TROTZ MASSIVER ABSCHÜSSE

Jäger rechnen mit hohen Wildschwein-Beständen

Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest, Abschussprämien, erfolgreiches Jagdjahr: Dennoch werden aller Voraussicht nach die Wildschweinbestände wachsen. Dafür gibt es einige gute Gründe.
Georg Wagner Georg Wagner
Wie groß die Strecken auch sein mögen, eine drastische Verkleinerung der Wildschweinbestände ist bisher offenbar nicht gelungen.
Wie groß die Strecken auch sein mögen, eine drastische Verkleinerung der Wildschweinbestände ist bisher offenbar nicht gelungen. Jens Büttner
Demmin.

Die Jäger fürchten einen sprunghaften Anstieg des Schwarzwilds. Trotz der bis Ende März 2019 befristeten Pürzelprämie, bei der die Jäger pro abgeschossenes Wildschwein 25 Euro vom Land erhalten haben. So sollte der drohende Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest verhindert oder zumindest hinausgezögert werden. Bis Anfang November 2018 hatte das Land bereits mehr als eine Million Euro dieser Zuschüsse gewährt.

Auch die Jäger des Hegerings Neu-Kentzlin profitierten von der Prämie. Doch die Bilanz trübt ein Wermutstropfen. Trotz der guten Strecke nimmt der Bestand nicht ab, eher im Gegenteil. Vorsitzender Hansjoachim Jahns vermutet, dass die Wildschwein-Population sogar wieder wachsen könnte.

Starkes Frischlingsjahr

Er schließt das aus der Zahl der Frischlinge. „Es scheint jetzt so, als würden es im Bestand wieder mehr als in den vorigen Jahren.” Das hat nach seiner Einschätzung mehrere Gründe. So sei auf Bachen (weibliche Tiere) nicht geschossen worden. Dazu kommt noch, dass Frischlinge schon ab einem Gewicht von circa 40 Kilogramm trächtig werden können. So lässt sich leicht ausrechnen, dass bei günstigen Bedingungen die Population explodieren könnte. Außerdem gab es zwei mehr oder weniger ausgefallene Winter, massenhaft Eicheln im Wald und große Maisschläge in der Landwirtschaft.

Und auch wenn die Pürzelprämie mittlerweile ausgelaufen ist, wirbt zum Beispiel das Forstamt Poggendorf weiterhin für eine fleißige Jagd auf Schwarzwild, meint dort Matthias Sandmann. Auch für ihn stellt die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest den Hauptgrund des Rufs nach einer starken Jagd auf Schwarzkittel dar. Große Wildschweinpopulationen begünstigen die Ausbreitung der Seuche, weiß er. Bräche sie in der Region aber erst einmal aus, könnte das massive wirtschaftliche Schäden zur Folge haben, insbesondere für Schweine haltende Landwirte.

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