PROTESTAKTION

Demminer Tierschützer demonstrieren in Berlin

Grüne und Tierschützer aus der Region setzen sich am Sonnabend in Berlin für eine andere Landwirtschaft ein.
Georg Wagner Georg Wagner
16 Mitglieder des Demminer Tierschutzvereins, dessen Vorsitzende Kerstin Lenz ist, beteiligen sich an der Demonstration für eine Wende in der Landwirtschaft.
16 Mitglieder des Demminer Tierschutzvereins, dessen Vorsitzende Kerstin Lenz ist, beteiligen sich an der Demonstration für eine Wende in der Landwirtschaft. NK-Archiv
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Demmin.

Wenn sich am Wochenende Tausende Besucher auf der Grünen Woche in Berlin drängeln, werden außerhalb der Messehallen Menschen aus dem Demminer Land hinter Protestplakaten durch die Straßen der Hauptstadt ziehen. 16 Mitglieder des Demminer Tierschutzvereins beteiligen sich nach Auskunft der Vorsitzenden Kerstin Lenz an einer Demonstration für eine Wende in der Landwirtschaft.

Damit wollen sie auf Probleme wie Massentierhaltung, Bienensterben und den Einsatz von Pestiziden aufmerksam machen. Nach Berlin fahren sie mit dem Zug. „Wir würden uns freuen, wenn sich uns noch Menschen anschließen würden“, so Kerstin Lenz. Interessenten bittet sie, sich beim TSV Demmin unter Telefon 0171 48 39 012 zu melden.

Auch der Grünen-Kreisverband organsiert eine Aktion

Auch der Kreisverband der Grünen organisiert gemeinsam mit dem BUND und der BUNDjugend eine Fahrt zu der unter dem Motto „Wir haben es satt“ stehenden Demonstration, die am Brandenburger Tor startet. „Wir wollen besseres und gesünderes Essen. Wir wollen, dass die Tiere artgerecht gehalten werden – ohne Massentierhaltung und massenhaft Antibiotika. Wir wollen auch, dass kleine Bauern von ihrer Arbeit leben können“, nennt die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes, Jutta Wegner, ihr Anliegen.

Interessenten bieten die Grünen Mitfahrgelegenheiten über das Berlin-Brandenburg-Ticket ab Neubrandenburg an. Dazu müssten sich die Betreffenden laut Jutta Wegner auf dem Bahnsteig an die Grünen wenden. Sie seien leicht zu erkennen. Der Zug fährt am Sonnabend in Neubrandenburg um 10.30 Uhr ab.

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Kommentare (1)

Die Landwirtschaft hat ihre Seele verloren. Sortenreines Getreide, wo früher Millionen von Wildkräutern in den Feldern ganze Scharen von Singvögeln ernähren konnten. Fremdsaat kostet Strafe! Selbst die schmalen Randstreifen an den Getreidefeldern werden neuerdings sorgfältig gemäht. Maisfelder so weit das Auge reicht. Eine bei uns erst nach dem Krieg angebaute Kulturpflanze aus Amerika, wertlos für unsere Insekten! Wiesen, die fünf mal im Jahr gemäht werden, verunmöglichen bodenbrütende Vögel. Güllewagen und Mineraldünger auf Teufel komm raus. Die Zeiten, in denen die Bauern mit der Natur zusammenlebten sind vorbei. Die modernen Landwirte beuten sie aus. Wettbewerbsdruck durch sinkende Weltmarktpreise machen sie zunehmend selbst zu Getriebenen. Sie müssen ihre Kosten senken: größer und effizienter werden, noch mehr düngen und spritzen. Ein Teufelskreislauf!