STRAßENBAU

Vollsperrung für neue Flutbrücke im Tollensetal

Nichts geht oder rollt mehr: Die Hauptverkehrsverbindung durchs Tollensetal im Abschnitt zwischen Klempenow und Demmin ist ab sofort unterbrochen. Schuld trägt der Ersatzneubau für die einsturzgefährdete Flutbrücke bei Broock.
Ende Gelände(r): Gestern begann der Abriss der maroden Flutbrücke am Südufer der Tollense bei Broock. Statt ihr
Ende Gelände(r): Gestern begann der Abriss der maroden Flutbrücke am Südufer der Tollense bei Broock. Statt ihrer soll künftig ein großes Wellstahlrohr die Ventilfunktion für den Straßendamm übernehmen. Stefan Hoeft
Vollschutz, aber nicht wegen Corona: Mit Teer und Bitumen versetzte Baustücke werden extra eingesammelt und entsorgt.
Vollschutz, aber nicht wegen Corona: Mit Teer und Bitumen versetzte Baustücke werden extra eingesammelt und entsorgt. Stefan Hoeft
Über Stock und Stein: Für Notfälle, Pflegedienste und Post gibt es eine inoffizielle örtliche Umleitung du
Über Stock und Stein: Für Notfälle, Pflegedienste und Post gibt es eine inoffizielle örtliche Umleitung durch die Wiesen. Stefan Hoeft
Broock.

Die Maßnahme war im Prinzip schon mehr als zwei Jahre angekündigt und entsprechend geplant worden, nun folgt die Umsetzung: Seit gestern gilt für die Kreisstraße mit der Nummer VG 106 durchs Tollensetal zwischen Alt Tellin und seinem Ortsteil Broock eine Vollsperrung. Denn auf der Südseite des Flusses lässt der Landkreis die in den Straßenkörper eingelassene sogenannte Flutbrücke durch eine neue ersetzen. Der Durchlass fungiert wie eine Art Ventil, um bei Überschwemmungen der angrenzenden Niederungen den Druck vom Fahrbahndamm zu begrenzen.

Brücke wird durch Rohr ersetzt

Doch Zeit und Wetter, zunehmende Verkehrsbelastungen und Konstruktionsfehler hatten dem Bauwerk im Laufe der Jahre und vor allem zuletzt so stark zugesetzt, dass die Werte bei den regelmäßigen Brückenprüfungen immer schlechter ausfielen. Anfang Dezember sahen sich die Behörden deshalb veranlasst, das zulässige Gesamtgewicht für den Durchgangsverkehr auf 3,5 Tonnen und die maximale Fahrzeugbreite auf 2,5 Meter zu begrenzen, einhergehend mit einem Tempo-Limit von 10 Kilometern pro Stunde an der Gefahrenstelle. Also genau so wie beim Schwester-Bauwerk auf der Nordseite, das bereits 2018 auf Vordermann gebracht worden war.

Auch jetzt wieder soll eine andere und einfachere Konstruktionsform Anwendung finden: Statt einer Brücke ist das Einbringen eines vormontierten großen Wellstahlrohres geplant, über das dann die Straße hinweg geschlossen wird. Dieses Teil soll bereits heute angeliefert werden, hieß es gestern Morgen beim offiziellen Baustart. Der begann mit dem Abriss des maroden Stahlbetonverbundes, wobei mit Teer und Bitumen versetzte Stücke von einem mit Extra-Schutzausstattung bekleideten Mitarbeiter geborgen wurden.

Umleitung für Rettungsdienst

Die Bausumme bezifferte die Pressestelle des Landratsamtes Vorpommern-Greifswald auf rund 200 000 Euro. In zwei Wochen soll das Ganze so weit fortgeschritten sein, dass innerhalb von zwei Tagen die Asphaltierung der Straßenlücke und unmittelbar danach dann die Verkehrsfreigabe erfolgen kann – sprich zu Christi Himmelfahrt ist die Vollsperrung aufgehoben.

Zumindest für Rettungskräfte und Feuerwehr, Pflegedienste und Post sei indes eines kurze örtliche Umleitung ausgemacht, erklärte Alt Tellins Bürgermeister Frank Karstädt, dessen beidseitig der Tollense gelegene Gemeinde durch die Baumaßnahme sozusagen zweigeteilt wird. Die besagten Fahrzeuge können bei Bedarf Wege durch die Wiesen nutzen, die zum einen der Kommune und zum anderen dem Umweltschutzverband BUND gehören, so das Dorfoberhaupt.

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