Glasfaser-Technik

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Internet könnte deutlich schneller werden

Die bestehenden Internetleitungen könnten bald 100 mal schneller als bislang werden.
Die bestehenden Internetleitungen könnten bald 100 mal schneller als bislang werden.
Jan Woitas

Forscher haben eine neue Technologie entwickelt, mit der das Internet deutlich schneller werden könnte. Dabei müsste in bestehende Netze nicht mal viel verändert werden.

Wenn es um das Thema Digitalisierung geht, hinkt Deutschland weit hinter der weltweiten Konkurrenz. Das wurde im aktuellen Report über die globale Wettbewerbsfähigkeit, den das Weltwirtschaftsforum (WEF) veröffentlicht hat, deutlich. Der Nordosten ist dabei noch weiter abgehängt.

Ein Forscherteam könnte jetzt Abhilfe schaffen: Die bestehenden Internetleitungen könnten bald 100 mal schneller als bislang werden. Die Wissenschaftler haben eine Technologie entwickelt, mit der Daten viel schneller durch Glasfaserkabel rasen.

Daten in Glasfaserkabeln werden momentan mit Lichtimpulsen übertragen. Die Informationen reisen dabei auf verschiedenen Wellenlängen (Farben) sowie in horizontalen und vertikalen Wellen. In ihrem Beitrag für das Fachmagazin „Nature Communication” schreiben die Forscher nun, dass sie das Licht für die Datenübertragung zusätzlich drehen.

Umsetzung dauert noch mehrere Jahre

Durch den Schwung der Drehung (Drehimpuls) entsteht eine dritte Dimension, in der Daten gespeichert werden können, um sie zu übermitteln. „Der Lichtstrahl sieht aus wie DNA, wenn man sich die Doppelhelix anschaut”, sagte Min Gu von der australischen RMIT University in Melbourne der Zeitung „The Guardian”. Je mehr Drehimpuls man verwende, umso mehr Informationen könnten transportiert werden.

Um das in bereits bestehende Netze zu ermöglichen, müssten winzige Empfänger nachgerüstet werden. Diese seien dem Forscher Gu zufolge so groß wie ein Esstisch. Inzwischen habe er die Breite eines menschlichen Haares. „Wir könnten die ersten Chips herstellen, mit denen die Drehung erkannt wird”, sagt Gu.

Allerdings dauert es wohl noch mehrere Jahre, bis die Technologie eingesetzt wird. Der Grund: Sie muss zunächst von Herstellern und Betreibern der Netzwerk-Technik getestet werden.