NEOWISE

Ein Komet flog übers Schweriner Schloss

Wenn es wolkenlos und dunkel genug ist, beobachten Sternenfans dieser Tage einen Kometen. Ein Kameramann in Schwerin hat ihn fotografiert und eine Überraschung erlebt.
dpa
Dieses Foto des Kometen ist dem Kameramann Mathias Schulze in Schwerin nachts um 3.25 Uhr gelungen.
Dieses Foto des Kometen ist dem Kameramann Mathias Schulze in Schwerin nachts um 3.25 Uhr gelungen. Mathias Schulze
Schwerin.

Ein dunkler Himmel und viele Tausend Sterne – dieser Anblick verzaubert die meisten Menschen. In diesem Monat schauen manche noch öfter in den Nachthimmel als sonst. In Blickrichtung Norden ist dort ein besonderes Schauspiel zu beobachten: Noch bis zum Ende des Monats können wir von der Erde aus einen Kometen sehen. Er kommt nur alle paar Tausend Jahre in Sichtweite.

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Sternenforscher haben dem Kometen den Namen Neowise gegeben – nach der Raumsonde Neowise, die ihn entdeckt hat. Das ist noch gar nicht lange her: Am 27. März wurde der Komet entdeckt. Das Besondere an ihm: Anders als viele andere Kometen ist er mit bloßem Auge zu sehen, wenn es dunkel und wolkenlos ist. Klar, dass viele Menschen in aller Welt davon begeistert sind.

Sternenhimmelfanaus Schwerin

So auch Mathias Schulze aus Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. „Ich war schon immer ein Sternenhimmelfan“, sagt er. Seit einigen Wochen informiert er sich regelmäßig über die Flugbahn von Neowise. „Er hat noch einen zweiten Namen: C/2020 F3“, sagt er. Mathias Schulze arbeitet als Kameramann und dreht Reportagen fürs Fernsehen. Den Kometen wollte er natürlich unbedingt fotografieren.

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Doch dafür brauchte er viel Geduld. „Denn es muss dunkel genug sein und am Himmel dürfen keine dicken Wolken die Sicht behindern“, erklärt er. Vor Kurzem hatte er Glück. Tagsüber war zwar ziemlich viel Regen gefallen, doch am Abend verschwanden die Wolken. „Also bin ich um23 Uhr losgezogen und habe mir einen schönen Platz gesucht.“ Er entschied sich für einen Aussichtspunkt, von dem aus das berühmte Schweriner Schloss gut zu sehen ist. Dann hieß es warten – auf den perfekten Moment. Über mehrere Stunden hat Mathias Schulze Fotos gemacht, mehr als 100.

Knifflige Aufgabe am Computer

Gegen 4 Uhr war er wieder zu Hause und hat an seinem Computer die besten Aufnahmen ausgewählt. Das Knifflige daran: Das erleuchtete Schloss sollte genau so gut zu sehen sein wie der Komet. „Weil das mit der Belichtung schwierig ist, habe ich aus drei Fotos ein Bild gemacht“, erklärt der Fachmann. So etwas heißt Belichtungsreihe. „Auf dem Foto ist zu sehen, dass am Himmel neben dem Kometen auch noch besondere Wolken unterwegs waren“, sagt Mathias Schulze. Sie sehen aus wie Silberschleier und heißen „leuchtende Nachtwolken“.

Einige seiner Bilder hat er bei Twitter gepostet. „Gegen 5 Uhr bin ich eingeschlafen.“ Als er wieder aufwachte, wartete eine Überraschung auf ihn. Seine Fotos wurden Tausende Male geteilt und beklatscht. „Da war ich wirklich von den Socken.“ In kurzer Zeit wurden bei Twitter mehr als110 000 Aufrufe gezählt. Viele Menschen schrieben ihm, manche wollten Foto-Tipps haben. Der Komet Neowise hat Mathias Schulze dann also noch den ganzen nächsten Tag beschäftigt.

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