ERSTES RISIKOGEBIET IN MV

Diese harten Regeln kommen jetzt für Usedom, Greifswald und Co.

Die Sorgen haben sich bestätigt: Als erster Landkreis in MV wird Vorpommern-Greifswald als Risikogebiet eingestuft. Das hat drastische Konsequenzen für die Einwohner.
Nicht nur die Urlaubsregion Usedom, der gesamte Landkreis Vorpommern-Greifswald gilt nun als Risikogebiet. Im Ampelsystem des
Nicht nur die Urlaubsregion Usedom, der gesamte Landkreis Vorpommern-Greifswald gilt nun als Risikogebiet. Im Ampelsystem des Landes gilt die Warnstufe Rot. Stefan Sauer
Greifswald.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist den Behörden die Corona-Situation entglitten. Seit Mittwochabend ist klar: Die Zahl der positiven Tests ist so stark gestiegen, dass der Kreis nun als Risikogebiet gilt. Schon seit einigen Tagen hatte das Gesundheitsamt Hilfe der Bundeswehr angefordert, weil man mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen kaum hinterher kam. Anders als in einigen anderen Regionen des Landes ließen sich die steigenden Infektionszahlen nicht auf einzelne große Hotspots zurückführen. Vielmehr breitet sich das Virus in der Fläche aus.

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Was geschieht nun?

Die Einstufung als Risikogebiet ist quasi ein formaler Schritt, auf den nun strengere Maßnahmen folgen. Darauf und auf einen konkreten Katalog von Maßnahmen hatten sich Land und Kommunen zuletzt verständigt. Die Landräte haben einen gewissen Spielraum für Abweichungen. Bislang ist aber unklar, in wie weit man diesen im Landkreis Vorpommern-Greifswald nutzen will. Theoretisch aber könnte Landrat Michael Sack (CDU) einzelne Maßnahmen nur für bestimmte Gemeinden oder Einrichtungen in Kraft setzen – oder sie sogar noch weiter verschärfen.

Vage und konkrete Vorgaben

Die sogenannte Corona-Ampel ist nun also für Usedom, Greifswald, das Anklamer Land und die Uecker-Randow-Region auf Rot gesprungen. Damit sind Zusammenkünfte im Familien- und Freundeskreis auf maximal 10 Personen aus zwei Hausständen reduziert – sowohl in der privaten Wohnung als auch im öffentlichen Raum. In der Gastronomie – wo bislang Hygienekonzepte umgesetzt wurden – sollten es auch 10 Personen aus beliebig vielen Hausständen sein. Allerdings ist damit zu rechnen, dass für Kneipen und Restaurants ein erneuter Lockdown bevorsteht.

Masken auch auf der Straße

An belebten Plätzen soll in Risikogebieten auch die Maskenpflicht gelten. Was im ländlichen Vorpommern-Greifswald unter „belebt” fällt, ist allerdings noch unklar. Denkbar wäre aber ein Erlass für die Fußgängerzone in Greifswald oder die Strandpromenaden auf Usedom.

Sperrstunde und Alkoholverbot

Ab 23 Uhr soll kein Alkohol mehr verkauft werden. Das gilt selbst für Tankstellen. Eine vorgesehene Sperrstunde dürfte in der Praxis kaum noch eine Rolle spielen, wenn der Lockdown tatsächlich kommt. Weiterhin werden Weihnachts- und Herbstmärkte untersagt.

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Schulen und Pflegeheime

Ob eine Maskenpflicht im Schulunterricht eingeführt wird, steht dem Landkreis frei. Besuchsregelungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern stehen auch auf dem Prüfstand. Viele Krankenhäuser und Pflegeinrichtungen hatten dort allerdings schon in den vergangenen Tagen auf die steigenden Corona-Zahlen reagiert.

Noch mehr Tests

Im Umfeld von Risikogruppen sollen die Corona-Tests ausgeweitet werden. Das betrifft explizit Mitarbeiter und Besucher – auch wenn sie keine Symptome zeigen.

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Kommentare (7)

Auf keinen Fall.

Danke allen Kameradenschweinen, Hoteliers, Urlaubern aus anderen Risikogebieten etc.

Vorpommerns neues Motto:

Aussenseiter - Spitzenreiter!

!!!!

War absehbar.

Das ist so generell nicht richtig. Sie dürfen sich ein Kartoffelnetz vor dem Mund hängen und geben / haben genau soviel Schutz vor Corona, wie die Alltagsmasken bringen. Die Politik hat Fehler gemacht. Wenn ich schon allein an den Türkendeal denke. Ist Risikogebiet, reisen kann man trotzdem hin. Hier darf man sich am Wochenende nicht mehr im Verein treffen; die Grenzen bleiben offen. Wenn wir das Virus unter Kontrolle bringen, wird es von außen wieder eingetragen. Das hat alles nicht mehr mit einem Plan zu tun. Hektik pur!

Die Maske schützt nicht den Träger, sondern andere. Etwa 20% der Ansteckungen werden so verhindert. Schon mal überlegt: krebskranke Kinder unter Chemotherapie, Transplantierte etc. dauernd eine Maske, um sich selbst zu schützen. Von denen hat sich noch niemand beschwert, vor Gericht geklagt etc.

dauernd eine Maske, muß es heißen.

dann würde ich zuhause bleiben um mich zu schützen! Die Lüge der Propaganda ist genial. Allen war klar, dass die Virensaison ab Herbs wieder beginnt. Wie alle Jahre zuvor eben auch. So natürlich, so normal. Nur hat man den Sommer genutzt um diesen natürlichn Anstieg auch für die dümmsten Menschen begreifbar zu machen. so glaubt der Pommernschädel eben fest daran, dass eine Infektion heute nur deswegen passieren konnte, weil vor 3 Monaten Menschen die wissen,. was Grundrechte sind, von diesen Gebrauch gemacht haben. Der wäre ´33 bestimmt auch glückjlich gewesen. Klare Regeln, klare Konsequenzen. Sowas braucht der einfah strukturierte Mensch. Führung. Traurig aber natürlich.