RETTUNG DER KINDERKLINIK

Greifswalder Ärzte vielleicht ab Mai im Demminer Krankenhaus

Mit allen Mitteln soll die Kinderklinik in Demmin erhalten werden. Neben der neuen Kooperation mit der Uni Greifswald gibt es noch eine andere Notfall-Option.
Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD), Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen, der ärztliche
Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD), Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen, der ärztliche Direktor der Universitätsmedizin, Prof. Dr. Claus-Dieter Heidecke, und der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Holger Lode, haben am Montag den Kooperationsvertrag zwischen Greifswald und Demmin festgezurrt. ZVG
Demmin.

Seit einigen Wochen steht die Zukunft der Pädiatrie im Demminer Kreiskrankenhaus unter keinem guten Stern. Denn Chef- und Oberarztposten müssen neu besetzt werden. Noch sind die Dienstpläne zwar geschrieben, eine kurzfristige Lösung für die medizinische Absicherung muss dennoch her. Dafür wurde am Dienstag eine entscheidende Unterschrift geleistet und die Kooperation mit der Universitätsmedizin Greifswald (UMG) festgezurrt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt mit der Uni zusammenarbeiten“, so der Geschäftsführer des Demminer Kreiskrankenhauses Kai Firneisen. Konkret bedeutet das, dass künftig ein bis zwei Mediziner im Rahmen ihrer Facharztausbildung in der Pädiatrie praktizieren. „Angesetzt ist das für jeweils mindestens sechs Monate, im besten Fall sogar zwölf“, sagt er. Das würde die ärztliche Notsituation etwas lindern.

Kein Startzeitpunkt für Hilfe festgelegt

Mehr Einfluss der UMG oder gar eine Steuerung des Krankenhausbetriebs in Demmin soll die Zusammenarbeit trotz unbegrenzt gültigem Vertrag allerdings nicht bedeuten. Vielmehr sieht Firneisen in der Kooperation eine Chance für beide Kliniken und im speziellen für die auszubildenden Ärzte. „Da bietet sich hier noch ein erweitertes Spektrum an medizinischen Fällen“, so Firneisen.

Auch wenn der Vertrag eine grundsätzlich gute Nachricht für die Demminer Pädiatrie ist, steht eine Sache bisher nicht fest. Denn einen konkreten Zeitpunkt, ab wann die Mediziner aus Greifswald das Kreiskrankenhaus tatsächlich unterstützen, gibt es nicht. „Wünschenswert wäre Mai“, sagt der Geschäftsführer. Grundsätzlich gehe er aber davon aus, dass mit Hochdruck daran gearbeitet wird und die ersten zeitnah kommen werden. Gespräche mit interessierten Assistenzärzten würden bereits geführt.

Ärztin aus Karlsburg hilft seit Montag in Demmin aus

Doch selbst wenn der Plan scheitert, steht die Kinderklinik noch nicht vor dem endgültigen Aus. „Wenn niemand gefunden wird, müssen wir uns mit Honorarärzten behelfen“, so Firneisen. Und auch aus dem Klinikum Karlsburg ist inzwischen Hilfe für Demmin angerückt. „Seit Montag haben wir eine Ärztin hier“, sagt er. Die Einarbeitung hätte bereits begonnen. Eine Entwicklung, die laut Firneisen, Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) zu verdanken ist. Dieser habe persönlich bei der Medizinerin um Unterstützung für das Kreiskrankenhaus gebeten.

Auch was die bislang unbesetzten Arztposten angeht, gibt sich Geschäftsführer Firneisen optimistisch. „Es wurden jetzt zwei gute Bewerbungsgespräche geführt“, sagt er. Zwar ist in diesem Rahmen noch keine Unterschrift geleistet worden, aber es sei schön, dass es überhaupt aussichtsreiche Interessenten gibt.

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Kommentare (1)

Ohne Geburtsstation kein Keißsaal. Ohne Kreißsaal keine Geburten mehr in Demmin! Ich hoffe doch sehr, dass es klappt. Sonst müssten sie die Gebährenden mit dem Hubschrauber nach Greifswald holen. Rest-Pommern ist zwar klein aber viel zu groß für nur eine Kinderklinik!