Katastrophenschutz

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Kreis hat bei Löschwasser keinen Überblick

An der Peene gibt es genügend Wasser, wie aber sieht es anderswo aus? Das wissen nur die Kommunen, nicht der Landkreis.
An der Peene gibt es genügend Wasser, wie aber sieht es anderswo aus? Das wissen nur die Kommunen, nicht der Landkreis.
Georg Wagner

Eine Anfrage der Grünen brachte es an den Tag: Im Landratsamt weiß niemand genau, wo und wie viele Löschwasserentnahmestellen es im Landkreis gibt.

Wenn es um die Löschwasserversorgung im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geht, braucht man bei einer Behörde gar nicht erst nachzufragen: bei der Kreisverwaltung. Im Landratsamt weiß man nämlich nicht genau, wo oder wie viele Löschwasserentnahmestellen es im Landkreis gibt. Das geht aus der Antwort von Dezernent Thomas Müller auf eine entsprechende Anfrage der Grünen-Kreistagsfraktion hervor. „Eine vollumfängliche Aufstellung aller Wasserentnahmestellen im Kreisgebiet existiert nicht“, heißt es darin.

Was fast nach einem Skandal klingt, kann Müller mit Verweis auf die Rechtslage relativieren. Der Brandschutz und damit auch die Bereitstellung von Löschwasser falle in die Zuständigkeit der Gemeinden, Angaben darüber durch die Gemeinden erfolgten freiwillig. Eine Ausnahme bilden lediglich sogenannte Sonderbauten mit einem erhöhten Brandschutzbedarf. In diesem Fall fordert die Bauaufsicht laut Müller im Zuge des Genehmigungsverfahrens entsprechende Stellungnahmen ab.

Einsatzleitung ohne Kenntnisse?

Damit läge die relative Unkenntnis der Kreisverwaltung über die Wasserreserven zwar im rechtlichen Rahmen, aber den Grünen reicht das schon allein mit Blick auf Großschadenslagen nicht aus. Zwar könnte der Kreis im Einzelfall die Einsatzleitung übernehmen. Wie aber, fragen sie, will die Einsatzleitung ohne Kenntnis der nächstgelegenen Entnahmestelle gewährleisten, dass ausreichend Schläuche zum Brandherd kommen?

Laut Kreisverwaltung wird das im Vorfeld von Einsätzen durch Einsatzplanungen der örtlich zuständigen Feuerwehren sichergestellt. Über diese Darstellung schüttelt Fraktionschef Helge Kramer nur den Kopf. „Das Amt mit der Rechtsaufsicht weiß nichts, kann im Einzelfall nicht reagieren und verlässt sich auf die Kommunen“, wettert er. „Das ist in hohem Maße unbefriedigend. Strategisch und mittelfristig muss man das in den Griff bekommen.“ Laut Thomas Müller ist die Kreisverwaltung im Moment dabei, eine Datenbank zur Löschwasserversorgung in den einzelnen Gemeinden anzulegen.