Windkraft-Protest
Bürgerinitiative gewinnt weitere Unterstützer

Zu den Unterstützern der Bürgerinitiative „Es reicht!“ gegen den weiteren Windkraftausbau in der Region zählt auch die Kirchengemeinde Hohenmocker, die das mit Plakaten an der Straße sichtbar zeigt.
Zu den Unterstützern der Bürgerinitiative „Es reicht!“ gegen den weiteren Windkraftausbau in der Region zählt auch die Kirchengemeinde Hohenmocker, die das mit Plakaten an der Straße sichtbar zeigt.
Denny Kleindienst

Die Bürgerinitiative „Es reicht!“ gegen den weiteren Ausbau der Windkraft wird nun auch von Gemeinden unterstützt, in denen gar keine neuen Windräder geplant sind.

Nossendorf spielt beim weiteren Windkraftausbau keine Rolle. Die Gemeinde liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Der Regionale Planungsverband des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte hat dort kein Eignungsgebiet vorgesehen. „Aber nicht alle Gemeinden kommen so glimpflich davon“, sagte Enrico Schult in der jüngsten Sitzung der Nossendorfer Gemeindevertreter.

Er schlug deshalb eine Solidaritätsbekundung für die Bürgerinitiative „Es reicht!“ vor. „Wir als Nossendorf sind nicht betroffen. Ich meine aber, es ist Zeit, ein Signal zu setzen.“ Einstimmig und mit einer Enthaltung wurde entschieden, dass die Gemeinde Nossendorf auf der Unterstützerliste der Bürgerinitiative auftaucht.

Parteiübergreifende Einigkeit

Peter von Loeper freut das. „Es gibt immer mehr, die uns unterstützen.“ Etwa 20 Kommunen und Kirchgemeinden zählten inzwischen zum Unterstützerkreis, außerdem der Unternehmerverband Milan sowie einzelne Mandatsträger, unter ihnen Demmins Bürgermeister Michael Koch. Von Loeper, einer der Sprecher der BI, sagt: „Ich habe auch alle politisch-demokratischen Parteien angesprochen.“

Dass die Bürgerinitiative parteiübergreifend unterstützt wird, habe er in Demmin erlebt. Die BI biete zudem die Möglichkeit, „sich im Rahmen der Kommunalwahl zu positionieren“, sagt er. In Demmin werden weiterhin Unterschriften über Listen gesammelt, die im Rathaus, der Stadtinfo, in Arztpraxen und Geschäften ausliegen.

Mehr Abstand gefordert

Um einen weit gefassten Unterstützerkreis zu gewinnen, hat die BI sich auf zwei wesentliche Forderungen beschränkt. Zum einen soll das Abstandskriterium zwischen geplanten Windeignungsgebieten weiterhin 5000 Meter betragen, um eine weitere technische Überformung der Landschaft durch die Windindustrie zu verhindern. Zum anderen wird gefordert, die Ausweisung weiterer Windeignungsgebiete so lange zu unterlassen, bis eine Verwertung, Speicherung oder Ableitung der produzierten Energie gesichert ist.

Von Loeper sagt, er sei überhaupt nicht dagegen, dass ein Planungsverband Eignungsgebiete ausweist. Nur habe das Verfahren eben zum falschen Ergebnis geführt. Nämlich zu einer Konzentration im Demminer Land und beiderseits der Tollense.

Kommentare (3)

Deutschland hat sich schon entschieden!

nicht für das strahlende Millardengrab.

Entschieden sind die Verdoppelung der Windkraftanlagen im norddeutschen Raum und der Rückbau aller deutschen AKWs bis 2050. Irgendwo kilometertief unter Felsen wird es ein riesiges Endlager geben. Soviel steht fest!