Weihnachtsgeschenke

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Händler darf Regeln für Umtausch frei gestalten

Nicht immer treffen die Mitbringsel des Weihnachtsmannes, den Nerv der Beschenkten. Aber wann und wie darf man die Geschenke im Laden zurückgeben?
Nicht immer treffen die Mitbringsel des Weihnachtsmannes, den Nerv der Beschenkten. Aber wann und wie darf man die Geschenke im Laden zurückgeben?
Symbolbild / Patrick Pleul

Einfach mit unliebsamen Weihnachtsgeschenken in den Laden gehen und zurückgeben? Das geht nicht in jedem Fall. Wir beantworten wichtige Fragen und Antworten zum Umtausch.

Händler, die Waren aus Kulanz umtauschen, dürfen die Konditionen frei gestalten. Zulässig ist es zum Beispiel, dass Kunden nur einen Gutschein erhalten, heißt es in der Zeitschrift „test” (Heft 1/2018) der Stiftung Warentest.

Etwas anderes gilt, wenn der Händler ausdrücklich auf ein Umtauschrecht gegen Geld hinweist. Dann ist der Händler an sein Versprechen gebunden. Bestellen Kunden etwas im Internet oder einem Katalog, müssen sie hingegen keinen Gutschein akzeptieren. Wer die Ware innerhalb der Frist von 14 Tagen zurückschickt, bekommt stets das Geld zurück.

Gut zu wissen: Ein Händler kann den Gutschein zwar auf den Namen eines konkreten Kunden ausstellen. Dieser darf den Gutschein aber dennoch an jemand anderen weitergeben. Der Händler darf die Annahme nicht verweigern. Denn: Gutscheine sind Inhaberpapiere, wie die Stiftung erläutert. Jeder Überbringer könne sie nutzen.

Häufige Fragen rund ums Umtauschen und Zurückgeben:

Können Geschenke generell im Laden umgetauscht werden?

Nein. „Gesetzlich sind Händler dazu nicht verpflichtet”, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Zumindest solange die Ware nicht defekt ist. Oft lassen sich Händler aber auf einen Umtausch ein, um den Kunden zufriedenzustellen.

Was gilt für online bestellte Waren?

Hier gibt es ein allgemeines Widerrufsrecht von 14 Tagen. Innerhalb dieser Frist können Kunden Sachen zurückschicken, die sie bei professionellen Online-Händlern geordert haben.

Was kann auf keinen Fall umgetauscht werden?

Vom Umtausch ausgeschlossen sind in aller Regel verderbliche Waren. Darauf weist Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE) hin. Aus hygienischen Gründen ist auch eine Rückgabe von Dessous, Bademoden, Erotikartikeln oder Zahnbürsten nicht möglich.

„Gleiches gilt für speziell angefertigte Waren, etwa ein BVB-Trikot mit dem eigenen Namen auf der Rückenseite”, erläutert Eva Rohde vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland.

Darf ich die Ware benutzen, bevor ich sie umtausche?

Das ist nicht unbedingt ratsam. Denn die Umtauschware muss in jedem Fall in einwandfreiem Zustand sein, so dass der Händler sie wieder verkaufen kann. Ist ein Produkt wie eine DVD oder CD versiegelt, dann darf das Siegel nicht durchbrochen sein. „Ist dies doch der Fall, dann ist ein Umtausch zumeist nicht möglich”, erklärt Hertel.

Ist beim Umtausch im Geschäft der Kassenbon zwingend?

Auch das entscheidet letztendlich der Händler. Im Idealfall sollte der Kunde den Kassenbon vorlegen können, um so zu beweisen, dass er das Produkt auch tatsächlich in dem Laden erworben hat. Wer als Kunde per Karte gezahlt hat, kann dem Händler einen Kontoauszug präsentieren, aus dem hervorgeht, dass der Preis abgebucht und auf dem Konto des Händlers gutgeschrieben wurde.

Was ist, wenn die Ware defekt ist?

Generell ist der Händler verpflichtet, für zwei Jahre nach dem Kauf beziehungsweise nach der Übergabe der bezahlten Ware an den Kunden für die Mängelfreiheit des Produkts einzustehen. Dieses Gewährleistungsrecht ist gesetzlich verankert.

Tritt der Mangel in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf auf, wird davon ausgegangen, dass dieses Defizit von Anfang an bestand. Nach den sechs Monaten muss der Käufer den Nachweis dafür erbringen. In der Praxis verlangen viele Händler das aber innerhalb der zwei Jahre nicht.

An wen muss ich mich wenden, wenn das Produkt fehlerhaft ist?

Erster Ansprechpartner ist der Händler. Einige von ihnen verweisen den Käufer an den Hersteller. „Darauf muss sich der Kunde aber nicht einlassen”, betont Tryba. Bei einer mangelhaften Ware kann der Kunde nicht gleich vom Kaufvertrag zurücktreten. Er muss dem Händler erst die Gelegenheit zum Nachbessern geben. Erst wenn der Versuch zwei Mal scheitert, kann der Kunde den Kaufpreis mindern oder sein Geld zurückverlangen.

Können dem Kunden irgendwelche Kosten auferlegt werden?

Nein. Wenn ein Händler ein fehlerhaftes Produkt nachbessern muss, dann kann er etwa fürs Einschicken an den Hersteller vom Kunden kein Geld verlangen. „Ein Käufer, der ein online erworbenes Teil mit Macken wieder zurückschicken muss, kann in jedem Fall Portokosten geltend machen”, erklärt Rohde.

Was ist der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie?

Die Gewährleistung ist ein gesetzlicher Anspruch, die Garantie geben viele Hersteller und Händler auf freiwilliger Basis ab. Die in der Garantie getroffenen Regelungen dürfen gesetzliche Vorgaben nicht mindern. Manche Garantien können für den Verbraucher von Vorteil sein – etwa wenn ein Hersteller für drei Jahre ohne Einschränkung für die einwandfreie Qualität des Produkts geradesteht.