HARTZ-IV-GRUNDSICHERUNG

Mehr Sanktionen als im Vorjahr ausgesprochen

Vor allem, weil Leistungsempfänger Termine nicht einhielten, musste das Jobcenter Seenplatte Nord im vergangenen Jahr immer wieder Leistungen kürzen.
Georg Wagner Georg Wagner
Mehr als 8000 Menschen waren im vergangenen Jahr auf Geld des Jobcenters MSE Nord angewiesen. Einigen von ihnen wurden die Leistungen gekürzt, weil sie gegen Regeln verstoßen hatten.
Mehr als 8000 Menschen waren im vergangenen Jahr auf Geld des Jobcenters MSE Nord angewiesen. Einigen von ihnen wurden die Leistungen gekürzt, weil sie gegen Regeln verstoßen hatten. Georg Wagner
Nadine Marquardt
Nadine Marquardt Georg Wagner
Demmin.

Wenn Empfänger von Arbeitslosengeld II einen Termin beim Jobcenter (JC) haben, sollten sie diesen lieber wahrnehmen. Denn wenn sie ihn ohne wichtigen Grund versäumen, droht ihnen eine Leistungskürzung. Beim ersten Verstoß können das noch für die Dauer von drei Monaten zehn Prozent Abzug sein. Bei wiederholten Pflichtverletzungen indes kann das Jobcenter bis zu 60 Prozent der Mittel einbehalten.

Noch schwieriger kann es für junge Empfänger unter 25 Jahren werden. Ihnen kann das Jobcenter schon beim ersten, über ein Meldeversäumnis hinausgehenden Regelverstoß die Regelleistung vollständig streichen.

Rund drei Prozent der Kunden sanktioniert

Das dürfte im Bereich des Jobcenters MSE Nord indes nicht allzu häufig vorkommen. Denn im Großen und Ganzen liegt es bei den Verstößen und Sanktionen im bundes- und landesweiten Trend. 1685 Sanktionen musste es laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr aussprechen.

Das waren zwar 153 mehr als im Vorjahr, aber bezogen auf die Gesamtzahl der Leistungsempfänger relativiert sich das. 8371 Leistungsberechtigte in 6729 Bedarfsgemeinschaften betreute das JC 2018. Nur 251 Kunden wurden dabei laut Sprecherin Nadine Marquardt mit Sanktionen belegt. „Dies im Verhältnis zu 8371 Leistungsberechtigten ist eine geringe Anzahl an Betroffenen.“

Tatsächlich wurden damit nur etwa drei Prozent der Kunden „bestraft“ – vor allem weil „vereinbarte Termine im Jobcenter ohne wichtigen Grund nicht eingehalten wurden.“ Rund 77 Prozent der Fälle hatten laut Nadine Marquardt diesen Hintergrund. Für manch einen sind die Terminvereinbarungen indes nicht einzusehen wie etwa für jenen Mann, der laut eigenen Angaben mehrfach einen Termin am Morgen erhalten hatte, mit der Wahrnehmung aber seinen Mini-Job gefährdet hätte. Das könne auch nicht im Interesse des Jobcenters liegen, meinte er.

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Kommentare (1)

wenn man sie von der Couch runterkriegen will!