Unsere Themenseiten

Survival-Guide

:

Wie überlebe ich die Wetterkapriolen diesen Sommer?

Was tun, wenn ein Unwetter anrückt?
Was tun, wenn ein Unwetter anrückt?
Bernd Wüstneck

Wetterextreme kommen immer häufiger vor – auch im Nordosten. Und wieder steht eine tropisch anmutende Woche bevor. Mit unseren Tipps übersteht man sie unbeschadet.

Schwere Unwetter waren am Sonntag und in der Nacht zu Montag über weite Teile Deutschlands gezogen. An der Müritz gab es Sturmböen, Starkregen und einen Hagelsturm mit erbsengroßen Hagelkörnern. In der Uecker-Randow-Region kam es zu Überflutungen

Und es geht weiter. „Die Unwetterserie setzt sich in dieser Woche fort und wird aufgrund der sehr heißen und feuchten Luft sogar noch größere Ausmaße als in den vergangenen Jahren annehmen”, warnt der Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

„Weltuntergangsähnliche Szenen”

Bis Donnerstag könne es regional zu „weltuntergangsähnlichen Szenen” kommen, warnt der Wetterexperte. Er sagt Starkregen, Hagel und sogar die Bildung von Tornados voraus. „Leider kann man erst nach Bildung der Gewitterzellen exakt sagen welche Region beziehungsweise welchen Ort es treffen wird. Beachten Sie daher in den kommenden Tagen unbedingt die aktuellen Unwetterwarnungen.”

Doch was tun, wenn die Warnung kommt oder die Hitze zuschlägt? Sich bis zum Herbst im kühlen Keller einsperren und Konserven essen? Mit unseren Survival-Tipps muss das nicht sein!

Bei Tropenhitze gilt: Abwarten und Tee trinken. Ja, Tee. Denn beim Genuss von kalten Getränken will der Körper den Temperaturunterschied ausgleichen und produziert Wärme. Besser sind Getränke mit einer Temperatur knapp unter Zimmertemperatur. Vorsicht gilt auch beim kühlen Bierchen. Denn der Alkohol ist eine zusätzliche Belastung für den Kreislauf, der durch die Hitze ohnehin schon gut zu tun hat.

Bei Gewitter nicht hinlegen

Bei aller Disziplin: Einem leckeren Eis kann bei diesem Wetter nun wirklich niemand widerstehen. Das gibt es im Supermarkt bekanntlich deutlich günstiger als in der Eisdiele. Aber Obacht: Auch wenn man nur schnell Eis aus dem Laden holen will, sollte man keinesfalls Kind und Hund im Auto lassen. Schon bei 20 Grad Außentemperatur kann das tödlich sein, warnt die Polizei.

 

Für Abkühlung sorgen zuverlässig Freibad, Badesee und Ostsee. Doch der Spaß ist vorbei, sobald ein Gewitter anrückt. Dann gilt: Sofort raus aus dem Wasser! Und wohin? Bäume und Türme sind als Schutz vor Gewitter ungeeignet, auch den Regenschirm sollte man besser nicht aufspannen, will man nicht vom Blitz getroffen werden.

Sicher ist man im Haus oder im Auto – solange die Fenster geschlossen sind. Doch was tun, wenn man auf freiem Gelände vom Gewitter überrascht wird? Am besten sucht man sich eine Mulde, hockt sich hin und schützt den Kopf mit den Händen, raten Experten. Hinlegen sollte man sich nicht, denn das macht die Angriffsfläche größer.

Winterliche Straßenverhältnisse im Sommer

Schutz vor Hagel sollte man nach Möglichkeit in festen Gebäuden suchen. Beim Autofahren gilt: Auch im Hochsommer kann es zu winterlichen Straßenverhältnissen kommen. Bei Stürmen werden Personen laut Feuerwehr meist durch Bäume, herabfallende oder herumfliegende Trümmer und Gegenstände verletzt. Auch hier gilt: Rein ins Haus und Fenster und Türen geschlossen halten.

So weit die Aufwärmübungen. Und aufgewärmt sollte man schon sein, sieht man sich einem Tornado gegenüber. Wetterexperte Dominik Jung rät, sich im rechten Winkel von der Zugbahn vom Tornado wegzubewegen. Ein Tornado sei meist nicht breiter als 100 Meter, und ein Kilometer Abstand reiche aus, heißt es vom Deutschem Wetterdienst (DWD). Auch bei diesem Wetterextrem kann eine Senke oder Mulde die Rettung sein.

Bei Tornados Schutz im Keller suchen

Im Gegensatz zu Gewittern gilt jedoch: Flach hinlegen. Schwächere Tornados ziehen dann vielleicht über einen hinweg. Außerdem ist in dieser Körperhaltung die Gefahr am geringsten, von umherfliegenden Gegenständen getroffen zu werden. Im Haus sollte man Schutz im Keller oder in einem mittig im Erdgeschoss liegenden Raum suchen.

Und dann sind da ja noch die Sandstürme, die gelegentlich über Mecklenburg-Vorpommern hinwegfegen – und nicht jeder hat immer ein Kamel dabei, hinter dem er sich in diesem Fall verkriechen kann. Im Auto gilt: Anhalten, Fenster geschlossen halten und Lüftung und Klimaanlage ausschalten. Als Fußgänger sollte man Mund und Nase mit einem Stück Stoff bedecken, die Augen schützen und hinter einem großen, fest verankerten Objekt Schutz suchen.