NACH CORONA-ZWANGSPAUSE

Demminer Fahrschulen verzeichnen Boom

Nach dem Corona-bedingten Stillstand ist der Fahrschulbetrieb wieder angerollt. Und wie! In Demmin jedenfalls staut es sich.
Fahrlehrer Lutz Blendow und Lea Block sind motiviert.
Fahrlehrer Lutz Blendow und Lea Block sind motiviert. Christine Gerhard
Demmin.

Die Räder der Fahrschulautos stehen derzeit kaum lang genug still, um zu fragen, wie der Betrieb nach der Corona-Pause angerollt ist. Die Antwort erübrigt sich damit fast: Es staut sich. Nachdem sie durch die Pandemie ausgebremst worden waren, freuen sich die Fahrschüler, endlich wieder Stunden nehmen zu können. Lutz Blendow von der Fahrschule Blendow in Demmin spricht zwar noch von einer gleichbleibenden Auslastung, doch: „Die Leute scharren mit den Hufen“, auch die Motorradfahrer stünden jetzt in den Startlöchern. „Viele haben es vorher mehr oder weniger schleifen lassen, jetzt können sie wieder“, sagt Veikko Stark von der gleichnamigen Fahrschule. Zugleich stehen neue Führerscheinanwärter mit Anmeldungen in der Tür.

Es gibt Wartezeiten

„Das kann man nicht aufholen“, meint Stark. Der Ansicht ist man auch bei der Fahrschule Malkowsky, es gibt Wartezeiten. „Die ganze Arbeit ist liegen geblieben“, so der Fahrlehrer. Er hat eine Fahrstunde nach der nächsten, dazwischen muss das Auto desinfiziert werden. Das Fahren mit dem vom Land vorgeschriebenen Atemschutz erschwert die Arbeit für ihn zusätzlich. „Es ist belastend, wenn man den ganzen Tag damit fahren muss.“

Das Tragen einer Maske im Auto widerspricht aus Sicht des ADAC nicht unbedingt der Straßenverkehrsordnung, nach der sich Fahrer nicht verhüllen dürfen. Denn bei den handelsüblichen Masken sei die Person im Normalfall noch identifizierbar. Manche selbstgemachten Masken könnten nach Angaben der ADAC-Juristen das Gesicht allerdings zu weit verdecken. Bei einem Mundschutz aus Gesundheitsgründen solle dennoch vorübergehend aus Opportunitätsgründen von einer Ahndung abgesehen werden.

Schüler sind sehr diszipliniert

Für Fahrschülerin Lea Block ist das Fahren trotz Atemschutzes „nicht großartig anders“, sie ist motiviert. Man sehe das Lächeln der Schüler auch unter der Maske, sagt ihr Fahrlehrer Lutz Blendow, der den Halt dazu nutzt, das Auto durchzulüften. Die Schüler seien sehr diszipliniert, sagt er. Diszipliniert müssen auch die Fahrlehrer sein. „Man darf jetzt aus einem 24-Stunden-Tag keinen 26-Stunden-Tag machen“, sagt Blendow. „Man muss auch auf seine Gesundheit achten.“ Obwohl die Bude, wie Stark sagt, nach der gut überstandenen Krise voll sei.

Probelamtisch ist es beim theoretischen Unterricht

Voll ist sie jedoch nur im übertragenen Sinne, denn während die praktischen Fahrstunden boomen, können wegen der Corona-Bestimmungen nun weniger Schüler in der Theorie unterrichtet werden. Diese Regelungen wurden Anfang der Woche zur Freude der Fahrlehrer noch einmal geändert: Nach der ersten Fassung, die einen Schüler pro zehn Quadratmeter vorsah, hätte Stark nur vier oder fünf Fahrschüler gleichzeitig unterrichten können. Nun dürfen in dem Raum, der eigentlich für 15 Schüler ausgerichtet ist, zehn sitzen, mit einem Mindestabstand von jeweils 1,50 Meter. Sechs bis sieben Schüler sind es in der Fahrschule Malkowsky, wo sonst 14 bis 15 zusammen Verkehrsregeln paukten. An eine Preiserhöhung sei derzeit nicht zu denken, sagt Jens Malkowsky. „Das bleibt alles abzuwarten.“ Der leichte Preisanstieg in der Fahrschule Blendow dagegen hat laut dem Chef nichts mit der Corona-Krise, sondern mit dem generellen Kostenanstieg zu tun.

 

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