CHEFPOSTEN VAKANT

Sorge um Demminer Kinderklinik wächst

Auch in den verschiedenen politischen Lagern wächst die Sorge, dass die Pädiatrie in Demmin vor dem endgültigen Aus steht. Hoffnungslos ist die Situation jedoch nicht.
Laut dem Krankenhausgeschäftsführer ist der Betrieb der Demminer Kinderklinik für die kommenden Monate gesicher
Laut dem Krankenhausgeschäftsführer ist der Betrieb der Demminer Kinderklinik für die kommenden Monate gesichert. Denny Kleindienst
Demmin.

Wirklich gut sieht es für die Kinderklinik des Demminer Kreiskrankenhauses nicht aus. Die pädiatrische Versorgung steht auf wackligen Füßen, denn der Chefarzt der Station verlässt das Haus Ende März und ein Nachfolger ist bislang nicht in Sicht. Auch die Opposition in der Landes- und Kreispolitik hat inzwischen von dem Problem Wind bekommen und appelliert an die Regierung für den Erhalt der Klinik zu sorgen.

So bezeichnet die Landtagsfraktion der AfD den aktuellen Zustand als unzumutbar und als Armutszeugnis für das Land Mecklenburg-Vorpommern. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sei nun aufgefordert, sich mit allen relevanten Akteuren an einen Tisch zu setzen, um ein Schicksal, wie es bereits andere Krankenhäuser ereilt hat, abzuwenden.

Grüne werfen Landesregierung Versäumnisse vor

Trotz normalerweise unüberwindbaren politischen Differenzen mit der AfD stoßen die Kreis-Grünen und auch die Linken auf Kreis- und Landesebene bei diesem Thema ins gleiche Horn. „An der Kinderklinik in Demmin zeigen sich die Versäumnisse der Landesregierung“, so die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes Jutta Wegner. Selbst gut bezahlte Posten, wie der des Chefarztes, seien im ländlichen Raum nicht mehr attraktiv. Um den Erhalt der medizinischen Versorgung zu sichern, müssen daher die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Für die Linken geht es dabei ganz explizit um bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. Eine Pädiatrie würde sich unter den aktuellen Voraussetzungen offenbar für die Krankenhäuser sowie die Ärzte nicht mehr lohnen. „Wir brauchen mehr Geld im System oder es muss anders verteilt werden“, so der Linken-Landtagsabgeordnete Peter Ritter.

Gespräche mit zwei Kandidaten

Ganz so schwarz, wie die Situation gemalt wird, sieht es für die Kinderklinik in der Hansestadt jedoch nicht aus. Und auch von einer Schließung ist im Haus aktuell nicht die Rede. „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“, so Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen. Nach wie vor werde zwar sowohl ein Oberarzt als auch ein Chefarzt für die Pädiatrie gesucht, die ersten positiven Entwicklungen zeichnen sich allerdings bereits ab. „Wir befinden uns mit zwei potenziellen Kandidaten in den ersten Gesprächen“, sagt Firneisen.

Zudem habe es Unterredungen mit der Uni-Klinik in Greifswald gegeben, die ihre Unterstützung zugesichert hätte. Selbst der scheidende Chefarzt Dr. Ralph Richter bleibt der Klinik erhalten und wird sich neben seinen Patienten in der Praxis auch denen im Krankenhaus widmen. Alles in allem ist der Betrieb für die kommenden Monate gesichert. „Die Dienstpläne sind bis Mai geschrieben“, so der Geschäftsführer.

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Kommentare (1)

Die Linke und Die. Grünen irren in der kausalen Verantwortlichkeit. Das regelt das Bundesgesetz. Das hat mit unserem Bundesland nix zu tun. Weder SPD noch CDU. Das schreibe ich als Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag MSE. Die anderen Parteien im Kreistag sollen sich Mal informieren, auf welcher Ebene in Deutschland Krankenhauspolitik verantwortet wird. Das Geld regelt Berlin.