CORONAVIRUS

Von der Krise gebeutelte Musiker hoffen auf Hilfe ihrer Fans

Für die Musiker aus Demmin und Umgebung bringt die derzeitige Krise erhebliche Einschränkungen mit sich. Wann es wieder Auftrittsmöglichkeiten gibt, ist offen. Das bringt die Künstler auch finanziell an die Belastungsgrenze.
Ob auf der Demminer Waldbühne auch in diesem Jahr beim BBS Open Air gerockt werden kann, steht noch in den Sternen.
Ob auf der Demminer Waldbühne auch in diesem Jahr beim BBS Open Air gerockt werden kann, steht noch in den Sternen. Georg Wagner
Demmin.

Seit die Corona-Pandemie um sich gegriffen hat, sind Kunst und Kultur nahezu vollkommen aus dem öffentlichen Leben verschwunden. Museen sind geschlossen, Theater haben ihre Spielzeiten abgebrochen, Ausstellungen sowie sämtliche Auftritte vor Publikum wurden abgesagt. Das schlägt sich nicht nur auf die großen Künstler nieder, sondern trifft die semiprofessionellen Kulturschaffenden ebenso hart. Das hat in den vergangenen Wochen auch der Demminer Musikverlag „Black Block Sound“ zu spüren bekommen.

Als die strikten Corona-Regeln der Bundesregierung einsetzten, befanden sich die Verlagsmitarbeiter gerade in den abschließenden Vorbereitungen für eine Veranstaltung. „Rock gegen Missbrauch“ war am 14. März die erste Veranstaltung, die abgesagt wurde“, so Maik Piontkowski von „Black Block Sound“. Der Lkw sei zu diesem Zeitpunkt bereits beladen gewesen. „Letzten Endes bin ich aber unter den aktuellen Umständen froh, dass es nicht stattgefunden hat“, sagt er. Die Tragweite der Pandemie sei ihm durchaus klar.

Noch wird fürs Open Air geplant

Auch für kommende Veranstaltungen sieht es bisher eher düster aus. Zwar steht für Anfang August auf der Demminer Waldbühne das „BBS Open Air“ auf dem Programm, unklar sei jedoch, ob es unter die Bezeichnung Großveranstaltung falle und demnach abgesagt werden muss. So waren 2019 immerhin 320 Gäste anwesend. Ganz von dem Vorhaben verabschieden will sich Piontkowski allerdings noch nicht.

„Wir planen, als wenn es stattfinden würde“, sagt er. So seien alle notwendigen Verträge bereits unterschrieben, ließen sich aber auch kurzfristig wieder auflösen. „Das ist dann höhere Gewalt“, sagt er. Geld für Werbung wäre dann hingegen schlicht weg. Vor allem sei ein Veranstaltungsausfall traurig für die Energie, die bereits in das Projekt geflossen ist. „Aber die Gesundheit geht vor“, so Piontkowski.

Neues Album auf der Kippe

Doch nicht nur die eigenen Veranstaltungen sieht der Musikverlag in Gefahr. Gerade um die kleineren Bands und Musiker macht sichPiontkowski ebenfalls Gedanken. Auch hier spricht er als Mitglied der Stavenhagener Gruppe „Lebenslaenglich“ aus Erfahrung. Denn auch, wenn er und seine Bandkollegen nicht ihren Lebensunterhalt mit der Musik bestreiten müssen, fehlen die Einnahmen aus Auftritten und dem damit verbundenen Verkauf von Fan-Artikeln. „Wir sind nicht geldgeil, aber wir gehen mit den Einnahmen ins Studio“, so Piontkowski. Das geplante dritte Album steht nun ernsthaft auf der Kippe.

Ähnliche Probleme hätten durch Corona auch andere Künstler, wie „Schwesterhärz“ oder „Small C und Mr. Willson“, mit denen Piontkowski zusammenarbeitet. Zudem würden dann auch noch zusätzliche Ausgaben wie Mieten und Ähnliches auf die Musiker zukommen. „Die Band Verrockte Jungs aus Neubrandenburg hat zum Beispiel einen sehr teuren Proberaum“, sagt er.

Staatliche Hilfe erwartet er in diesem Zusammenhang nicht. „Wir fallen als Bands unter keinen Fonds“, sagt er. Unterstützung erhofft er sich indes von Fans und der Öffentlichkeit. „CDs kaufen ist trotz Einschränkungen überall machbar“, so der Musiker. Zudem könnte über die sozialen Medien Werbung für die Gruppen gemacht werden. So geraten sie auch in Krisenzeiten nicht in Vergessenheit. „Und am besten ist es, die Bands direkt anzuschreiben und zu fragen, wie geholfen werden kann“, sagt er.

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