LEUCHTTURM GEKLAUT

Unbekannte sägen bei Loitz ein Signal des Zusammenhalts ab

Zum zweiten Mal wurde eine Leuchtturm-Plastik am Weg zwischen Sassen und Trantow gestohlen. Traurig ist nun nicht nur der Anblick, den der Picknickplatz jetzt bietet.
Trantow hat seinen Leuchtturm noch, im Schwingetal wurde er jetzt vom Sockel abgesägt und gestohlen. Er sah ebenso witzig
Trantow hat seinen Leuchtturm noch, im Schwingetal wurde er jetzt vom Sockel abgesägt und gestohlen. Er sah ebenso witzig und schön aus. Sassen-Trantows Bürgermeister Dietmar Blohm ist richtig sauer. Stefan Hoeft/Ulrike Rosenstädt
Neben dieser Bank stand bis vor wenigen Tagen noch ein Leuchtturm. Der hatte Symbolcharakter, sollte er doch signalisieren, wi
Neben dieser Bank stand bis vor wenigen Tagen noch ein Leuchtturm. Der hatte Symbolcharakter, sollte er doch signalisieren, wie schön dieser Ort ist und gleichzeitig viele Menschen zum Verweilen einladen. Jetzt ist nur noch der Fuß übrig. Ulrike Rosenstädt
Die Schnittfläche ist noch relativ frisch. Die Diebe müssen erst vor wenigen Tagen am Werk gewesen sein.
Die Schnittfläche ist noch relativ frisch. Die Diebe müssen erst vor wenigen Tagen am Werk gewesen sein. Ulrike Rosenstädt
Sassen-Trantow.

„Das ist einfach nur schäbig. Wer zerstört und klaut etwas, das allen, der Allgemeinheit gehört?“, Sassen-Trantows Bürgermeister Dietmar Blohm ist richtig sauer. Er zeigt auf die Stelle am Verbindungsweg zwischen Sassen und Trantow nahe Loitz, an der einst ein hölzerner Leuchtturm stand. Ein Symbol, das die Einwohner und Besucher darauf hinweisen sollte, wie schön es im Schwingetal ist und dass es sich lohnt, auf der Bank, neben dem hölzernen Leuchtturm, Platz zu nehmen, um die Landschaft zu genießen.

Der jetzt gestohlene Leuchtturm, eine Arbeit des Stralsunder Holzskulpturen-Künstlers Raik Vicent, war einer von insgesamt sechs, die auch für ein verbindendes Element zwischen den Gemeinden Görmin und Trantow stehen sollten. Die Idee zu dieser Aktion hatten Mitstreiter der Aktionsgruppe „Dorfge(h)dankenweg“, die sich einst beim MORO-Projekt beteiligten. Es handelte sich um eine vom Bund geförderte Initiative, die Daseinsvorsorge thematisiert hatte. „Nun sind es nur noch zwei Leuchtürme“, sagte Dietmar Blohm vor Ort.

Kunstwerk wird diesmal nicht ersetzt

Es fällt ihm schwer, nicht zynisch oder sarkastisch zu werden. „Solche Zerstörungswut, nee, die kann ich nicht nachvollziehen. Sollte es sich bei dem Leuchtturm-Dieb um einen Sammler handeln, dann kann er sich gern bei mir melden.“ Was nun Herr Bürgermeister? Werden Sie Anzeige erstatten? „Das macht ja in diesem Fall wenig Sinn. Es bringt ja nichts“, sagt Dietmar Blohm. Doch ohne Folgen bleibt diese Wiederholungstat nicht. Genau an dieser Stelle wurde 2017 schon einmal die hölzerne Leuchtturmplastik von ihrem ebenfalls hölzernen Standfuß abgesägt und gestohlen. Blohms Vorgänger Detlef Behm hatte sich vor drei Jahren ebenso sehr über den dreisten Diebstahl geärgert, dann aber den Leuchtturm noch einmal durch einen neuen ersetzen lassen.

Doch nun, nach dem erneuten Zwischenfall, zieht die Gemeinde Konsequenzen aus der jüngsten Straftat eines Unbekannten: „Wir werden keinen neuen Leuchtturm in Auftrag geben. An dieser Stelle wird künftig leider nur noch eine Bank stehen. Das ist sehr schade, aber wir können nicht alle zwei bis drei Jahre mehrere Hundert Euro investieren, um diese Holzbildhauerarbeit immer wieder zu erneuern. Das geht schon aus haushaltstechnischen Gründen nicht“, kündigt Dietmar Blohm an. Er hofft jetzt nur noch, dass sich an den anderen Leuchttürmen am Dorfteich in Trantow und auch an denen in der Görminer Nachbargemeinde niemand vergreift.

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