Dringend notwendige Sanierung

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Rettung für 300 Jahre alten Altar in Sicht

Der Altar ist mehr als 300 Jahre alt. Er gilt als Glanzstück pommerscher Schnitzkunst.
Der Altar ist mehr als 300 Jahre alt. Er gilt als Glanzstück pommerscher Schnitzkunst.
Ulrike Rosenstädt

Mithilfe einer Spenden-Aktion soll der wertvolle Altar der Görminer Kirche gerettet werden. Die nun gestartete Sammelaktion gab es in dieser Form in der Kirchengemeinde noch nie.

Er ist mehr als 300 Jahre alt. Er gilt als Glanzstück pommerscher Schnitzkunst. Er ist stark beschädigt. Das sind schon mal drei sehr gute Gründe, um sich für den Erhalt des hölzernen Altars, der um 1710 vom Stralsunder Bildhauer Elias Keßler geschaffen wurde, zu engagieren. Die Mitglieder der Kirchengemeinde Dersekow, zu der auch das Görminer Gotteshaus gehört, haben schon fleißig Spenden gesammelt, um eine Restaurierung des barocken Kunstwerkes zu ermöglichen.

„Insgesamt benötigen wir 23.000 Euro“, informierte Görmins Pastor Irmfried Garbe. Aus der Haushaltskasse der Kirchengemeinde ist das nicht mal eben so zu finanzieren. Zumal die Görminer in den zurückliegenden zwei Jahren bereits umfängliche Bauarbeiten in ihrer Kirche, sowohl finanziell als auch mit eigener Man- und Frauenpower, gestemmt haben. Erinnert sei an den Ausbau des Gemeinderaumes und die Erneuerung des Fußbodens in der Kirche.

Crowdfunding-Plattform ruft zu Spenden auf

Doch Langmut zahlt sich bekanntlich aus. Und so haben der Gemeindekirchenrat und Pastor Irmfried Garbe in Sachen Finanzierung der Rettung des Kirchenaltars nicht locker gelassen: „Wir haben zahlreiche Stiftungen angeschrieben, leider ohne Erfolg“, berichtete der Pastor. Um so größer war die Freude bei den Görminern, als sie erfuhren, dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft auf ihrer Crowdfunding-Plattform „99 Funken“ zu Spenden für die Görminer Kirche aufrufen.

Diese Art von Unterstützung sichert auf jeden Fall einen Zugewinn, denn die Stiftungen erklären sich bereit, auf jeden gespendeten Euro noch zwei obendrauf zu legen. Und schon kommen alle anderen ins Spiel, die den Erhalt des Görminer Altars unterstützen möchten. 2000 Euro müssen nämlich zunächst an Spenden zusammenkommen. Diese Summe wird dann von den Stiftungen verdreifacht.

Sammler haben nur 70 Tage Zeit

Diese Zwischenetappe sollte schnell erreicht werden, denn nach 70 Tagen ist dieses Angebot beendet. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir das hinbekommen“, sagte Irmfried Garbe. Allein in diese Crowdfunding-Plattform aufgenommen worden zu sein, sei Ansporn genug. Immerhin wissen die Görminer bereits jetzt: Wenn sie die 2000 Euro zusammen haben, wächst das Spendenkonto auf 6000 Euro an. Wenn das in Zeiten knapper Kassen nicht ein Hilfsangebot ist, das zwingend angenommen werden muss.

Ab fünf Euro ist jeder Spender bei der Aktion dabei. „Mehr geht immer“, sagte Annett Müller, die als Sparkassenmitarbeiterin das Projekt „99 Funken“ betreut. Wenn sich jetzt, gerade vor Weihnachten, eine Spendenwelle in Bewegung setzt, „dann könnte mit den Arbeiten am Altar im Juli 2019 begonnen werden“, informierte der Pastor. Die Restauratorin hätte reichlich zu tun, denn der Holzwurm hat große Schäden angerichtet, Risse müssen beseitigt, Farbanstriche erneuert und fehlende Teile wieder angebracht werden.

Alle nötigen Informationen, wie das Crowdfunding funktioniert, was und wie sich jeder Einzelne beteiligen kann, ist unter der Internetseite der Kirchengemeinde Dersekow und unter www.99funken.de nachzulesen. Spenden können aber auch direkt geleistet werden: www.99funken.de/altarrestaurierung-goermin.