Künftiger Parteivorsitz

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Kreis-CDU über Merkel-Nachfolge noch uneins

Baustelle CDU: Wer künftig den Vorsitz führen soll, da gehen im Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte die Meinungen auseinander.
Baustelle CDU: Wer künftig den Vorsitz führen soll, da gehen im Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte die Meinungen auseinander.
Michael Kappeler

Friedrich Merz, Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer oder ganz jemand anders? Derzeit laufen in den Ortsverbänden der Union die Diskussionen um den künftigen Parteivorsitz. Auch der Kreisvorsitzende überlegt noch.

Als die Stimmen bei der Landtagswahl in Hessen ausgezählt und damit die dramatischen Verluste der CDU nicht mehr zu beschönigen waren, ahnte Marc Reinhardt schon, dass etwas von der Bundesvorsitzenden Angela Merkel kommen würde. Der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte ist schließlich lange genug in der Politik, um ihre Mechanismen zu kennen. Nur im Tempo verschätzte er sich. „Ich hätte eher bei der Klausur des Bundesvorstandes damit gerechnet“, sagte er am gestrigen Montag, während Medien wie der Deutschlandfunk von einem „Schaulaufen der Kandidaten“ sprachen.

Acht Regionalkonferenzen sind geplant

Es wird auch in die Provinz führen. Friedrich Merz, Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer – seit Angela Merkel ihren Verzicht auf den Parteivorsitz bekannt gegeben hat, stellt sich für die Mitglieder in der Seenplatte die Frage, wen sie künftig als obersten Chef oder Chefin haben wollen. Und womöglich wird sich die Auswahl noch erweitern. „Inzwischen sollen schon zwölf Namen im Spiel sein“, sagt Marc Reinhardt. „Aber ich denke, es wird vor allem um die drei gehen.“ Sie wollen sich auf Regionalkonferenzen der Basis vorstellen. Wobei „regional“ nicht unbedingt in der Nähe heißt.

Acht solcher Treffen wird es voraussichtlich geben. Damit wird nicht einmal auf jedes Bundesland eines entfallen, doch Reinhardt findet das Vorgehen insgesamt trotzdem gut. „So werden alle Mitglieder eingebunden“, meint er. Das dürfte auch nötig sein in einer Partei, die sich nach desaströsen Wahlen eine Art Neuanfang verordnet hat. Auf dem Bundesparteitag in gut vier Wochen wird es auch um eine Weichenstellung gehen zwischen Konservativen wie Merz und Spahn oder dem liberalen Flügel um Kramp-Karrenbauer.

Abschließendes Urteil erst auf Parteitag

Marc Reinhardt wird das live erleben. Er ist einer der Delegierten aus dem Seenplatte-Verband. „Ich freue mich darauf“, sagt er. Wem er aber seine Stimme geben wird, das steht bisher noch nicht fest. Ein abschließendes Urteil werde er sich erst auf dem Parteitag bilden, blickt er voraus. Dabei wird auch eine Rolle spielen, wie die eigene Basis denkt. Zwar sind die Delegierten nicht an ein imperatives Mandat gebunden, aber, sagt Reinhardt, „man holt sich natürlich vorher Meinungen ein.“

Gelegenheit dazu hat er genug. Das Thema werde derzeit in allen Ortsverbänden heiß leidenschaftlich diskutiert, ohne dass es schon einen Trend gäbe, weiß er. Ein Schwergewicht wird das Votum aus der Seenplatte aber nicht bilden. Von 1001 Delegierten stellt der Kreisverband vier: Lorenz Caffier, Vincent Kokert, Marc Reinhardt und Renate Holznagel.