FACHKRÄFTEMANGEL

Demminer Klinik bekommt Verstärkung aus Greifswald

Die Suche nach einer Oberärztin für die Demminer Kinderklinik gestaltet sich schwierig. Nun ist die Stelle zumindest zu einem Teil besetzt. Doch das Problem des Fachkräftemangels ist noch längst nicht behoben.
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Die Ausbildungskooperation mit der Universitätsmedizin trägt Früchte: Bald praktiziert die erste Nachwuchsärztin aus Greifswald in der Demminer Kinderklinik. Denny Kleindienst
Demmin.

In der Kinderklinik des Demminer Kreiskrankenhauses ist die vakante Oberarztstelle nun besetzt, zumindest teilweise. Seit gut einer Woche hilft Dr. Sabine Hoppe als Oberärztin Kindern mit neurologischen Problemen. Sie berät und behandelt etwa bei Migräne und Krampfanfällen, bietet aber auch Diagnostik und Konsultation in Fällen von Verhaltens- , Entwicklungs- und Schlafstörungen, Depressionen, psychosomatischen Problemen und ähnlichen Leiden. Bei Bedarf wendet sie zudem Chirotherapie zur Diagnose und Therapie an.

Mit dieser Neubesetzung wird in der Kinderklinik das einstige Stiefkind Neuropädiatrie aufgepäppelt. „Bislang ist in dem Bereich wenig gemacht worden“, so Ina Stramke vom Sekretariat. „Wir wollen das Spektrum erweitern.“ So freut sich auch Geschäftsführer Kai Firneisen über die Verstärkung. „Frau Dr. Hoppe ist eine ganz wichtige Ergänzung für unser Team. Es gibt immer wieder auch neurologische Fragestellungen. Die können wir jetzt exzellent abklären.“

Oberarztsuche bleibt schwierig

Dr. Sabine Hoppe ist zwar als Oberärztin eingestellt, voll besetzt ist die Oberarztstelle in der Kinderklinik damit jedoch noch nicht. Denn die Spezialistin in der Neuropädiatrie praktiziert nur einmal wöchentlich im Kreiskrankenhaus. „Wir bekommen die Dienste in der Pädiatrie aber ganz gut abgedeckt“, beruhigt Firneisen. Dennoch ist das Kreiskrankenhaus weiter auf der Suche nach einem Oberarzt, der sich die Stelle mit der Neuropädiaterin teilt. „Das wäre keine Vollzeitstelle mehr, aber die meisten wollen auch nicht mehr 40 Stunden arbeiten“, so Firneisen. Kandidaten gebe es derzeit trotzdem keine.

Land soll Ausbildungsstellen finanzieren

Grund dafür ist laut Firneisen der Fachkräftemangel, der nicht nur Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern, sondern Kliniken in ganz Deutschland treffe. „In der Vergangenheit wurden zu wenige Oberärzte ausgebildet und es gibt einfach nicht genug Kinderärzte“, erklärt Firneisen. „Es muss mehr ausgebildet werden.“ Eine entsprechende Initiative der Krankenhausgesellschaft MV ist noch mit dem Ministerium auszuhandeln. Der Wunsch: Das Land soll pro Standort zwei Ausbildungsstellen in der Pädiatrie finanzieren, unter der Voraussetzung, dass die ausgebildeten Ärzte in MV bleiben. Angedacht ist laut Firneisen eine Verbundweiterbildung, bei der die Fachkräfte im Rotationssystem in verschiedenen Häusern praktizieren.

Ähnlich wie bei der Ausbildungskooperation des Demminer Krankenhauses mit der Unimedizin Greifswald. Die Gespräche zeigen erste Wirkung: Ab 1. September beginnt eine Nachwuchskinderärztin aus Greifswald ihre Ausbildungszeit in Demmin, wo sie nach Angaben von Chefärztin Dr. Vanda Tuxhorn für sechs Monate bleiben wird. Und das Krankenhaus hofft noch auf eine zweite Kraft aus der Universitätsstadt. Langfristig sollen jeweils ein bis zwei Greifswalder Mediziner im Rahmen ihrer Facharztausbildung in der Demminer Pädiatrie praktizieren.

Die Kooperation ist laut Firneisen für beide Seiten von Vorteil. So erhielten die angehenden Kinderärzte durch den Austausch einen umfassenderen Einblick in verschiedene Krankheitsbilder: „In Demmin wird ein breites Spektrum von Kinderkrankheiten behandelt“, so Firneisen. „Das Kreiskrankenhaus kann da ein guter ergänzender Baustein in der Ausbildung werden.“

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