UMLEITUNGSPROBLEME IN TUTOW

Illegaler Schleichweg sorgt für Ärger

Die Vollsperrung der zwei Hauptzufahrten von der B 110 nach Tutow bringt eine Menge Ärger mit sich.
Der Tutower Mirko Krämer hat in den vergangenen zwei Wochen so manchen Wagenlenker erwischt, der dieses Durchfahrtsverbot
Der Tutower Mirko Krämer hat in den vergangenen zwei Wochen so manchen Wagenlenker erwischt, der dieses Durchfahrtsverbot ignorierte, um auf dem kurzem (Erlen)Weg in den Ort zu gelangen. Er fordert deshalb Kontrollen der Polizei. Foto: Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Wegen der Bauarbeiten an der B 110 sind die Hauptzufahrten zur Siedlung Tutow voll gesperrt – voraussichtlich noch bis E
Wegen der Bauarbeiten an der B 110 sind die Hauptzufahrten zur Siedlung Tutow voll gesperrt – voraussichtlich noch bis Ende November. Stefan Hoeft
Der Erlenweg ist eine Spiel- und Einbahnstraße. Doch das scheint einige Kraftfahrer genauso wenig zu interessieren wie d
Der Erlenweg ist eine Spiel- und Einbahnstraße. Doch das scheint einige Kraftfahrer genauso wenig zu interessieren wie das 3,5-Tonnen-Limit. Stefan Hoeft
Die Anwohner des Erlenwegs befürchten Scvhäden an der danierten Straßen durch die illegalen Lkw-Verkehr.
Die Anwohner des Erlenwegs befürchten Scvhäden an der danierten Straßen durch die illegalen Lkw-Verkehr. Stefan Hoeft
Tutow.

Skeptiker hatten es vorausgesagt und deshalb von Anfang an Kontrollen gefordert, nun gibt ihnen die Realität offenbar Recht: Weil wegen der letzten Arbeiten an der Bundesstraße seit zwei Wochen auch die beiden Kreuzungsbereiche mit der Tutower Friedenstraße und der Parkstraße komplett gesperrt sind, gibt es bis voraussichtlich Ende November nur noch eine Direktverbindung in die Siedlung – den Erlenweg.

Doch bei dem handelt es sich nicht nur um eine schmale Spielstraße mit 3,5-Tonnen-Gewichtslimit für Kraftfahrzeuge, sondern obendrein um eine Einbahnstraße, die nur von der Siedlung aus befahren werden darf und zwischen Tankstelle und ehemaliger Konservenfabrik (heute DDR-Museum) auf die B 110 mündet.

Lkws in enger Spielstraße

Das Straßenbauamt hat diese Strecke aus gutem Grund nie als Ausweichstrecke in Betracht gezogen, stattdessen die frühere Hauptzufahrt zum einstigen Militärflugplatz entsprechend ausgeschildert. Die Umleitung führt über den sogenannten Anatol zwischen Tutow und Tutow-Dorf am Friedhof und dem Beiselen-Gelände vorbei und knüpft dann an der ehemaligen Post mit der Dammstraße ans lokale Straßennetz an. Allerdings bringt das jedem mehr als einen Kilometer Umweg ein, je nach Ziel kommen noch mehrere Hundert Meter hinzu. Ein Mehraufwand, den sich anscheinend so einige Wagenlenker sparen wollen, wie insbesondere Anwohner berichten.

„Das ist eine Katastrophe im Erlenweg. Schon morgens um halb Fünf fahren die ersten schweren Lkw da durch, das 3,5 Tonnen-Limit interessiert doch keinen“, berichtete etwa Mirko Krämer bei der Einwohnerfragestunde der Tutower Gemeindevertretung. Immer wieder beobachte er zudem Fahrzeuge, die die Einbahnstraßenregelung ignorierten, Fremde ebenso wie Ortskundige, kleine ebenso wie sehr große. Mit fadenscheinigen Begründungen, wie er nach einem Gespräch mit einem Fischhändler meint, den er daraufhin zur Rede stellte. „Er hat gesagt, er weiß ja nicht, wie er sonst nach Tutow reinkommen soll.“ Krämer ist mittlerweile so wütend, dass ihm jede Toleranz gegen den Strich geht: „Wenn mir da einer entgegen-kommt, weiche ich nicht einen Millimeter zurück. Den treibe ich bis zur Tankstelle zurück.“

Straßenschäden befürchtet

„Da muss etwas passieren, da müssen sich Ordnungsamt und Polizei hinterklemmen“, forderte er in der Runde. Die stimmte ihm zu, und Bürgermeister Roland Heiden versprach, sich um das Thema zu kümmern. Schließlich ist allen nicht nur bewusst, dass derartige Verstöße eine Frechheit darstellen, sondern obendrein teure Folgekosten in Form von Straßenschäden nach sich ziehen können. Schon jetzt gibt es eine Vielzahl von Rissen im Asphalt. „Die Bürger dort sind auch sauer, weil sie finanziell am Ausbau des Erlenweges beteiligt wurden und das nun in gewissem Maß als ihre Straße ansehen. Einige Anwohner haben da etliche Tausend Euro für bezahlen müssen“, schilderte das Dorfoberhaupt. „Ich werde mit der Polizei reden, ob die das kontrollieren können“, kündigte er an. Überdies gibt es immer wieder Klagen, dass dort einige Auto-Piloten ziemlich zügig entlang rollen, von Schrittgeschwindigkeit und selbst Tempo 30 kann da keine Rede sein. Ein Grund mehr für die Tutower, hier Kontrollen anzumahnen.

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Kommentare (1)

...sie ruhte über die Sommerferien. Nicht nur die Sommerferien in MV, nein sondern auch noch danach, bis auch das letzte Bundesland keine Ferien mehr hatte. Blödsinn nun in der Schlechtwetterzeit weiterzumachen. Eine ordentliche Beschilderung der Umleitung gibt es nicht - ortsfremde sind aufgeschmissen. Hinzu kamen die ewigen Bauarbeiten an den Fernwärmeleitungen im Ort. Ich verstehe den Frust der Anwohner im Erlenweg und habe kein Verständnis für die genannten Verstöße. Jedoch habe ich auch kein Verständnis für eine schlechte Planung. Bei der Baustelle zwischen Tutow-Dorf und Kruckow hieß es ja bereits entweder fährst Du legal durch den Dreck (Umleitung über "befestigten" Feldweg) oder 15km Umweg nach Demmin. Wir werden sehen, ob der weitere Ausbau der B110 (Tutow - Zemmin) dann irgendwann besser verläuft....