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Funklöcher

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Kein Handy-Empfang? Notlösung für MV gefordert

Wer mit dem Smartphone in den abgelegenen Gegenden von Mecklenburg-Vorpommern telefonieren möchte, hat manchmal Glück, aber meistens keinen Empfang (Symbolbild).
Wer mit dem Smartphone in den abgelegenen Gegenden von Mecklenburg-Vorpommern telefonieren möchte, hat manchmal Glück, aber meistens keinen Empfang (Symbolbild).
Julian Stratenschulte

Sie wollen in MV mit dem Handy telefonieren, aber stehen mitten in einem der vielen Funklöcher? Der Landtag hat einen Lösungsvorschlag: nationales Roaming.

Der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns dringt auf mehr Tempo bei der Beseitigung von Funklöchern im Mobilfunknetz. In seltener Einmütigkeit forderte das Parlament am Donnerstag die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für ein nationales Roaming einzusetzen und so die Empfangsbedingungen für Verbraucher zu verbessern.

„Gerade in ländlichen Regionen schauen die Menschen sehr häufig in die Röhre, Firmen sind von der digitalen Revolution ausgeschlossen“, sagte der CDU-Abgeordnete Wolfgang Waldmüller, auf dessen Initiative das Thema im Landtag zur Sprache kam. Selbst der Telekom-Chef beklagte Anfang des Jahres die Funklöcher in Vorpommern.

Alle Handynetze nutzen

Während im EU-Ausland Touristen inzwischen das dortige Netz ohne Aufpreis nutzen könnten, sei das für deutsche Handynutzer in der Heimat nicht möglich. Waldmüller votierte dafür, das EU-Modell auf Deutschland zu übertragen. Damit könnte die wechselseitige Nutzung der Sendemasten verschiedener Mobilfunkbetreiber möglich werden. „Nationales Roaming ist Erste Hilfe zur Selbsthilfe“, betonte Waldmüller und verwies auf eine Bundesratsinitiative Sachsen-Anhalts dazu, die auch von Mecklenburg-Vorpommern unterstützt werden solle.

Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) kündigte noch für September Gespräche mit Vertretern der drei größten Mobilfunkanbieter an. Dabei werde es nicht nur darum gehen, eigene Sendemasten für Konkurrenten zu öffnen, sondern auch darum, „weiße Flecken“ ohne jeglichen Empfang rasch und genau zu lokalisieren und zu beseitigen. Gemeinsames Ziel sei es, bis 2019 für 98 Prozent der Haushalte den Zugang zu den Funknetzen sicherzustellen.