KINDERSTATION

Demminer Kinderklinik sucht dringend neuen Chefarzt

Nach langen Jahren auf dem Chefsessel verabschiedet sich Dr. Ralph Richter von dieser Position. Ein Nachfolger für die Leitung ist jedoch noch nicht in Sicht.
Das Team der Pädiatrie im Demminer Krankenhaus braucht dringend Unterstützung. Die Suche läuft, doch ein Nachfo
Das Team der Pädiatrie im Demminer Krankenhaus braucht dringend Unterstützung. Die Suche läuft, doch ein Nachfolger für den Chefarztposten ist noch nicht in Sicht. Denny Kleindienst
Demmin.

Das Leben der meisten Menschen beginnt mit einem Schrei in den sicheren Räumen der Geburtshilfestation. Neben der elterlichen Liebe stehen dann bestens ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte bereit, um das Neugeborene zu umsorgen. Nach einigen wohlbehüteten Tagen im Krankenhaus heißt es für die jungen Familien Abschied nehmen und in den eigenen vier Wänden den Alltag meistern. Doch was, wenn die lieben kleinen und größeren Kinder krank werden oder sich ernsthaft verletzen?

Deutschlandweite Suche

In der Pädiatrie, der Kinder- und Jugendstation des Demminer Kreiskrankenhauses, kann in solchen Situationen immer auf Hilfe gezählt werden. Damit das auch in Zukunft so bleibt, braucht es jedoch zügig einen neuen Chefarzt. Denn bereits zum 31. März diesen Jahres wird der bisherige Leiter Dr. Ralph Richter nicht mehr als Chef der Kinderklinik tätig sein. Aus familiären Gründen hat sich der Mediziner nach 16 Jahren entschieden, seine Funktion am Demminer Krankenhaus hinter sich zu lassen. Zwar bleibt er der Klinik anteilig erhalten, die Aufgaben des Chefarztes müssen aber künftig andere übernehmen.

Wer das sein könnte, ist allerdings noch völlig offen. Zum 1. März soll die Stelle eigentlich besetzt werden. „Wir haben aber noch keinen neuen Chefarzt“, so der Krankenhaus-Geschäftsführer Kai Firneisen. Gleich zwei Agenturen sind im Einsatz und suchen deutschlandweit nach einem Nachfolger. Auch deutschsprachige Ärzte aus Polen werden in Betracht gezogen, um die Lücke in Demmin zeitnah zu schließen. „Es ist ziemlich schwierig, jemanden zu finden“, sagt Firneisen.

Immerhin seien in der gesamten Bundesrepublik derzeit acht Chefarztstellen in dieser Fachrichtung vakant. „Wir sind aber optimistisch und geben die Suche nicht auf“, sagt der Geschäftsführer.

Grund zur ernsthaften Sorge um einen Totalausfall der Station gibt es indes nicht. „Wir haben noch Fachpersonal und sind nicht völlig ausgebrannt“, sagt er. Um die Dienste weiter absichern zu können, setzt das Demminer Krankenhaus vorübergehend zusätzlich auf Honorarärzte. Dennoch droht der stationären pädiatrischen Versorgung sowie der Geburtshilfe durch diesen Personalengpass Gefahr.

Ein Umstand, der vor allem im ländlichen Raum immer wieder auftritt. So musste beispielsweise die Geburtshilfe-Station des Neustrelitzer Klinikums im vergangenen Jahr aus Personalnot vorübergehend schließen. Für monatelange Proteste sowie landesweite Schlagzeilen sorgte auch die Schließung der Geburtshilfe-Station im Wolgaster Krankenhaus. Ein Schicksal, dem sich Kai Firneisen entschlossen in den Weg stellt. „Es ist das erklärte Ziel, dass wir die Pädiatrie nicht hergeben“, sagt er. Er hofft, dass die ersten Vorstellungsgespräche demnächst anlaufen können.

Zu wenig Nachwuchs

Die Schwierigkeit, einen geeigneten Kandidaten für die Stelle zu finden, liegt nach Meinung des Geschäftsführers in einem Problem begründet, mit dem sich derzeit viele Branchen herumschlagen müssen. „Es gibt zu wenig Nachwuchs“, so Firneisen. In den vergangenen zehn Jahren seien zu wenig Fachärzte ausgebildet worden, was der medizinischen Versorgung jetzt auf die Füße fällt. Hinzu kommt, dass auch niedergelassene Praxen neu besetzt werden müssen. „Wir brauchen ja auch den ambulanten Kinderarzt“, sagt er.

Unabhängig von der aktuellen Notlage ist das Demminer Kreiskrankenhaus konstant auf der Suche nach neuem Personal. „Fachkräfte können wir nie genug bekommen“, sagt Firneisen. Und in der Tat sind neben dem Posten als Chefarzt derzeit 16 weitere Stellen im Krankenhaus ausgeschrieben. Die meisten davon aus dem medizinischen Bereich. Aber auch in der Buchhaltung oder in der Informationszentrale werden immer wieder Leute gesucht. „Auch hier würden wir gern in der nächsten Zeit nachbesetzen“, so der Geschäftsführer. Allgemein hält er die Fluktuation und die Zahl der Stellenangebote aber noch für normal.

Einem Auswahlverfahren müssen sich die Bewerber aber auch in Zeiten des Personalmangels in Demmin unterziehen. „Wir wollen Leute haben, die zu uns passen“, sagt er. Und dabei würde das Krankenhaus einen hohen Qualitätsanspruch stellen.

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