Praktiker-Insolvenz

Besser nicht mehr auf Vorkasse einkaufen

Erst zahlen, dann Lieferung abwarten? Wenn der Lieferant pleite ist - so wie die Baumarktkette Praktiker - ist das sehr riskant. Was Kunden jetzt wissen müssen.
Praktiker ist pleite. Jens Wolf
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Potsdam.

"Bei ausbleibender Lieferung fällt die Vorauszahlung zumeist in die Insolvenzmasse", erklärt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Kunden haben je nach Verlauf des Insolvenzverfahrens nur eine geringe Chance, ihr Geld zurückzubekommen.

Achtung: Raten weiter zahlen!

Kunden dürfen Ratenzahlungen für bereits erhaltene Ware nun aber nicht einfach einstellen. Das Geld müsse weiter bezahlt werden, erklärt die Verbraucherschützerin. "Es kann vorkommen, dass sich die Bankverbindung ändert, auf die die Raten eingezahlt werden müssen." Darüber informiere der Insolvenzverwalter die Betroffenen gegebenenfalls. Auch bei Kauf auf Rechnung gilt: Erhaltene Ware muss bezahlt werden. Auf keinen Fall sollten Verbraucher voreilig von ihren Verträgen zurücktreten. Der Insolvenzverwalter könne nämlich auf Vertragserfüllung bestehen oder Schadenersatz verlangen.

Reklamationen: Insolvenzverwalter zuständig

Bei Reklamationen ist nun der Insolvenzverwalter der Ansprechpartner. Grundsätzlich sei ein Händler gesetzlich verpflichtet, die Ware innerhalb der Gewährleistungszeit von zwei Jahren nach Kundenwahl entweder kostenlos zu reparieren oder auszutauschen.

"Bei einer Insolvenz kommt es darauf an, ob der Anspruch vor oder nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden ist", erläutert Fischer-Volk. "Vor der Eröffnung entstandene Forderungen müssen beim Insolvenzverwalter angemeldet werden." In solchen Fällen können Kunden davon ausgehen, dass sich ihre Ansprüche noch durchsetzen lassen. "Bei späteren Forderungen kann der Insolvenzverwalter wählen, ob er den Anspruch auf Reparatur oder Ersatzlieferung erfüllt oder nicht." Dann kann es also sein, dass Kunden bei einem mangelhaften Gerät leer ausgehen.