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Versteigerung in Sarow

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Wohnblock kommt unter den Hammer

Der Wohnblock in Sarow ist etwa zur Hälfte belegt.
Der Wohnblock in Sarow ist etwa zur Hälfte belegt.
Denny Kleindienst

Der Wohnblock in Sarow ist der letzte, der noch der Gemeinde gehört. Die hat nun beschlossen, das Gebäude zu versteigern. Im September wird die Auktion stattfinden.

„Ich habe mal gehört, dass er versteigert werden soll“, sagt ein Bewohner des Sarower Plattenbaus. Der 31-Jährige lebt dort seit Dezember 2015 mit seiner Freundin und den vier Kindern in einer Erdgeschoss-Wohnung. Die drei Wohnungen über ihm stehen leer. Viele Ein- und Auszüge gebe es nicht, sagt er. Großen Kontakt zu den anderen Hausbewohnern habe man zwar nicht, „aber wir wohnen hier schon gern.“ Die Familie hat noch einen Garten hinter dem Block, wo die Kinder spielen können und wo sie Erdbeeren angepflanzt haben. Bezahlen müssen sie für den Garten nichts. Und er hofft, dass dies auch so bleibt.

In ihrer jüngsten Sitzung haben die Gemeindevertreter zunächst eine Wertminderung des Wohnblocks beschlossen. Bis dato war er mit 900 000 Euro in der Gemeindebilanz geführt, zu viel aus heutiger Sicht. Nun wurde der Wert angepasst, auf gerade noch 240 000 Euro. Am Ende der Sitzung wurde dann beschlossen, den Wohnblock zu versteigern.

Andere Projekte haben Priorität

Laut Bürgermeister Thies Holtmeier ist der 48 WE-Wohnblock in Sarow der letzte, der noch der Gemeinde gehört. Der Block sei etwa zur Hälfte belegt. Für die Gemeinde sei die Vermietung „gerade so kostendeckend“, sagt Holtmeier. Statt Geld in Reparaturen zu stecken, die den nächsten Jahren anstehen, will die Gemeinde aber lieber in andere Projekte investieren.

Er nennt die Sanierung der Decke in der Sarower Sporthalle und eines Löschwasserteichs, die die Gemeinde wohl jeweils rund 50 000 Euro kosten werden, sowie die neue Brücke in Gehmkow, für die sogar 150 000 Euro nötig sind. Die Brücke soll nächstes Jahr gebaut werden, bei der Sporthalle besteht dagegen dringender Handlungsbedarf. Für den Bürgermeister gehören diese Investitionen zur allgemeinen Daseinsfürsorge. Die Wohnungsverwaltung dagegen „kann auch privat organisiert werden.“

Der letzte gemeindeeigene Block soll im September bei der Herbst-Auktion der Norddeutschen Grundstückauktionen AG unter den Hammer kommen. Das Einstiegsgebot wird dann bei 240 000 Euro liegen.

Kommentare (1)

wird niemand bezahlen wollen für einen heruntergekommenen DDR-Plattenbau. Jedenfalls nicht wenn er in Sarow steht und nur zur Hälfte bewohnt ist. Das Einstiegsgebot ist massiv zu hoch. Das müsste selbst dem Dümmsten klar sein.