9. OKTOBER 1989

Als die Angst in Leipzig die Seite wechselte

Was am 9. Oktober 1989 in Leipzig geschah, wollte die DDR-Führung geheim halten. Doch am Tag danach gingen Fernsehbilder der Montagsdemonstranten um die Welt. Das ist auch einem Mann aus Neubrandenburg zu verdanken: Aram Radomski.
Marlis Tautz Marlis Tautz
Die legendäre Montagsdemonstration am 9. Oktober musste noch heimlich aus einem Versteck fotografiert werden, eine Woche
Die legendäre Montagsdemonstration am 9. Oktober musste noch heimlich aus einem Versteck fotografiert werden, eine Woche später ging es auch von einer Fußgängerbrücke aus. Aram Radomski
Gefilmt aus einem Versteck: 70.000 Menschen bei der Montagsdemonstration in Leipzig am 9. Oktober 1989.
Gefilmt aus einem Versteck: 70.000 Menschen bei der Montagsdemonstration in Leipzig am 9. Oktober 1989. Aram Radomski
Aram Radomski portraitierte die Wendezeit in der DDR.
Aram Radomski portraitierte die Wendezeit in der DDR. Aram Radomski
Jugendliche in Ost-Berlin
Jugendliche in Ost-Berlin Aram Radomski
Demonstration in Berlin
Demonstration in Berlin Aram Radomski
Zur Maueröffnung am Checkpoint Charlie
Zur Maueröffnung am Checkpoint Charlie Aram Radomski
Selfie am Spiegel, bevor es Instagram gab: Aram Radomski, Ende der 1980er-Jahre
Selfie am Spiegel, bevor es Instagram gab: Aram Radomski, Ende der 1980er-Jahre Aram Radomski
Leipzig.

Montag, 9. Oktober 1989. Volkspolizei, Volksarmee, Kampfgruppen und die unzähligen Herren Müller von der Staatssicherheit stehen in Habachtstellung. Mannschaftswagen, Schützenpanzer, Wasserwerfer – wer sieht, was ab Mittag in Leipzig aufgefahren wird, bekommt es mit der Angst zu tun. In der Nikolaikirche, wo seit Anfang der 1980er-Jahre Friedensgebete abgehalten werden, finden sich seit Monaten immer mehr Menschen ein. Am 4. September sind sie zum ersten Mal durch die Stadt zur Thomaskirche gezogen. Von Woche zu Woche werden es mehr.

Was wird passieren am 9. Oktober? Am Montag zuvor hatte es Verletzte gegeben. Was diesmal geschieht, soll um jeden Preis unter der Decke bleiben. Die DDR-Führung will die Berichterstattung verhindern. Die Staatsmedien hat sie unter Kontrolle, Westjournalisten wurde Leipzig-Verbot erteilt, die Informationshoheit scheint gesichert.

Auf dem Turm der Reformierten Kirche Leipzig hocken an jenem Tag zwei Männer. Noch bevor die Kirche um 16  Uhr geöffnet wurde, sind sie hinaufgestiegen. Sie halten sich verborgen und warten. „In der Taubenscheiße“, sagt Aram Radomski und lacht. „Schön war es nicht. Kalt war’s. Wir wussten nicht, was kommen würde.“ Der Mann, 1963 in Neubrandenburg geboren, lebt damals in Berlin, im Prenzlauer Berg.

Aram Radomski ist Fotograf und mit seinem Freund Siegbert Schefke nach Leipzig gekommen. Sie haben eine aus dem Westen eingeschmuggelte Videokamera dabei, die sie vom Kirchturm auf die Straße richten. Hier sollen am Abend die Demonstranten vorbeikommen. Die Staatssicherheit hat die beiden seit Längerem auf dem Schirm, sie werden als Oppositionelle geführt. „Ich habe mich als die freie Presse verstanden, die es damals nicht gab“, sagt Aram Radomski. „Ich habe die Endphase von etwas fotografiert. Manchmal stört es mich, wenn ich deswegen zu einem Symbol gemacht werde. Das bin ich nicht.“

Aus Versehen heißt es, ein Adolf sei geboren

Auf die Welt kommt er im Februar 1963, kurz vor der Hochzeit seiner Eltern. Aram soll er heißen, nach Aram Chatschaturjan, dem sowjetischen Komponisten, der in der DDR zum Schulstoff gehört. „Säbeltanz“, sagt Aram Radomski und lässt den imaginären Säbel kreisen. „Der Familienlegende nach kannte das Standesamt in Neubrandenburg den Namen nicht. Meine Mutter ist mit einer Amiga-Schallplatte hingegangen. Dann ging es.“ Als sie ihren Geschwistern am Rande Berlins die frohe Kunde telegrafiert, dringt durch einen Übermittlungsfehler zunächst die Nachricht durch, ein Adolf sei geboren. Augenrollen. Und Erleichterung, als sich der Irrtum aufklärt.

Nach der Heirat seiner Eltern wird aus Aram Radomski Aram Neumann. Er wächst mit zwei Geschwistern in Groß Nemerow auf. „Im Neubau, gerade eben hoch genug, um Westfernsehen zu empfangen“, sagt er. „In der Etage unter uns hatten sie schon keins mehr.“ In seiner Familie prallen die Antipoden der DDR aufeinander – Kommunisten, Künstler, Kritiker des Systems. Seine Großmutter ist die Schriftstellerin Margarete Neumann, Vertreterin des sozialistischen Realismus und Mitglied der SED. Seine Tante ist Bildhauerin. Sein Vater, Gert Neumann, geht nach Leipzig, um ebenfalls Schriftsteller zu werden, und erhält im Handumdrehen Veröffentlichungsverbot.

Die Gemengelage formt einen aufmüpfigen Jungen, der in der Schule aneckt. In Klasse   9 werfen sie ihn raus, statt Abitur macht er eine Lehre zum Agrotechniker, „was ich nie wollte“. Er ist gerade 15, als die Staatssicherheit versucht, ihn für Spitzeleien gegen seinen Vater zu gewinnen. Ohne Erfolg. „Bei mir hatte sich schon eine leicht ambivalente Haltung zur DDR manifestiert“, sagt er. Er zählt zum Dunstkreis des damaligen Puppentheaters in Neubrandenburg, Künstler und Paradiesvögel, die im Zuge der Kampagne „Kultur aufs Land“ in der aufstrebenden Bezirksstadt gelandet waren.

Hausbesetzer sollen ins Kinderzimmer zurück

„Weil es damals völlig aussichtslos war, in Neubrandenburg eine Wohnung zu bekommen, haben wir ein altes Haus besetzt“, sagt er. „Wir, also die Neubrandenburger Blues- und Szenemenschen, die wir dachten, die wir sind.“ Die betagten Häuser in der Kleinen Krauthöferstraße gehören nach der Wende zu den ersten, die verschwanden. Heute steht dort der Stadtringtreff neben dem Rathaus. „Nach ein paar Wochen hat morgens die Polizei geklingelt. ,Ihr glaubt wohl, dass ihr hier irgendwo im wilden Westen seid‘, haben die gesagt und uns vor die Tür gesetzt.“ Hausbesetzer zurück ins Kinderzimmer.

Lust darauf hat Aram Neumann natürlich nicht. „Ein Kumpel hat vorgeschlagen, nach Plauen zu ziehen, was ja so etwas wie Zonenrandgebiet war, in der Nähe der Grenze. Dort sollte es freie Wohnungen geben. Die Alteingesessenen zogen in die Platte und ließen die alten Häuser zurück.“ Er überlegt nicht lange. „Neubrandenburg war mir sowieso zu eng, zu rot, zu viel Staatssicherheit. Sozialismus Hochkant.“ Plauens bröckelnde Altbauten werden zum Sammelbecken einer DDR-Jugend, die sich nicht anpassen will. Viele stellen Ausreiseanträge. „Rund 200 Leute waren wir, wir hatten sogar einen eigenen Klub.“

Aram Neumann arbeitet als Heizer in der Ökonomischen Hochschule und trifft eine Studentin aus der Mongolei. „Eine richtige VIP-Studentin. Der Vater Schriftsteller, die Mutter Opernsängerin. Sie hatte in Dresden Kybernetik studiert und sollte in Plauen Ökonomie dranhängen. Was ich nicht wusste: Sie war zu Hause schon verheiratet, mit einem Ringer. Das war eine total exotische Frau. Ich war ...“, sagt er und zögert, „ich war durcheinander.“ Sie werden ein Paar.

Neumann wird Fall für die Stasi

Erst vor kurzem hat er anhand seiner Stasi-Akte die Geschichte rekonstruiert. „Eines Tages kam sie völlig aufgelöst nach Hause. Der Hochschuldirektor hatte ihr gesagt, dass sie mich verlassen muss.“ Die Eltern in der Mongolei fordern es. Aram Radomski stellt klar, dass eine Trennung nicht infrage kommt. „Der Direktor sagte mir daraufhin: ,Wenn Sie das nicht machen, machen das andere.‘“ – und übergibt den Fall an die Stasi.

Aram Radomski ist auf einer Faschingsparty. „Da kamen zwei so Recken – in Neubrandenburg würden wir sagen; Kanuten – und haben mich links und rechts untergehakt und rausgeschleppt.“ Sie schlagen ihn zusammen. Doch die Polizei bringt den Schwerverletzten nicht etwa ins Krankenhaus, sondern aufs Revier. „Die haben mir die Hände mit Knebelketten gefesselt und mich splitternackt in eine Zelle geworfen. Ich war 19 und hatte Todesangst. In einem solchen Moment wirst du sehr schnell sehr erwachsen.“

Das Kreisgericht will ihn für elf Monate wegsperren – wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und öffentlicher Herabwürdigung, bewährte Paragrafen zur politischen Disziplinierung. „Meine Kumpels haben Geld gesammelt und eine Anwältin für die Berufung bezahlt.“ Letztlich muss er ein halbes Jahr ins Gefängnis nach Zeithain, wo die Häftlinge, durchweg junge Männer, Zwangsarbeit für die Deutsche Reichsbahn leisten müssen. Als er entlassen wird, ist seine Freundin weg. Für immer. Es ist sein Schlussstrich unter die DDR: „So etwas lass ich mir nicht mehr gefallen.“

Neuer Personalausweis und ein alter Name

Für kurze Zeit geht Aram Neumann zum Vater nach Leipzig. Als er den Personalausweis verliert und einen neuen beantragen muss, legt er die Geburtsurkunde vor, die er von seiner Mutter bekommen hat. Darin steht sein Geburtsname. Aus Aram Neumann wird wieder Aram Radomski. Er freut sich: „Der Name klang doch viel besser, und außerdem kam unliebsame Post der Behörde nicht mehr an, zumindest eine Zeit lang.“ 1984 zieht er nach Berlin. Ein Freund aus dem Westen hatte ihm zwei Dutzend Schallplatten geschickt. Er verkauft sie für runde 100  Ostmark pro Stück. „So hatte ich meinen Grundstock.“

Aram Radomski mäandert durch die Künstlerszene der Hauptstadt, wo Freigeister, Bürgerrechtler, Kirchenleute unterwegs sind. Er bekommt einen Arbeitsvertrag im Kulturbetrieb, als Assistent und Techniker bei einem Puppenspieler. Gastspiele führen ihn durch die Republik. Er beginnt, mit dem Fotoapparat ihren Zustand zu dokumentieren. Seine Schwarz-weiß-Aufnahmen zeigen vor allem eines, die Kluft zur offiziellen Lobhudelei im Land.

In der Umwelt-Bibliothek der Zionskirche, einem Zentrum der Umwelt- und Friedensbewegung, lernt Aram Radomski mit Siegbert Schefke einen Gleichgesinnten kennen. Sie wollen das ungeschminkte Gesicht des real existierenden Sozialismus zeigen. Durch den Kontakt zu Roland Jahn, der 1983 als Dissident aus der DDR ausgebürgert worden war und beim SFB in Westberlin für die Sendung „Kontraste“ arbeitet, gelangten die Männer an Videotechnik aus dem Westen. Damit drehen Aram Radomski und Siegbert Schefke eindrückliche Bilder, unter anderem für eine Reportage über den erbärmlichen Zustand der Altstädte bei „Kontraste“. Während Staatschef Erich Honecker davon schwadroniert, Leipzig zur Olympiastadt zu machen, fallen in Connewitz und Leutzsch die Häuser zusammen. „Die Bilder liefen im Westfernsehen, aber sie waren für die Menschen in der DDR bestimmt.“

In der ersten Oktoberwoche verschärft sich die Lage

Am 2. Oktober 1989 fahren die Männer zur Montagsdemo nach Leipzig. Das Filmen gelingt nicht, sie kommen ohne Bilder zurück. „Für Siggi und mich war klar, dass wir eine Woche später wieder hin müssen.“ Es wird eine Woche, in der sich die Lage zuspitzt. „Am 4. oder 5. Oktober hatten ,Neues Deutschland‘ und ,Junge Welt‘ zum ersten Mal etwas über die Ereignisse in Leipzig gebracht. Es hieß, rund 500 alkoholisierteRowdys hätten dort am Montag randaliert.“

Am 7. Oktober ist Aram Radomski mit seinem Fotoapparat von früh bis spät auf den Beinen. „Morgens bin ich mit der Pappe nach Schwante gefahren, wo die SPD gegründet werden sollte.“ Später fotografiert er die Parade zum 40. Jahrestag der DDR, den Fackelzug der Freien Deutschen Jugend, die Gorbi-Gorbi-Chöre am Palast der Republik.

Am 9. Oktober starten sie früh nach Leipzig. Erprobte Tricks helfen, die Genossen der Staatssicherheit abzuschütteln. Bei Siegbert Schefke zu Hause täuschen Zeitschalter seine Anwesenheit vor. Er verlässt das Haus übers Dach. Danach wechseln sie auch noch das Auto. Angst spürt Aram Radomski nicht: „Ich war irgendwie wie in einem Rausch. Adrenalin.“

Auf der Autobahn überholen sie einen Militärkonvoi. An der Stadteinfahrt in Leipzig stehen Uniformierte mit Ferngläsern, in der Innenstadt bewaffnete Truppen, Polizei, Hundestaffeln, „mindestens 20, 30 Schäferhunde“, schwere Einsatztechnik. „Wir mussten einen Ort suchen, von dem wir eine gute Sicht haben.“ Sie treffen einen Bekannten, Ulrich Schwarz, den DDR-Korrespondenten des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Als einziger Vertreter der Westmedien hat er es trotz der Auflage des Auswärtigen Amtes gewagt, nach Leipzig zu kommen. Sie verabreden, gemeinsam nach Berlin zurückzukehren. Für den Fall, es würde Bildaufnahmen geben, könnte Schwarz sie gleich nach Westberlin bringen.

Beim Pfarrer der Reformierten Kirche an Leipzigs großer Hauptstraße finden Aram Radomski und Siegbert Schefke Einlass. Der Kirchenmann versteht nur allzu gut, was Bilder bewirken können und wie viel Mut dazugehört, sie zu bekommen. Bevor er die Kirche für die Nachmittagsbesucher öffnet, schließt er den Aufstieg zum Turm auf.

Stunden später schalten die Männer hoch oben die Kameras ein. Es war in den Stunden zuvor gespenstisch leer gewesen auf den Straßen. Gegen 18  Uhr hatten die Lautsprecher des Leipziger Stadtfunks geknackt, der öffentliche Plätzen beschallen kann. Kurt Masur, Dirigent des Gewandhaus-Orchesters, verlas einen Aufruf zur Besonnenheit. Danach bleibt es lange still.

Erst ein fernes Dröhnen, dann die Sprechchöre

Schließlich hören Aram Radomski und Siegbert Schefke ein Dröhnen anschwellen. Weit voraus, aus einer Kurve schiebt sich ein Menschenzug aus der Dunkelheit direkt auf ihre Kameras zu. „Wir sind keine Rowdys“, rufen die Demonstranten, um die Zeitungsmeldungen Lügen zu strafen. Und schließlich: „Wir sind das Volk.“ Aram Radomski spricht ein großes Wort aus: „In diesem Moment wechselte die Angst die Seite.“ Und ihre Kamera läuft mit: Den beiden Männern auf dem Kirchturm gelingen die einzigen Bilder von der historischen Montagsdemonstration in Leipzig – Bilder, die offenbaren, wie es brodelt in der DDR im Herbst 1989, die sich ins kollektive Gedächtnis brennen werden als Beweis für die friedliche Revolution.

Wenig später rollen drei glückliche Männer in einem Trabant zurück nach Berlin. In Schönefeld steigt Spiegel-Journalist Ulrich Schwarz in seinen Westwagen um und fährt über die Grenze. Als kurz darauf Roland Jahn im SFB-Studio das Filmmaterial sieht, kommen ihm die Tränen, wie er später bekennt. Am 10. Oktober werden die Szenen im Westfernsehen gezeigt, getarnt als Arbeit eines italienischen Fernsehteams.

Danach geht bekanntermaßen alles ganz schnell. Nur vier Wochen später fällt die Mauer. Natürlich ist Aram Radomski auch zur Stelle, nachdem Günter Schabowskis legendäre Pressekonferenz die DDR-Bürger elektrisiert hat. Mit Siegbert Schefke steht er am Abend des 9. November 1989 als einer der Ersten am Schlagbaum an der Bornholmer Straße in Berlin.

Eine Kunstfigur, die sich nur wundern kann

Die Wende-Satire „Helden wie wir“ von Autor Thomas Brussig, in der Protagonist Klaus Uhltzscht behauptet, er allein habe die Mauer geöffnet, beschreibt die Szenerie. In dem Buch von 1994 heißt es: „Schließlich griff noch ein Typ ins Geschehen ein, der sich in Momenten wie diesen immer findet: der besonnene Rebell, der mit den Worten ,Ich möchte mal den Verantwortlichen sprechen!‘ auf den Plan trat. Er war ungefähr 30 und wirkte moderationserprobt, geschult in zahllosen basisdemokratischen Diskussionen. … Sein Name ist Aram Radomski. ,Es muss doch einen Verantwortlichen geben!‘, rief er. Und, ans Volk gewandt: ,Es kann doch nicht sein, dass es keinen Verantwortlichen gibt!‘ Das Volk war gespannt, wie das mit dem Verantwortlichen wohl weiter gehen würde, und wartete.“

Für Aram Radomski klingt das, „als wäre ich irgend so ein bescheuerter FDJ-Sekretär“. Wie er überhaupt in das Buch kommt? „Ich habe mehrmals versucht, Thomas Brussig zu fragen. Er reagiert nicht. Und vom Verlag bekam ich schriftlich die Auskunft, dass es sich bei Aram Radomski um eine Kunstfigur handelt. Schwarz auf Weiß.“ Da kann der leibhaftige Aram Radomski nur staunen. Zumal er 1990 einem Autor, der damals für ein Drehbuch recherchierte, seine Wende-Erlebnisse ausführlichst aufs Tonband gesprochen hatte.

Doch bevor er sich womöglich mal ernsthaft um dieses Thema kümmern will, hat Aram Radomski Wichtigeres vor. Am Mittwoch vor dem Tag der Deutschen Einheit ging er ins Schloss Bellevue zu Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Als Chronist der Wende erhielt der Fotograf dort das Bundesverdienstkreuz. Dieser Tage sind sie wieder überall zu sehen im Land, die Bilder aus der Nacht von Leipzig, dunkle, ein wenig verwackelte Videoaufnahmen vom Turm der Reformierten Kirche. Bilder der Weltgeschichte.

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