GEGEN MOTTE UND CO

Schädlinge als Leckerli

Die ökologische Schädlingsbekämpfung ist mittlerweile für viele Gärtner selbstverständlich.
Nicht nur gut gegen die Schneckenplage: Die Eltern von Sylvia Wolf setzen in ihrem Garten in Demmin auf die Hilfe zweier indischer Laufenten.
Nicht nur gut gegen die Schneckenplage: Die Eltern von Sylvia Wolf setzen in ihrem Garten in Demmin auf die Hilfe zweier indischer Laufenten. Mathias Greisert
Demmin.

Wenn Kastanien Anfang Juli aussehen, als wäre schon Oktober, kann damit fast nur einer etwas zu tun haben: die Miniermotte. Ganz offensichtlich haben die kleinen Nachtfalter in den jungen Bäumen an der B 194 am Ortsrand von Demmin ihren Nachwuchs „ausgesetzt“. Die Larven fressen kleine Gänge wie Minen in die Blätter, erklärt Mike Hartmann vom Umweltamt des Landkreises. „Die eingewanderte Motte bleibt ein großes Problem“, sagt er.

Allerdings sterben die Bäume durch den Befall nicht ab, solange sie nicht vorgeschädigt seien, erklärt Hartmann. Anders als der Eichenprozessionsspinner, der im Frühjahr im Westen des Landes großflächig bekämpft werden musste, sei die Miniermotte aber auch für den Menschen ungefährlich. Während beim Umweltamt in puncto Schädlinge noch keine besonderen Auswirkungen des langen Winters und des feuchten Frühjahrs aufgelaufen sind, fürchten im Osten des Landes bereits Bauern und Kleingärtner um ihre Ernte. Vor allem Fliegen haben unter der Schneedecke überwintert und tun sich jetzt an Gemüse, Haselnuss oder Kirschen gütlich.

Die Invasion der Rapsglanzkäfer

„Blattläuse gibt es bisher weniger als sonst“, sagt Rita Schröder vom Regionaldienst des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Groß Nemerow bei Neubrandenburg. Bei den kleinen schwarzen Rapsglanzkäfern spricht sie dagegen von einem invasionsartigen Auftreten in unserer Region. Insbesondere für den Gartenbau seien durch die verfressenen Winzlinge herbe Einbußen zu befürchten. Denn die Sommergeneration dürfte in den nächsten Wochen über Blattsalat, Kohlrabi und viele andere Kohlsorten herfallen.

In der Demminer Gartensparte „Karl Förster“ ist für Eckhard Szych die Zunahme an Schädlingen nicht nur ein Gefühl. „Ich habe wohl alle möglichen Fliegen im Gemüse“, winkt er ab. Das sei aber nunmal Natur, bleibt er gelassen. Seine „Staatsfeinde Nummer eins“ seien viel eher Schnecken, die er massenhaft aus seinen Beeten sammelt. Ein paar Gärten weiter haben Karin und Horst Wolf eine besondere Geheimwaffe gegen die glitschigen Vielfraße. Sie haben sich schon vor einigen Jahren indische Laufenten zugelegt. „Seitdem haben wir kaum noch Probleme mit Schädlingen“, lacht der Rentner. Mücken, Kohlweislingsraupen oder Kartoffelkäfer sehe er seitdem so gut wie keine mehr.

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