UNTERRICHT IN DER CORONA-KRISE

Trotz Abstand halten an Loitzer Schulen alle zusammen

Kleine Lerngruppen, Prüfungen in der Sporthalle, Mundschutz im Schulbus – der Alltag für Schüler und Lehrer hat sich auch in Loitz komplett verändert.
Warten auf den Schulbus. Nach fünf Stunden Unterricht in kleinen Gruppen machten sich diese Loitzer Grundschüler auf
Warten auf den Schulbus. Nach fünf Stunden Unterricht in kleinen Gruppen machten sich diese Loitzer Grundschüler auf den Heimweg. Schulleiterin Anke Kühn (im Hintergrund) ist stolz auf ihre großen Kleinen. Ulrike Rosenstädt
Loitz.

Nach der fünften Stunde dauerte es gar nicht lange und die Vierklässler der Loitzer Grundschule versammelten sich an der Schulbushaltestelle. Alle schienen fröhlich zu sein. Das verrieten ihre Augen. Denn alle hatten brav ihre wegen der Corona-Krise vorgeschriebenen Masken aufgesetzt. Auch wenn sie das im Unterricht nicht müssen, kurz vor dem Einsteigen in den Bus, wussten sie, was zu tun war.

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Sehr zufrieden beobachtete das auch die Loitzer Grundschulleiterin Anke Kühn. „Unsere Viertklässler sind wirklich sehr vernünftig und kommen mit der momentanen Situation gut zurecht. Wir merken ganz deutlich, dass die Eltern viel mit den Kindern geredet, ihnen die Pandemie-Situation erklärt haben. Das schätzen wir Lehrer sehr, denn darauf können wir gut aufbauen. Das macht es auch einfacher, gemeinsam mit den Schülern den veränderten Alltag gemeinsam zu meistern.“

Zahl der Notbetreuungen schwankt

Der Grundschulalltag ist derzeit geprägt durch Unterricht der vierten Klassen, in kleinen Gruppen sowie durch die Notbetreuung. Die besuchen derzeit 19 Grundschüler. Die Zahl schwankt etwas, da immer wieder neue Anträge eingereicht werden. „Schon in den nächsten Wochen werden es 24 Schüler aus der ersten bis dritten Klasse sein“, weiß Anke Kühn. Die Großen wurden in insgesamt vier Lerngruppen aufgeteilt. Jeweils neun Mädchen und Jungen sitzen in großzügig eingerichteten Räumen, um von der ersten bis zur fünften Stunde in Mathematik, Deutsch und Sachkunde unterrichtet zu werden. Alle anderen Fächer fallen derzeit aus.

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Die Schulwoche hat für die Viertklässler vier Tage. „Am Freitag bleiben die Schüler zu Hause, bekommen aber für diesen Tag Hausaufgaben mit, die sie lösen müssen“, beschrieb Anke Kühn, wie Grundschule in Loitz zu Pandemie-Zeiten funktioniert. Der gemeinsame Schultag beginnt für jedes Kind mit Händewaschen im Klassenzimmer. Der Hausmeister kontrolliere jeden Tag, ob genügend Papierhandtücher, Seife und Desinfektionsmittel vorhanden sind. Es ist schon erstaunlich, wie gut alles funktioniert. Schließlich steht auch das Team der Loitzer Grundschule zum ersten Mal vor der Herausforderung, eine Pandemie-Situation zu meistern.

Online-Unterricht frühzeitig vorbereitet

„Wir hatten einen kleinen Vorlauf. Den haben wir genutzt. Bevor unsere Schulen im Land am 16. März geschlossen wurden, passierte das bereits in anderen Bundesländern. Uns war klar, was auf uns zukommt, also haben wir losgelegt, Elterninformationen geschrieben und den Online-Unterricht vorbereitet“, erzählte die Grundschulchefin. Auch wenn die jetzige Situation im Zusammenspiel mit Eltern, Lehrern, Erziehern, dem gesamten Team gut funktioniert, bedauert Anke Kühn, dass so viele geplante Aktivitäten ausfallen müssen. Zu gern würde sie bald alle Kinder von Klasse eins bis vier wieder unter einem Dach wissen.

Diesen Wunsch teilt Anke Kühn mit ihrem Kollegen, dem Leiter der Regionalen Schule Loitz, Frank Fandrich. Doch derzeit kann Gemeinschaft nicht wie gewohnt gelebt werden: „Zur Zeit betreuen wir die Schüler der neunten Klasse und schon ein paar Tage länger unsere Zehntklässler, die ja ab der kommenden Woche ihre schriftlichen Prüfungen absolvieren, dazu kommt die Gruppe der Notfallbetreuung. In der werden derzeit vier bis fünf Schüler unterrichtet“, informierte der Schulleiter auf Nordkurier-Nachfrage. Natürlich wurden, den aktuellen Vorschriften entsprechend, die Klassen in kleine Lerngruppen aufgeteilt. Genügend Platz gebe es derzeit.

Schule wird viel öfter gereinigt als sonst

Alle Räume und auch das Treppenhaus werden täglich gereinigt. „Viel öfter als sonst. Ein großes Dankeschön geht an die Reinigungskräfte, das gesamte technische Personal, alle leisten wirklich sehr gute Arbeit“, sagte Frank Fandrich. Wie seine Kollegin aus der Grundschule berichtete auch er davon, dass alle Schüler immer wieder darauf hingewiesen werden, sich häufig die Hände zu waschen. „Darüber hinaus stehen in jedem Unterrichtsraum Desinfektionstücher zur Verfügung“, berichtete der Chef der Regionalen Schule davon, dass es gut wahr, dass die Schule bestimmte Materialien schon rechtzeitig bestellt hatte.

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Dazu gehört, dass im Treppenhaus zusätzlich Warnbänder und Hinweise installiert wurden, „sodass sich beim Raumwechsel die Teams gar nicht begegnen können“, erklärte der Schulleiter. Trotz all dieser Vorkehrungen geht’s für die Prüfungen in die große Sporthalle, denn nur dort kann für die 24 Zehntklässler der vorgeschriebene Abstand auch eingehalten werden. Schüler, die derzeit weiter im Homeschooling arbeiten müssen, werden online betreut.„Auf unserer Homepage, die inzwischen auch eine Notfall-Corona-Seite ist, haben die Schüler und Eltern Zugriff auf viele Informationen, wie die aktuellen Lernaufgaben, und können mit ihren Lehrern im ständigen Austausch sein“, möchte sich Frank Fandrich gleich noch einmal bedanken – nämlich auch für die technische Unterstützung, die die Schule nach Ausbruch der Pandemie schnell und unkompliziert erfahren hat.

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Kommentare (1)

Eingesperrt und zunehmend gleichgerichtet
fühlt sich der überwiegende Teil der Bevölkerung.
Die, die es noch nicht verstanden haben, freuen sich jeden Tag aufs neue über die Gängeleien der Regierung.