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Große Hilfsbereitschaft für Demminer Brandopfer

Margrit Wendt und Marcel Kretschmer mit ihrem jüngsten Sohn Torsten: Inzwischen konnte die Familie eine neue Wohnung beziehen.
Margrit Wendt und Marcel Kretschmer mit ihrem jüngsten Sohn Torsten: Inzwischen konnte die Familie eine neue Wohnung beziehen.
Denny Kleindienst

Nach dem Brand in ihrem Wohnhaus im Schwedenwallweg hatte eine achtköpfige Familie plötzlich kein Zuhause mehr. Dank des schnellen Eingreifens der Stadt wohnt die Familie inzwischen in einer neuen Wohnung. Damit hörte die Hilfsbereitschaft jedoch noch lange nicht auf.

Was vor knapp drei Wochen im Demminer Schwedenwallweg passiert ist, war ein großes Unglück für die betroffene Familie. Ein Unglück, das auch andere betroffen machte. Zwar konnte der Brand in ihrem Wohnhaus durch die Feuerwehr schnell gelöscht werden, auch wurde niemand aus der Familie ernsthaft verletzt, doch das Haus ist seither unbewohnbar. Mutter, Vater und die sechs Kinder hatten plötzlich kein Zuhause mehr.

Dass dieses Schicksal viele Menschen bewegt hat, zeigt sich nun daran, wie viele Menschen der Familie danach geholfen haben. Dass Marcel Kretschmer, Margrit Wendt und ihre sechs Kinder inzwischen eine Wohnung in der Kahldenstraße bezogen haben, liegt vor allem auch an Bürgermeister Michael Koch. Am Montag nach dem Unglücks-Wochenende saßen sie um 8 Uhr morgens in seinem Büro, kurz darauf wurde ihnen die 6-Raum-Wohnung zur Verfügung gestellt. Die sollte eigentlich zurückgebaut und in zwei Drei-Raum-Wohnungen verwandelt werden, wie Marcel Kretschmer verrät. „Da hatten wir echt Glück gehabt“, sagt der 32-Jährige. Um die Frage nach der Miete zu klären, waren sie dann beim Arbeitsamt. Auch von der Seite gab es schnelle Hilfe. Innerhalb von zwei Stunden habe es die Zusicherung des Amtes gegeben, sagt der Vater.

Hilfe vom Sozial-Kaufhaus und Privatleuten

Die Couch, den Esstisch und die Sitzbänke hat die Familie aus ihrer alten Wohnungen geholt. Mehr konnten sie nicht retten. Im Sozial-Kaufhaus in Greifswald haben sie sich deshalb gebrauchte Möbel besorgt. „Und wir durften mitnehmen, was wir noch brauchen.“ So bekamen sie in Greifswald auch Geschirr und Kleidung für die Kinder. Eine ältere Dame überließ der Familie ihr Ehebett.

Vergangene Woche wurden ihnen noch ein Kühlschrank und ein Gefrierschrank übergeben. Die beiden Geräte in gutem Zustand waren nach einer Haushaltsauflösung übrig. Der Demminer, der die Haushaltsauflösung betreute, hätte sie auch weiterverkaufen können. Doch als er hörte, dass die von dem Brand betroffene Familie Bedarf hat, gab er ihr die beiden Geräte kurzerhand, ohne Geld dafür zu verlangen, wie er dem Nordkurier auf Nachfrage sagt.

Winterkleidung nach Demmin statt in den Container

Auch Nicole Rebenstock wollte helfen. Sie hatte von dem Demminer Unglück im Internet gelesen und sich daraufhin an den Nordkurier gewendet. Die 39-Jährige wohnt in Rollwitz bei Pasewalk. „Ich habe auch fünf Kinder“, sagt sie am Telefon und erklärt, dass sie gerade Winterkleidung für Kinder in den Kleidercontainer werfen wollte, als sie vom Schicksal der Familie erfuhr. Der Nordkurier holte die Kiste und die drei großen Beutel schließlich bei Nicole Rebenstock ab. Ihren großen Söhnen (17, 15, und 13 Jahre alt) und auch Leo, dem mit vier Jahren jüngsten, passen die Sachen nicht mehr.

Im August bekamen Nicole Rebenstock und ihr Freund jedoch noch ein Mädchen, Isabella. „Endlich ein Mädchen“, sagt sie und lacht. Da sie sich nun mit neuen pinken Sachen eindecken könnten, braucht es die Wintersachen der großen Brüder nicht mehr. Aber es sind doch Sachen, „die zu schade für den Kleidercontainer sind.“