GEDENKEN ZUM 8. MAI

"Brauchen in Demmin keine fremde Hilfe"

Der 8. Mai verlief in diesem Jahr ohne Komplikationen. Die Stadt zeigt sich damit zufrieden und hofft nun, dass auch in den kommenden Jahren Gedenken vor Demonstration steht.
Der 8. Mai in Demmin verlief so friedlich wie noch nie. Dennoch hofft die Stadt, dass das Datum künftig eher als Gedenkta
Der 8. Mai in Demmin verlief so friedlich wie noch nie. Dennoch hofft die Stadt, dass das Datum künftig eher als Gedenktag ohne Demonstrationen begangen wird. Karsten Riemer
Demmin.

Rechtsextreme Aufmärsche, Gegenproteste, Großaufgebote der Polizei – am 8. Mai fällt alljährlich kein besonders gutes Licht auf die Hansestadt Demmin. Die Schatten der Vergangenheit prägen die öffentliche Wahrnehmung, verbunden mit der Hoffnung die Ausschreitungen mögen ein Ende haben.

Das Datum ging in diesem Jahr größtenteils ruhig an Demmin und seinen Einwohnern vorbei. Aufgrund der Corona-Krise mussten die meisten der geplanten Veranstaltungen abgesagt werden.

Seitens der Stadt herrscht jedoch Zufriedenheit bezüglich der geordneten Abläufe am 8. Mai. „Ich bin froh, dass wir von der ansonsten jährlichen Ausnahmesituation verschont worden sind“, so Bürgermeister Michael Koch (CDU). Auch der Chef des Demminer Ordnungsamts Jörg Küthe bescheinigt der Demonstration am Hafen einen friedlichen Ablauf. „Aus meiner Sicht haben die Veranstaltungen auch der Würde dieses Tages grundsätzlich Rechnung getragen“, so Amtsleiter Jörg Küthe.

Bürgermeister: „Brauchen keine fremde Unterstützung, um zu gedenken”

Dennoch gibt es in der städtischen Verwaltung klare Vorstellungen, wie mit dem Tag der Befreiung umgegangen werden sollte. So sieht Küthe diesen in erster Linie als Gedenktag. Dementsprechend wären Friedensandachten, Gottesdienste und Gedenkveranstaltungen, wie es Stadt und Kirche bereits praktizieren, die richtige Wahl.

Bürgermeister Koch geht noch einen Schritt weiter, was den 8. Mai und damit verbundene Veranstaltungen in den kommenden Jahren angeht. „Wir brauchen in unserer Stadt nicht die Unterstützung weither angereister Fremder, um unserer Toten und Opfer des Krieges zu gedenken“, sagt er. Dies sei eine Aufgabe, die die Bürger Demmins mit dem Beistand der Kirche allein lösen könnten.

Aktionsbündnis will Arbeit fortsetzen

Klar ist allerdings, dass das Demminer Aktionsbündnis 8. Mai seine Arbeit auch in Zukunft fortsetzen wird und damit auch Unterstützung von außerhalb der Hansestadt kommt. „In Demmin wohnen viele Neonazis und die werden auch nicht so schnell verschwinden“, so Heinz Wittmer vom Aktionsbündnis.

Und in der Tat verlief auch der vergangene Freitag nicht völlig störungsfrei. Am Rande der Veranstaltung am Hafen kam es zu Provokationen seitens der Rechtsextremen. Deren Zahl war jedoch verschwindend gering im Vergleich zu den Vorjahren.

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Trotz der offensichtlichen Absage des Trauermarschs aufgrund der derzeitigen Corona-Maßnahmen, sieht Wittmer dafür auch die Arbeit des Bündnisses als entscheidend an. „Ohne die jahrelangen Proteste hätte die NPD für die Kundgebung am Freitag nicht ganz abgesagt“, sagt er.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hatten die Rechtsextremen im Laufe des Tages allerdings dennoch einen Kranz in die Peene geworfen sowie Blumen auf dem Friedhof abgelegt. „Aber mehr war nicht drin“, sagt Wittmer und erkennt darin ein Mitglieder- und Mobilisierungsproblem der NPD. Ob sich das jedoch bestätigt, müssen die nächsten Jahre zeigen.

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Kommentare (1)

Wer ist denn durchschnittlich Grund dafür, dass es zu Ausschreitungen kommt? Wer wirft in der Regel Steine und Flaschen, blockiert Wege etc.? Jeder weiß es und wer auf Grundlage einer Tragödie Werbung für die Seebrücke und offene Grenzen macht, spuckt förmlich auf die Gestorbenen, die '45 ins Wasser gingen, sich erhängten etc. Eine recht unintelligente Werbung, möchte man sagen, was will man aber von Leuten erwarten, die den ganzen Tag am Bahnhof sitzen und den Drogen frönen...