BAUARBEITEN

B110 bei Tutow ab Montag halbseitig dicht

Fast 1,3 Millionen Euro will das Straßenbauamt bis Jahresende in den Ausbau der B 110 bei Tutow stecken, nächste Woche nun sollen die Arbeiten starten. Kraftfahrer müssen Behinderungen leben.
Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Dabei geht es um den Abschnitt zwischen den Zufahrten Friedenstraße und Parkstraße, auf dem dann eine halbseitige Sperrung zu erwarten ist.
Dabei geht es um den Abschnitt zwischen den Zufahrten Friedenstraße und Parkstraße, auf dem dann eine halbseitige Sperrung zu erwarten ist. Stefan Hoeft
Am Montag soll der grundhafte Neuausbau der B 110 in der Ortslage Tutow starten.
Am Montag soll der grundhafte Neuausbau der B 110 in der Ortslage Tutow starten. Stefan Hoeft
Tutow.

Ab Montag, 8. April,  müssen sich Nutzer der Bundesstraße 110, der Hauptverbindung zwischen Jarmen und Demmin, auf Wartezeiten und Verkehrseinschränkungen bei Tutow einstellen. Denn dort setzt das Straßenbauamt Neustrelitz (SBA) nun seine 2016 begonnene Grunderneuerung der rund 3,44 Kilometer Fahrbahn zwischen Kruckow und Zemmin fort. Diese Pläne waren wegen der Brückenprobleme auf derA 20 bei Tribsees zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden, weil die parallel zur Autobahn verlaufende Strecke im Hinterland als Ausweich-Route freigehalten werden sollte. Doch nun gab es grünes Licht von den Behörden, hier weiter zu machen.

Zwar gilt die B 110 trotz ihrer regional großen Bedeutung nicht als besonders, was die Frequentierung betrifft. Die Verkehrsmengenkarte für 2015 weist bei Tutow durchschnittlich 3747 Kraftfahrzeuge pro Tag aus, die Zahl der Lkw summiert sich auf 465, heißt es vom SBA. Doch diese Zahlen verteilten sich keineswegs gleichmäßig auf den Tag, zu Stoßzeiten rollen hier regelrechte Wagenkolonnen entlang. Deshalb geht es bei dieser Baumaßnahmen vor allem um Sicherheits- und Kostenbelange.

Der Verkehr führt halbseitig vorbei

Denn die Fahrbahn wird einer Bundesstraße schon lange nicht mehr gerecht, nicht zuletzt durch den maroden Unterbau auf stellenweise sehr schwierigem Baugrund bedingt. Fast überall zeigen sich Verformungen, Verdrückungen und zahlreiche Ausbesserungsstellen, sodass der Reparaturaufwand stetig stieg und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit reduziert werden musste. „Um den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit zu verbessern sowie Erhaltungsaufwendungen zu reduzieren, ist eine grundhafte Erneuerung erforderlich“, heißt es aus Neustrelitz. Zudem ist straßenbegleitend der Bau eines normgerechten Radweges vorgesehen, sodass die bisher bestehende Lücke im Pedalritter-Routennetz zwischen Jarmen und Kruckow geschlossen wird.

Dieses Jahr kommt ein rund 280 Meter langer Abschnitt der Ortsdurchfahrt zwischen der Friedenstraße und der Parkstraße an die Reihe, inklusive des Ausbaus der Knotenpunkte mit den beiden Gemeindestraßen. Die Fahrbahn erhält nach Angaben des SBA eine acht Meter breite Asphaltschicht, der Unterbau wird neu hergestellt. Der hier vorhandene Gehweg wird aufgenommen und durch einen 2,50 Meter breiten Radweg ersetzt, der zwischen Friedenstraße und nördlicher Busbucht auch als Gehweg ausgeschildert wird. Zur Abführung des Oberflächenwassers ist ein Regenwasserkanal mit entsprechenden Straßeneinläufen geplant. Darüber hinaus beinhalten die Pläne für 2019 die so genannte Vorlastschüttung einer 600 Meter langen Umfahrung für den im nächsten Jahr angedachten Bau einer Brücke über den Graben mit der NummerK 94 zwischen Tutow und Zemmin.

Für die Bauzeit in der Ortslage soll eine Aufweitung der Trasse erfolgen, die genügend Sicherheitsabstand zu den Arbeitern und ihrer Technik zulässt, um den Verkehr halbseitig vorbeizuführen. Denn hier soll in Etappen losgelegt werden, um eine Vollsperrung zu vermeiden. Angefangen wird mit der in Richtung Jarmen gesehen rechten Spur, ihr Fertigstellungstermin ist Mitte Juni. Vom 15. Juni bis 31. August nämlich soll an der Fahrbahn Ruhe herrschen, um in der Sommerferienzeit einen ungehinderten Verkehrsfluss in beide Richtungen zu gewährleisten. Danach geht es an die andere Seite. Anwohner können innerörtliche Strecken in Abhängigkeit von den Bauphasen nutzen, alle anderen müssen mit einer Ampelregelung leben.

Die Bausumme wird vom Straßenbauamt auf 1,27 Millionen Euro beziffert. Kostenträger für die B 110 ist der Bund, ebenso wie für den Regenwasserkanal und den Radweg. Für den Abschnitt des gemeinsamen Geh- und Radweges will er allerdings die Kommune mit ins Boot holen, die Verhandlungen dazu laufen nach Nordkurier-Informationen noch. Im Vorfeld mussten 15 Bäume gerodet werden, um Baufreiheit zu gewährleisten. Für sie gibt es im Anschluss entsprechende Ausgleichspflanzungen.

Karte der Sperrung und Bauarbeiten: Erneuerung der B 110 in Tutow - Nordkurier-Grafik

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