SCHULE NIMMT GREIFSWALDER KINDER MIT SCHWÄCHEN AUF

Wie Görmin seine Schülerzahlen erhöht

Der Vorstoß hat erste Erfolge gebracht: In der Görminer Schule werden derzeit drei Schüler aus Greifswald unterrichtet, die diagnostizierte Schwächen aufweisen. Inzwischen haben sie sich in der Schule auf dem Lande mit sehr kleinen Klassen gut integriert.
Ulrike Rosenstädt Ulrike Rosenstädt
Schüler aus allen Klassen, Lehrer, die Integrationshelfer und der scheidende Bürgermeister Eckhart Zobel (hinten, Zweiter von links) sind ein gutes Team. Sie alle wissen, dass die Schule das Herzstück der Gemeinde ist.
Schüler aus allen Klassen, Lehrer, die Integrationshelfer und der scheidende Bürgermeister Eckhart Zobel (hinten, Zweiter von links) sind ein gutes Team. Sie alle wissen, dass die Schule das Herzstück der Gemeinde ist. Ulrike Rosenstädt
Die Grundschule in Görmin kann mit einem naturverbundenen Umfeld und kleinen Klassen punkten. Diese Vorteile haben jetzt auch Behörden und Eltern von Kindern erkannt, die eine besondere Förderung benötigen.
Die Grundschule in Görmin kann mit einem naturverbundenen Umfeld und kleinen Klassen punkten. Diese Vorteile haben jetzt auch Behörden und Eltern von Kindern erkannt, die eine besondere Förderung benötigen. Ulrike Rosenstädt
Görmin.

Kleine Zahl, große Bedeutung. Seitdem die Görminer Gemeindevertreter in Greifswald für ihre Grundschule die Werbetrommel gerührt haben und sowohl Mitglieder des Sozialausschusses als auch der Bürgerschaft der Hansestadt von dem Lernen auf dem Lande überzeugen konnten, besuchen drei Kinder aus Greifswald die Görminer Einrichtung.

Geht es nach dem Willen und den Wünschen des Lehrerteams um Schulleiterin Jutta Lüdemann, sollte es nicht dabei bleiben: „Wir haben Kapazität, könnten die kleinen Klassen, in denen bisher jeweils 12 bis 14 Kinder unterrichtet werden, so aufstocken, dass wir immer noch sehr gute Rahmenbedingungen bieten.“

Genehmigung für Aufnahme nötig

Auch der scheidende Bürgermeister Eckhart Zobel (Bürgergemeinschaft Görmin) und seine zweite Stellvertreterin Marie-Jeanne Beringer (SPD) erklärten, dass der Schritt, sich für Greifswald zu öffnen – die übervollen Klassen dort also als Chance zu sehen, die Schülerzahlen in Görmin zu erhöhen – ein sehr wichtiger und richtiger war.

„Allerdings dürfen wir bisher nur Schüler aus Greifswald bei uns aufnehmen, bei denen eine emotional-soziale Entwicklungsstörung diagnostiziert wurde, für diese ESE-Schüler liegt die Genehmigung von den Behörden, vom Schulamt, vor“, erläuterte Schulleiterin Lüdemann, dass die Aufnahme von Greifswalder Kindern von den Behörden klar geregelt ist. Sie wisse außerdem, dass in der Öffentlichkeit viel darüber diskutiert wird, wie und in welche Richtung sich die Görminer Schule entwickelt. „Wir führen regelmäßig Elterngespräche, informieren über jede Veränderung innerhalb unserer Schule“, sagte sie.

Eltern und Schuler reagieren positiv

„Viele Eltern und vor allem auch die Schüler haben bisher auf alle Veränderungen positiv reagiert. Die Kinder akzeptieren sich untereinander, bieten Schwächeren Hilfe an“, bestätigte Philipp Mailahn. Er ist einer von fünf Integrationshelfern, die derzeit an der Görminer Schule im Einsatz sind. Der Greifswalder spricht „von gelebter Inklusion“, die er in Görmin täglich erlebe.

„Es ist zu beobachten, wie sich die Kinder langsam öffnen, sich in ihrem Wesen positiv verändern“, sagte der Integrationshelfer. Er hofft, dass die Görminer Schule künftig eine Chance hat, weiter zu bestehen. „Das hängt natürlich auch davon ab, wie viele Kinder wir einschulen können, die keine spezielle Förderung erhalten müssen“, gab Schulleiterin Lüdemann zu bedenken.

Momentan besuchen 49 Mädchen und Jungen die Einrichtung, die neben einem grünen Klassenzimmer auch reichlich Platz und eine Sporthalle auf dem Gelände zu bieten hat.

StadtLandKlassik - Konzert in Görmin

zur Homepage

Kommentare (1)

Ein Kampf um jedes einzelne Kind an Europas Schulen. Und im Niger hat jede einzelne Frau im Durchschnitt sieben Kinder! Seit der Unabhängigkeit (1960) hat sich die Bevölkerung dort von 3,2 auf über 21 Millionen Menschen versechsfacht! 90 % davon sind Analphabeten! Der Bevölkerungsdurchschnitt in Europa inzwischen 45 Jahre. Im Niger 14 Jahre!