Post vom Finanzamt

:

Das steckt hinter der Steuererklärung für Rentner in MV

Jedes Jahr können sich die Rentnerinnen und Rentner neu entscheiden, ob sie eine Steuererklärung selbst einreichen wollen, oder sich vom Finanzamt die Arbeit abnehmen lassen.
Jedes Jahr können sich die Rentnerinnen und Rentner neu entscheiden, ob sie eine Steuererklärung selbst einreichen wollen, oder sich vom Finanzamt die Arbeit abnehmen lassen.
Gerhard Ledwinka - Fotolia.com

Unter dem Motto „Es geht auch ohne – Steuererklärung für Rentner und Rentnerinnen“ wirbt das Finanzministerium in Schwerin für eine bundesweit exklusive Dienstleistung.

Was hat es mit dem Modellversuch zum Amtsveranlagungsverfahren, mit dem Finanzämter Rentnerinnen und Rentner Arbeit abnehmen wollen, auf sich?

Das Finanzamt Neubrandenburg ist bundesweit für die Besteuerung von Auslandsrentnern zuständig. Für diese Auslandsrentner besteht seit langem das Angebot fürs Amtsveranlagungsverfahren. Dabei prüft das Finanzamt, ob die Betreffenden Steuern zu zahlen haben und falls ja, wie viele – und zwar auf Grundlage der Rentenzahlungen, die Rentenversicherungsträger leisten und elektronisch an die Finanzämter melden.

Aufgrund guter Erfahrungen mit diesem Verfahren entstand im Finanzministerium die Idee, es auch im Inland zu testen. Mecklenburg-Vorpommern erprobt die Möglichkeit nun stellvertretend für die anderen Länder.

Unter welchen Voraussetzungen können Rentenempfänger aus MV daran teilnehmen?

Am Amtsveranlagungsverfahren können Personen teilnehmen, die ausschließlich Rente beziehen und keine weiteren Einkünfte haben (etwa durch die Vermietung einer Ferienwohnung). Bei Verheirateten gilt diese Bedingung für beide Partner. Pauschal besteuerte Nebentätigkeiten, die sogenannten Minijobs, oder aber Zinsen unterhalb des Sparerpauschbetrages sind kein Hinderungsgrund.

Wer indes besondere Aufwendungen wie Spenden, Krankheitskosten oder Handwerkerleistungen geltend machen will, muss eine vollumfängliche Einkommensteuererklärung einreichen.

Für wie viele Rentner kommt das Verfahren in Betracht?

Rund 25.000 Rentner im Nordosten erhalten in den nächsten Tagen von ihren Finanzämtern Post zum sogenannten Amtsveranlagungsverfahren. Nichtsdestotrotz reichen auch weiterhin viele Rentner eine Einkommensteuererklärung ein, um besondere Aufwendungen geltend zu machen.

Wer sich jedoch dafür die Arbeit und Zeit sparen will, kann das Amtsveranlagungsverfahren wählen, einfach indem er eine entsprechende Erklärung abgibt. Das einseitige Formular dafür gibt es bei den Finanzämtern oder im Internet unter: www.steuerportal-mv.de

Kann die Teilnahme auch widerrufen werden?

Die Teilnahme ist freiwillig. Jedes Jahr können sich die Rentnerinnen und Rentner neu entscheiden, ob sie diesen Weg wählen oder lieber eine Steuererklärung einreichen. Wer bereits einen Einkommensteuerbescheid erhalten hat, kann Änderungen nur innerhalb der Einspruchsfrist beim Finanzamt beantragen. Sie beträgt einen Monat ab Zugang des Einkommensteuerbescheides.