LEERSTAND

Corona lässt Kleingartenvereine in Demmin wieder etwas aufblühen

Viele Kleingartenvereine in Demmin kämpfen mit massivem Leerstand. Doch nun hat das Coronavirus so manche Lücke wieder geschlossen.
In den Kleingärten kann man die Corona-Pandemie für eine Weile vergessen.
In den Kleingärten kann man die Corona-Pandemie für eine Weile vergessen. Christine Gerhard
In den vergangenen Monaten wurden einige Parzellen wohl auch wegen der Viruskrise neu vermietet.
In den vergangenen Monaten wurden einige Parzellen wohl auch wegen der Viruskrise neu vermietet. Christine Gerhard
Demmin.

Hinter den Hecken und Zäunen der Demminer Kleingartenanlagen verbergen sich schmucke, liebevoll angelegte Oasen, manche akkurat geordnet, andere romantisch verwunschen. Doch immer mehr Parzellen stehen infolge des demografischen Wandels und der Abwanderung auch leer. In den Demminer Vereinen waren im Herbst des vergangenen Jahres teilweise bis zu 34 Prozent der Gärten nicht vermietet.

Doch dann brach das Coronavirus aus und die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung waren wochenlang stark begrenzt. Viele flüchteten vor der Isolation in die Natur. Manchem erschien es plötzlich erstrebenswert, einen eigenen Garten zu besitzen: ein Stück Freiheit und Unbeschwertheit, einen Platz zum Spielen für die Kinder, eine Aufgabe außerhalb des Homeoffice. Vielerorts war deshalb von einer verstärkten Nachfrage nach Kleingärten in der Corona-Krise die Rede. Doch gilt das auch fernab der deutschen Großstädte und Ballungsgebiete, etwa in Demmin?

Gestiegene Ansprüche

Im Kleingartenverein „Peeneblick“ war nach Angaben des Vorsitzenden Ingo Prandke von der Corona-Krise jedenfalls nicht viel zu spüren, abgesehen von der erschwerten Vereinsarbeit und den ausgefallenen Arbeitseinsätzen. Wegen des Coronavirus seien weder Gärten aufgegeben noch neu vermietet worden, so Prandke. Stattdessen hätten aber Jüngere altersbedingt abgegebene Parzellen übernommen. In der stärker werdenden Nachfrage von jungen Familien sieht er, ebenso wie Heiko Werner vom Regionalverband der Gartenfreunde „Landkreis Demmin von 1995“, einen neuen Trend. Drei leer stehende Gärten konnte der Verein „Peeneblick“, der vom Leerstand vergleichsweise wenig betroffen war, so zuletzt vermieten.

Für andere Vereine bedeuteten die Corona-Maßnahmen dagegen durchaus eine gewisse Erleichterung: „Wir sind einen ganzen Teil unserer leer stehenden Gärten losgeworden“, kann Gudrun Voß vom Verein „Morgenrot“ vermelden, wo noch Ende Oktober 59 von 210 Parzellen unbelegt waren. In der Corona-Zeit seien bisher elf Gärten vermietet worden, die Vorsitzende geht davon aus, dass dabei auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eine Rolle spielten: „Die Leute wollten nicht nur drinnen sitzen“, vermutet sie. Etwa 40 Parzellen stünden jedoch weiterhin leer. Teilweise seien sie nicht mehr vermittelbar, wegen der Lauben, die heruntergewirtschaftet und alt sind, aber auch die Blockbohlenbauten wolle niemand mehr. „Die Ansprüche sind ganz schön gestiegen“, stellt Gudrun Voß fest. Massive Lauben müssten es schon sein.

Nicht nur spielen und feiern

Auch für den Verein „Karl Foerster“ hatte die Corona-Krise positive Auswirkungen: Sieben neue Mitglieder sind dazu gekommen, darunter Familien, die mit den Kindern nicht mehr auf den Spielplatz konnten. Im Januar noch stand hier etwa ein Viertel der Parzellen leer. Der Vorsitzende Peter Friedrich hofft nun, dass die neuen Mitglieder auch bleiben und die Entscheidung für einen Kleingarten nicht nur eine vorübergehende Laune war. Und: „Wir wollen hoffen, dass die Gärten nicht nur als Spielplätze, zum Feiern und zum Grillen genutzt werden, denn das nutzt uns auch nichts“, so Peter Friedrich.

Schließlich geht es vor allem um die Lust am gemeinsamen Gärtnern. Damit die nicht verloren geht, hatten Stadt und Kleingartenvereine eigentlich schon Anfang des Jahres geplant, über den Leerstand zu diskutieren. Dabei sollte es auch um ein mögliches Konzentrieren der noch vermieteten Parzellen zur Verkleinerung der Anlagen gehen. Doch die Corona-Pandemie vereitelte das geplante Treffen. Ein neuer Termin steht laut Kämmerer Ronny Szabó noch nicht fest, die Besprechung soll aber nach der Sommerpause auf jeden Fall stattfinden.

 

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