.

Der Literaturhistoriker und Pfarrer Matthias Friske geht davon aus, dass die Kummerow-Romane in der Landschaft von Welks Kindheit und Jugend angesiedelt sind. „In Biesenbrow, Günterberg, Greiffenberg und Angermünde findet man die Schauplätze von Ehm Welks Romanen“, heißt es zu Friskes Buch „Kummerow im Bruch hinterm Berge“ (2010).

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